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11.01.2011

Pfarrer Bernhard Lintker, Constantino Pinto, Jens Kemper, Inge Lempp und Diana Lim-Kemper

Besuch aus Osttimor in Bremen

St. Johann fördert Wasserprojekt "Liman Mos"

„Liman Mos“ heißt in der Landesprache von Osttimor „Händewaschen“. Gleichzeitig ist Liman Mos der Name des Wasserprojekts, das die katholische Propsteigemeinde St. Johann aus Bremen in dem südostasiatischen Inselstaat fördert. Am Sonntag (09.01.2011) hatte die Pfarrgemeinde Besuch von Constantino Pinto und Inge Lempp aus Osttimor, die sich für die geleistete Hilfe aus Bremen bedankten und Informationen und Bilder über den Fortgang des Projektes mitgebracht hatten.

Das Ehepaar, er Timorese, sie in Sumatra geborene Deutsche, gehört zu der timoresischen Stiftung vom Barmherzigen Krokodil (Fundacao Lafaek Diak) mit der zusammen sich die Kirchengemeinde seit 2008 in Osttimor engagiert. Im Pfarrgemeindesaal der St. Elisabeth-Kirche in Hastedt zeigten Constantino Pinto und Inge Lempp Bilder von ihrer Arbeit und berichteten, was in den letzten Jahren auch Dank der Unterstützung aus Bremen erreicht wurde. Dabei bildet das Wasserprojekt Liman Mos einen festen Bestandteil der Gesundheits- und Umwelterziehung in dem seit 2002 unabhängigen Staat, der mit seinen 1,1 Million Einwohnern zu den ärmsten Ländern Asiens zählt.

Neben einer Poliklinik in Triloka unterhält die Stiftung eine mobile Klinik für vier Dörfer. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Mutter-Kind-Projekte. Inge Lempp hofft, dass die Klinik bald um ein Geburtshaus für Frauen ergänzt werden kann. Mit dem Wasserprojekt lernen besonders Kinder, auf Hygiene zu achten und so viele Infektionskrankheiten zu verhindern. Zudem unterstützt die Stiftung Initiativen in der Landwirtschaft, im Kleingewerbe sowie in der Aus- und Weiterbildung.

Constantino Pinto und Inge Lempp hatten sich in der Solidaritätsbewegung für die Unabhängigkeit Osttimors kennengelernt und sind seit elf Jahren verheiratet. Osttimor stand 450 Jahre unter portugiesischer Kolonialherrrschaft und litt dann fast 25 Jahre unter einer brutalen indonesischen Besatzung, die noch immer bei vielen Osttimoresen traumatische Erinnerungen hervorruft. Constantino versteht sein Engagement in der Stiftung deshalb auch als Friedensarbeit: “Im Kampf um die Unabhängigkeit hat meine Generation eigentlich immer destruktiv gearbeitet“, so der heute 43 Jährige. Jetzt gelte es umzulernen und „konstruktiv zu leben, etwas aufzubauen und anderen zu helfen“. Partnerschaftsprojekte mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern seien dabei eine große Bereicherung. „Es würde uns freuen, wenn auch Menschen aus Bremen zu uns kämen und neue Ideen mitbringen“, so Inge Lempp.

Getan haben das bereits Diana Lim-Kemper und ihr Mann Jens Kemper, bei denen die Gäste aus Osttimor während ihres Aufenthalts in Bremen wohnten. Diana Lim-Kemper hatte 2007 in einem Frauenprojekt in Baucau mit Inge Lempp zusammengearbeitet und die Partnerschaft zwischen der Stiftung vom Barmherzigen Krokodil und der Propsteigemeinde St. Johann angeregt. Sie ist es auch, die dafür sorgt, dass regelmäßig Produkte aus dem Frauenprojekt nach Bremen kommen und verkauft werden, darunter Seifen aus Kokosnussöl und Textilien aus traditionellen bunten Stoffen. Pfarrer Bernhard Lintker war beeindruckt von dem Fortschritt des Projekts und lud das Ehepaar aus Osttimor ein, bald wieder nach Bremen zu kommen, um für die Initiative zu werben.

Bilder (Martina Höhns)
Pfarrer Bernhard Lintker, Constantino Pinto, Jens Kemper, Inge Lempp und Diana Lim-Kemper am 09.01.2011 im Pfarrsaal der St. Elisabeth-Kirche in Hastedt.

Produkte aus Osttimor werden regelmäßig in der Propsteigemeinde St. Johann verkauft.