Es ist ein starkes Zeichen für ein friedliches, weltoffenes, respektvolles und solidarisches Miteinander der Religionen in Bremen: Am Sonntag versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter der acht Religionen Alevitentum, Ba´hai, Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum und der Yeziden im Rathaus zum "Friedensgebet der Religionen".
Bürgermeister Andreas Bovenschulte wertete das Treffen als "klares Zeichen für Zivilcourage und Zusammenhalt und gegen Hass und Hetze". Pastoralreferent Johannes Gebbe von der katholischen Kirche moderierte in diesem Jahr das Interreligiöse Friedensgebet.
Bovenschulte sagte, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit stehe weltweit unter Druck. Etwa drei Viertel der Menschen lebe in einem Land, das diese Grundfreiheiten missachte. Sie würden Opfer von Verfolgung und Diskriminierung nur aus dem einen Grund: Ihrer Religion oder weil sie keiner bestimmten Religion angehören.
Der Umgang mit der Religionsfreiheit in einem Gemeinwesen sei allerdings ein Anzeichen dafür, wie es auch um den Schutz der Menschenrechte allgemein stehe.
„Zivilcourage zeigen“
Bovenschulte hob gleichzeitig hervor, dass der Staat in Deutschland die Religionsfreiheit garantiert. Das bedeute aber nicht, dass es nicht auch hier Antisemitismus oder Muslimfeindlichkeit gebe. „Hier ist jede und jeder einzelne gefragt“, betonte der Bürgermeister: „Zeigen wir Zivilcourage, wenn andere aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung angegriffen und ausgegrenzt werden."
Seit 2005 findet das Friedensgebet im Rathaus statt. Die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Religionsgemeinschaften kommen in einem weltanschaulich neutralen, aber gleichzeitig öffentlichen Rahmen zusammen, um mit Gebeten oder Texten aus ihren Überlieferungen dafür zu bitten, die Menschen auf den Weg des Friedens zu führen.
Dieses geschieht in gegenseitigem Respekt und Ehrfurcht vor dem, was den anderen heilig ist. Die Vertreterinnen und Vertreter beteten auf unterschiedliche Weisen zu ihrem Gott oder ihren Göttern. Nach jeder Präsentation wurde eine Kerze angezündet.
