Mit einem Konzert im Bremer St. Petri-Dom ist am Donnerstagabend die Ausstellung „Eine unvorstellbare Sehnsucht nach Frieden“ eröffnet worden. Sie zeigt Feldpostbriefe vom und an den Bremer Komponisten und Pianisten Paul Lefmann (1893-1929) aus dem Ersten Weltkrieg.
Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Geschichte der 11. Klassen der katholischen St. Johannis-Schule im Schnoorviertel haben die Ausstellung zusammen mit den Geschichtslehrern Oliver Rosteck und Sebastian Rothe erarbeitet. Die Ausstellung wird bis Ende Mai im Dommuseum gezeigt.
Pastorin Nina Kleinsorge begrüßte die Gäste, darunter Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler der St. Johannisschule und den früheren Bremer Bürgermeister Henning Scherf (SPD). Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer (SPD) sagte in einem Grußwort, die Feldpostbriefe „bringen uns das Geschehene hautnah“. Sie zeigten auch, wie zerbrechlich der Friede sein könne. Es sei wichtig, wahrzunehmen, was in der Ukraine passiere.
Jeweils zwei Schüler lasen aus den Feldpostbriefen vor, in der es um die Friedenssehnsucht an der Westfront, um den Wunsch nach Frieden an Weihnachten 1916 und um das Kriegsende an der Front und in der Heimat im November 1918 geht.
Zur musikalischen Gestaltung gehörten zwei Klavierstücke von Paul Lefmann, die Marcel Ziemski grandios am Klavier spielte. Auch der „Chant de paix“ (Friedensgesang) von Jean Langlais für die Orgel und Felix Mendelssohn Bartholdys „Verleih uns Frieden“ für Chor und Orgel griffen das Thema auf. Außerdem wurde die „Brema“ als Friedensglocke geläutet.
Pastorin Kleinsorge dankte in ihren abschließenden Worten allen Beteiligten, darunter dem Bremer Domchor unter Leitung von Tobias Gravenhorst und dem Organisten Stephan Leuthold, für ihre Mitwirkung. Sie erklärte, die Briefe „geben uns einen Einblick in die Welt im Ausnahmezustand“. Kriege seien nicht nur Vergangenheit, sondern Gegenwart. Das Erinnern sei eine Verantwortung, die wahrgenommen werden müsse.
