Weihrauchschwaden im Bremer St. Petri-Dom, das ist ungewöhnlich: Erstmals seit zehn Jahren haben dort 1.300 Bremer Katholiken am Donnerstagvormittag Fronleichnam gefeiert. Wetterbedingt verlegte der Katholische Gemeindeverband kurzfristig den Gottesdienst und die Prozession vom Bürgerpark in die evangelische Kirche. Und nur wenige waren dabei, als zuvor einmal Fronleichnam im St. Petri-Dom gefeiert wurde.
Der Bremer Propst Bernhard Stecker dankte der Domgemeinde ausdrücklich für die ökumenische Gastfreundschaft. Der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe nahm in der Predigt Bezug auf das Fronleichnams-Motto „Hab Mut, steht auf!“ und sagte: „Gott will uns nicht statisch.“ Oft sei es bequemer, im Vertrauten sitzen zu bleiben – „selbst wenn das Vertraute eine Sackgasse oder eine Dunkelheit ist“. Solche Situationen kenne auch der Bibel.
Die musikalische Leitung der Feier lag beim Regionalkantor und Organisten Felix Mende. Der Bläserchor Oberneuland unter Leitung von Friedrich Müller und der Projektchor der katholischen Grundschule St. Antonius im Bremer Stadtteil Osterholz, geleitet von Ricarda Ochs, wirkten ebenfalls mit.
Der kirchliche Feiertag Fronleichnam wird immer 60 Tage nach Ostern und zehn Tage nach Pfingsten gefeiert. Der Name bedeutet „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Mit dem Fest bringen katholische Christen öffentlich ihren Glauben zum Ausdruck, dass Gott in Brot und Wein mitten unter ihnen ist. Als Zeichen wird eine reich verzierte Monstranz – ein liturgisches Zeigegefäß – mit einer geweihten Hostie in feierlicher Prozession getragen.
