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Abschied von St. Barbara Kapelle

Pfarrei St. Raphael feiert am 2. Juli letzten Gottesdienst in Arbergen

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 24.06.2011

Abschied von St. Barbara Kapelle
Pfarrei St. Raphael feiert am 2. Juli letzten Gottesdienst in Arbergen

Bremen (mh) Am 2. Juli um 17.00 Uhr feiert die Pfarrei St. Raphael den letzten Gottesdienst in der Kapelle St. Barbara in der Hermann-Osterloh-Str. 4 in Arbergen. Das 1977 als Außenstation der St. Godehard-Kirche gebaute Gemeindezentrum mit integriertem Gottesdienstraum und angrenzendem Wohnhaus wurde Ende Januar an einen privaten Bauträger verkauft. Die vorhandenen Gebäude sollen abgerissen und an ihrer Stelle Wohnhäuser gebaut werden.

Zu dem letzten Gottesdienst in der St. Barbara Kapelle werden viele Gemeindemitglieder erwartet. Das Dekret des Bischofs von Osnabrück zur Profanierung der Kirche, das heißt zur Entwidmung, wird Domkapitular Monsignore Ansgar Lüttel, Personalreferent im Bistum Osnabrück und bis 2008 Propst in Bremen, verlesen. Mit dem Dekret wird die kirchliche Nutzung beendet und das Gebäude dauerhaft profanem Gebrauch überlassen. Domkapitular Lüttel wird gemeinsam mit Pfarrer Joachim Dau, Pastor Rüdiger With und Pastor i. R. Eugen Kaesbach dem Gottesdienst vorstehen.

Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Gemeinde zu einem Beisammensein ein, bei dem auch eine kleine Fotoausstellung zur Geschichte der St. Barbara Kapelle gezeigt wird.


Hinweis für die Redaktionen:
Hintergrundinformationen über die Geschichte der St. Barbara Kapelle und zur Profanierung sind unten beigefügt.

Während des Gottesdienstes am 2. Juli sind auf Wunsch der Gemeinde keine Film- und Fotoaufnahmen im Gottesdienstraum möglich, wohl aber vor und nach der heiligen Messe.

Für Rückfragen stehen Ihnen Gemeindereferentin Ursula Frantzen unter Tel. 0421/483514 oder 0160/6604253, Herr Pfarrer Joachim Dau unter Tel. 0421/4673913 oder die Pressestelle unter Tel. 0421/3694142 gerne zur Verfügung.

 

Katholischer Gemeindeverband in Bremen 24.06.2011

Hintergrundinformation über die Kapelle St. Barbara in Arbergen

St. Barbara in der Hermann-Osterloh-Str. 4 in Arbergen wurde 1977 als Außenstation der katholischen St. Godehard-Kirche in Hemelingen eingeweiht (Grundsteinlegung 09.04.1976, Richtfest 22.09.1976, Weihe 22.01.1977). Sie sollte den rund 700 von insgesamt gut 2300 Katholiken aus der Pfarrei St. Godehard als Gemeindehaus dienen, die in dem Neubaugebiet in Arbergen wohnten und vorher einen bis zu 7 km weiten Weg in die Pfarrkirche in Hemelingen hatten.

Der Bremer Architekt Veit Heckrott hatte das flexible Gemeindezentrum mit integriertem Gottesdienstraum und angrenzendem Wohnhaus entworfen. Gemeindehaus und Gottesdienstraum können durch Faltwände je nach Bedarf getrennt oder miteinander verbunden werden. Ausgeführt wurde der Bau von dem Bremer Architekten Hubert Behérycz.

Die Baukosten betrugen damals 1,17 Millionen DM, von denen rund 400.000 vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Rest aus Kirchensteuermitteln und Spenden finanziert wurden.

Bei der Zusammenlegung der Pfarreien im Bremer Osten zur Gemeinde St. Raphael am 1. Januar 2007 wurden sowohl die St. Godehard-Kirche als auch die Außenstation St. Barbara in den neuen pastoralen Raum integriert. St. Raphael ist heute mit über 12.000 Katholiken die größte Pfarrei im Bistum Osnabrück. Zu ihr gehören sechs Kirchen oder Kapellen: St. Antonius in Osterholz, St. Barbara in Arbergen, St. Godehard in Hemelingen, St. Hedwig in der Neuen Vahr, St. Laurentius in der Gartenstadt Vahr und St. Thomas in Blockdiek.

Anders als erwartet ist die Zahl der Katholiken und Gottesdienstbesucher in St. Barbara besonders durch Wegzug stark zurückgegangen. Deshalb gab es bereits seit Mitte der 1990er Jahre sowohl aus seelsorglichen als auch aus finanziellen Gründen Überlegungen, die Außenstation wieder aufzugeben. Nach jüngsten Zählungen (2010) nehmen an den heiligen Messen, die wöchentlich einmal werktags und alle vierzehn Tage samstags stattfinden, häufig nicht mehr als 30 Gemeindemitglieder teil. Gleichzeitig steigen die Kosten für den Unterhalt und eine notwendige umfassende Renovierung, die vom Bistum Osnabrück nicht mehr mitgetragen werden.

Am 9. Juni 2008 hat der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Raphael beschlossen, den Kirchenstandort in Arbergen endgültig aufzugeben. Bemühungen, einen anderen christlichen, caritativen, sozialen oder kulturellen Träger für das Gemeindezentrum zu finden, scheiterten. Am 17.11.2010 hat der Kirchenvorstand deshalb beschlossen, die Gebäude an einen privaten Bauträger zu verkaufen. Dieser will die vorhandenen Bauten abreißen und an ihrer Stelle Wohnhäuser bauen.

Die Ausstattungsgegenstände des Gottesdienstraumes wie Tabernakel, Leuchter, Ambo werden in anderen Kirchen, vorzugsweise denen in der Pfarrei St. Raphael untergebracht. Die Barbara-Statue vor der Kirche kommt nach St. Godehard.

Für die Katholiken in Arbergen wird es zukünftig einen Fahrdienst zu den Gottesdiensten am Donnerstag und Sonntag in die St. Goedehard-Kirche geben.

Hintergrundinformation zur Profanierung von Kirchen und Kapellen

Im Dekanat Bremen, also dem Teil von Bremen, der zum Bistum Osnabrück gehört, ist die St. Barbara-Kapelle in Arbergen das dritte katholische Gotteshaus, das abgerissen wird. 1994 wurde die St. Franziskus Kirche in Grolland abgerissen, im März 1999 die St. Laurentius Kirche in der Gartenstadt Vahr, die allerdings ersetzt wurde durch eine Kapelle im Caritas-Altenheim St. Laurentius, das an gleicher Stelle errichtet wurde. Entwidmet wurde zudem 1994 die St. Katharina Kapelle in Borgfeld. 2009 wurde die Herz Jesu Kirche in der Neustadt umgebaut und in das Caritas-Altenpflegeheim St. Michael integriert.

Wenn eine Kirche oder Kapelle die besondere Weihe oder Segnung verliert, geschieht durch diese Profanierung das Gegenteil der Weihe. Profanierung bezeichnet also die Verweltlichung von ursprünglich Heiligem. Mit der Profanierung wird die kirchliche Nutzung eines Kirchen- oder Kapellengebäudes beendet. Angeordnet wird eine solche Entwidmung durch ein Dekret des Diözesanbischofs, das im letzten Gottesdienst verlesen und damit wirksam wird. Dadurch wird das Gotteshaus dauerhaft profanem Gebrauch überlassen.