Glaubensgeschwister

Glaubensgeschwister

1816 ist für die Katholische Gemeinde in Bremen ein besonderes Jahr: das Jahr des Neubeginns. Am 27. September 1816 überlässt der Bremer Senat der Katholischen Gemeinde die ehemalige Franziskanerkirche St. Johann im Schnoor als Gotteshaus. Kurz darauf, am 6. Oktober, geben sich die Katholiken in Bremen eine Gemeindeverfassung und wählen einen Gemeindevorstand.

Mit der Ausstellung „Glaubensgeschwister. 1816 – Neubeginn der katholischen Gemeinde in Bremen“ erinnert der Katholische Gemeindeverband in Bremen an dieses Jubiläum. Die Ausstellung, die vom 14. September bis zum 24. November im Dommuseum gezeigt wird, spannt dazu einen weiten Bogen: von den Anfängen des Christentums in Bremen und den gemeinsamen Wurzeln der christlichen Kirchen bis hin zum guten ökumenischen Miteinander der Konfessionen in der Gegenwart.

Ausstellungskuratorin Dr. Sonja Kinzler lädt mit der Ausstellung ein zu einer spannenden Spurensuche nach katholischem Leben in Bremen. Fünf chronologisch aufeinanderfolgende Abschnitte präsentieren anschaulich die Entwicklung vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Die Besucher begegnen den Bischöfen Willehad und Ansgar und dem niederländischen Augustinermönch Heinrich von Zütphen, mit dem 1522 die Reformation nach Bremen gekommen ist. Sie lernen den „roten Pastor“ Hermann Lange kennen und den Rauchclub Knaster des katholischen Gesellenvereins. Sie erleben, wie Bremen vom „Rom des Nordens“ und Ausgangspunkt der Skandinavienmission nach der Reformation zur katholischen Missionsstation wird. Aus dem Staatsarchiv werden Reproduktionen des Ratsbeschlusses zur Gleichstellung der Katholiken von 1807 und eine Liste katholischer Bürger 1691-1835 gezeigt. Neben Altarkreuz, Weihwassergefäß, Messkelch, Bibeln, Gebetbüchern und Andachtsbildchen gehören ein historischer Schleier der Thuiner Franziskanerinnen und ein Pfeifenkopf mit dem Bild des katholischen Vereinshauses in der damaligen Klosterstraße, heute Kolpingstraße, zu den besonderen Exponaten. Bilder vom St. Joseph-Stift, katholischen Schulklassen und Bremer Pastoren geben Einblick in das katholische Leben der Hansestadt.

Propst Dr. Martin Schomaker hatte die Idee, das 200-jährige Jubiläum der Katholischen Gemeinde in Bremen mit einer Ausstellung zu feiern: „Die Ausstellung zeigt die bewegte Geschichte und die vitale Gegenwart unserer Glaubensgemeinschaft aus über 120 Nationen“. Deshalb gehört zur Ausstellung auch ein Film von Hans-Peter Ostermair, der einen bunten Querschnitt durch das heutige katholische Gemeindeleben zeigt. Als Zeitzeuge für die Bremer Kirchengeschichte spricht er mit Adalbert Keilus, der seit 1960 in Bremen als Priester tätig ist.

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm und eine gleichnamige Publikation.

 

Presseinformationen zur Ausstellung „Glaubensgeschwister. 1816 – Neubeginn der katholischen Gemeinde in Bremen“

Veranstaltungsorte:

14.09.2016 - 24.11.2016 (Eröffnung: 13.09.2016, 18:00 Uhr im Dom-Museum) Dom-Museum Bremen, Ökumenisches Museum für bremische Kirchengeschichte, Zugang durch das Hauptportal des St. Petri Doms am Ende des südlichen (rechten) Domquerschiffes. Postanschrift: Sandstr. 10-12, 28195 Bremen.
 Öffnungszeiten: Montag – Freitag 10:00 – 16:45 Uhr, Sonnabend: 10:00 – 13:30 Uhr, Sonntag: 14:00 – 16:45 Uhr. Geschlossen: 3.10. sowie bei kirchlichen Amtshandlungen.
Der Eintritt ist frei.

11.01.2017 - 29.01.2017 (Eröffnung: 11.01.2017, 19:30 Uhr)
Forum am Dom Osnabrück
Domhof 12
49074 Osnabrück
Der Eintritt ist frei.

