„Du hast die Kirche in Bremen geprägt.“ So hat Propst Bernhard Stecker die Arbeit von Joachim Dau gewürdigt. Nach 45 Jahren als Priester wurde der 72-Jährige am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet. Die Gottesdienstbesucher dankten ihm mit lang anhaltendem Beifall.
Sechs Jahre lang war Dau zuletzt Pastor in der Propsteigemeinde St. Johann. Ganz verabschieden wird er sich dort allerdings nicht. Auch künftig will er in der Gemeinde Gottesdienste feiern.
Eine Zoo-Karte und ein irisches Lied als Geschenk
Nach dem Abschiedsgottesdienst würdigen Burkhard Lichtblau als stellvertretender Vorsitzende des Kirchenvorstandes und Ingrid Spohr für den Pfarrgemeinderat die Tätigkeit des Priesters. Sie schenkten ihm eine Karte für den Zoo in Hannover und das Autokennzeichen „Dau – J 54“ – eine Anspielung auf seinen Namen und sein Geburtsjahr. Das Hauptamtlichen-Team der Propsteigemeinde trug ihm zu Ehren ein irisches Lied vor.
Propst Stecker erinnerte an Daus Tätigkeit als Seelsorger und Prediger. Er habe sich für Geflüchtete eingesetzt und Schülerinnen und Schüler zur Taufe und Firmung geführt. Er selbst habe sich immer wieder persönlich bei ihm Rat geholt und sei ihm dafür dankbar. Nun wünsche er ihm, dass er sein Leben genießen könne.
Joachim Dau blickte bei der Verabschiedung weit zurück: auf einen Vorfahren gleichen Namens, der in Göldenitz im Herzogtum Lauenburg lebte, den Dreißigjährigen Krieg miterleben musste und am 30. Juni 1684 starb. Dieser Vorfahre vor elf Generationen sei Kuhhirte gewesen, er selbst dagegen Pfarrhirte. Mehr als 350 Hochzeiten habe er assistiert und während der Corona-Zeit mehrere tausend Hausbesuche gemacht.
Sein Vorname Joachim stamme aus dem Hebräischen und bedeutet „Gott richtet auf“. Dieser Name sei ihm seit der Jugend eine Verpflichtung gewesen. Dau dankte dem Hauptamtlichen-Team, das ihn „wohlwollend und wohltuend“ begleitet habe. Abschließend betonte er: „Ich werde innerlich zufrieden abtreten.“
Joachim Dau wurde 1954 geboren und wuchs in Hamburg-Bergedorf auf. 1981 wurde er in Osnabrück zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan in Hagen a.Tw., in Papenburg und Lingen-Laxten. Anschließend wirkte er zehn Jahre als Pfarrer in Bersenbrück und wechselte im Jahr 2000 nach Bremen.
Zunächst war er als Pfarrer für die Gemeinde St. Hedwig/St.Laurentius zuständig. Ein halbes Jahr später kam St. Thomas hinzu, und von 2007 bis 2020 leitete er den pastoralen Raum St. Raphael im Südosten der Stadt.