Aktuelle Mitteilungen

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31.01.2011

Sport besonderer Art

Sportunterricht der besonderen Art an der St. Johannis-Schule. Schüler machen Erfahrungen mit Rollstuhlbasketball und Goalball

Neue Erfahrungen mit einem Sportunterricht der besonderen Art konnten 170 Schülerinnen und Schüler der Klassen sechs bis neun der St. Johannis-Schule in Bremen am 18. Januar machen. Bei einem Projekttag in der Werderhalle in der Pauliner Marsch standen Rollstuhlbasketball und Goalball auf dem Stundenplan, zwei Sportarten, die zu den paralympischen Disziplinen zählen.

Die Sportlehrerin Inge Sprunck hatte dafür gesorgt, dass das Schulprojekt „Neue Sporterfahrungen“ auch an der katholischen Schule Station macht. Es wird von der Deutschen Telekom in Kooperation mit dem Deutschen Behindertensportverband und dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband seit 2009 jährlich für rund 150 weiterführende Schulen bundesweit angeboten. Einen Vormittag lang können sich die Schüler unter Anleitung von Experten mit den Sportarten und der besonderen Lebenswelt von Menschen mit Behinderungen vertraut machen.

„Das Rollstuhlfahren ging oft leichter, als sich die Schüler das vorgestellt haben, aber dafür war der Weg zum Korb viel weiter und verlangte viel mehr Kraft“, so eine Beobachtung von Inge Sprunck. Die Schüler lernten nicht nur Rollstuhlbasketball-Techniken, sondern erhielten auch Informationen über Kosten und Besonderheiten von Sportrollstühlen, wie die besonderen Abstandsbügel und zusätzliche Stützräder, die das Umkippen verhindern sollen.

Beim Goalball tragen die Spieler blickdichte schwarze Brillen. Ohne Sehkraft gilt es nur über das Gehör und den Tastsinn, einen Akustikball ins gegnerische Tor zu spielen. Der Akustikball klingelt bei jeder Bewegung, weil er im Inneren mit einer Klangkugel ausgestattet ist. Wie schwierig und anspruchsvoll es ist, sich ohne zu sehen im Raum zu orientieren, Bewegungen zu koordinieren und sich ganz auf den Akustikball zu konzentrieren, diese Erfahrungen haben viele Schüler beim Goalball gemacht.

Für die Sportlehrerinnen der St. Johannis-Schule Andrea Hoffmann, Nicola Klingelhöfer, Beate Raunitschke, Annemone Scheidt und Inge Sprunck hat sich das Schulsportprojekt gelohnt: „Die Schülerinnen und Schüler wurden sehr behutsam an die besondere Situation von Menschen mit Handicaps herangeführt. Sie konnten spielerisch neue Erfahrungen machen. Und sie haben einen neuen Blick auf Menschen gelernt, die mit Einschränkungen leben“, so Inge Sprunck. Die 56Jährige hatte schon während ihres Studiums in Köln Behindertensport zum Schwerpunkt gewählt und engagiert sich seit über 20 Jahren in diesem Bereich.

Das Resümee der Sportlehrerinnen: Das Schulsportprojekt hat den Kindern Spaß am Sport und an der Bewegung vermittelt. Es hat soziale Kompetenzen wie Fairness, Respekt, Rücksicht und Toleranz gestärkt. Und es hat die Kinder und Jugendlichen sensibilisiert für die Lebenswelt behinderter Menschen. Die Bremerinnen empfehlen die neuen Sporterfahrungen weiter.

Bilder (Inge Sprunck):
Schülerinnen und Schüler der St. Johannis-Schule beim Goalball.