Ausstellungseröffnung in Bremen:
13.09.2016, 18:00 Uhr im Dom-Museum Bremen

Ausstellungsexponate:

Gezeigt werden rund 50 Bilder und Exponate, die von der Ausstellungskuratorin Dr. Sonja Kinzler zusammengetragen wurden. In fünf Ausstellungsstationen wird die Geschichte der katholischen Kirche in Bremen erzählt:
- Kirche im Mittelalter: die gemeinsamen Wurzeln der christlichen Kirchen in Bremen
- Katholiken in Bremen 1528-1807: Fremde? Schutzbürger? Glaubensgeschwister?
- 1816: Neubeginn der katholischen Gemeinde in Bremen
- Eine neue Heimat: die Bremer katholische Gemeinde fasst Fuß
- Katholisches Leben heute.

Unter den Exponaten sind neben einigen Stücken aus der Sammlung des Dom-Museums Leihgaben und Abbildungen aus dem Diözesanmuseum Osnabrück, dem Focke-Museum, der Propsteigemeinde St. Johann, dem Staatsarchiv Bremen, dem Archiv der deutschen Provinz der Jesuiten, der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, dem Dithmarscher Landesmuseum, dem Bistumsarchiv Osnabrück, dem Archiv des St. Joseph-Stifts Bremen, dem Archiv des Generalats und dem Missionsmuseum der Franziskanerinnen von Thuine, dem Museum Bünde – Deutsches Tabak- und Zigarrenmuseum, aber auch Exponate aus dem Privatbesitz katholischer Familien.

Träger der Ausstellung:

Katholischer Gemeindeverband in Bremen, Propst Dr. Martin Schomaker, Hohe Str. 8/9, 28195 Bremen, Tel.: 04213694100, Mail: propst@remove-this.kirchenamt-bremen.de 

Inhalte und Gestaltung:

RETROKONZEPTE, Dr. Sonja Kinzler, Tel.: +49 421 7948276, Mail: kinzler@remove-this.retrokonzepte.de  GESTALTUNG PRINT & RAUM – Büro für barrierefreie Gestaltung, Christine Klein, +49 (0) 176 70368223, Mail: info@remove-this.christineklein.nl 

Begleitpublikation:

Sonja Kinzler, Glaubensgeschwister
Zu beziehen im AtriumKirche, Hohe Str. 7, 28195 Bremen, Tel.: 0421 3694300

Begleitvorträge:

„Rom des Nordens“
Von den Anfängen der Kirche in Bremen. Von Willehad über Ansgar bis zum Rom des Nordens.
Referent: Dr. Ulrich Weidinger (Historiker, Universität Bremen) 26.09.2016 um 19:00 Uhr im Dom (Sandstraße 10-12, 28195 Bremen)

„Katholisch in der frühen Neuzeit“
Rund 280 Jahre lang ist katholischer Gottesdienst in Bremen verboten. Katholisches Leben gibt es trotzdem.
Referent: Prof. Dr. Hans-Georg Aschoff (Professor für Neuere Geschichte und Kirchengeschichte, Historisches Seminar der Universität Hannover) 10.10.2016 um 19:00 Uhr im Willehadsaal (Domsheide 15, 28195 Bremen)

„Der Weg zum eigenen Gotteshaus“
Neuanfang der katholischen Gemeinde. 1816 – Die katholischen „Glaubensgeschwister“ dürfen nun ihren Glauben ausüben.
Referent: Wilhelm Tacke (Publizist) 24.10.2016 um 19:00 Uhr im AtriumKirche (Hohe Str. 7, 28195 Bremen)

„Hermann Lange - der rote Pastor“
1914 wird Hermann Lange Pfarrer von St. Marien im Arbeiterstadtteil Walle. Er ist für sein handfestes soziales und politisches Engagement für die katholische Arbeiterbewegung bekannt – unter dem Spitznamen „roter Pastor“. Lange wird 1917 Gründungsvorsitzender der Bremer Caritas.
Referent: Dr. Hermann Queckenstedt (Direktor Diözesanmuseum Osnabrück) 14.11.2016 um 19:00 Uhr im Gemeindesaal St. Marien in Walle (St.-Magnus-Straße 2 28217 Bremen)

Informationen zum Begleitprogramm und zu Führungen Hans-Peter Ostermair, Tel.: 0421 3694145, Mail: hp.ostermair@remove-this.kirchenamt-bremen.de 

Ansprechpartnerin Presse:
Dr. Martina Höhns, Tel.: 0421 3694142, Mail: presse@remove-this.kirchenamt-bremen.de 

Eine Auflistung der verfügbaren Pressefotos Sie finden Sie hier.