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23.01.2011

Friedensgebet der Religionen

Vierzehntes Friedensgebet der Religionen im Bremer Rathaus

Bereits zum vierzehnten Mal fand heute Nachmittag (23.01.) ein Friedensgebet der Religionen in Bremen statt. In der Oberen Rathaushalle hatten sich Vertreterinnen und Vertreter von sieben Religionen und interessierte Gäste eingefunden, um auf Einladung des Interreligiösen Arbeitskreises „Religionen beten“ ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Jede Religionsgemeinschaft hatte rund fünf Minuten Zeit, um sich vorzustellen und ein Gebet oder ein Lied vorzutragen. Die deutschen Übersetzungen der in verschiedenen Sprachen von Arabisch, Hebräisch und Latein bis zu Hindi rezitierten Texte wurden erstmals zum Mitlesen auf eine Leinwand projiziert. Zwischen den einzelnen Gebeten erklang ein Gong und eine Kerze wurde in die Mitte der Rathaushalle getragen.

Bürgermeister Jens Böhrnsen wiederholte seine bereits beim Neujahrsempfang im Rathaus vorgetragene Einschätzung, dass in kaum einer anderen deutschen Stadt ein derartig gutes Verhältnis der Religionen untereinander bestehe, wie in Bremen. Für ihn bedeute die im deutschen Grundgesetz festgeschriebene Religionsfreiheit auch eine Aufforderung an die Religionen, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. „Die Religionen haben viel einzubringen, besonders die absolute Achtung vor der Würde eines jeden Menschen“, so Böhrnsen.

Für die Christen in Bremen trug eine Schola aus der Pfarrei St. Franziskus lateinische Gesänge aus der ökumenischen Gemeinschaft Taizé in Frankreich vor. Für die Juden rezitierten Livin Cornea und Jrina Drabkina Abschnitte aus dem Buch Micha auf Deutsch und Hebräisch. Imam Bilal Güney las aus dem Koran und sang ein Bittgebet auf Arabisch. Für die Aleviten trugen Sedat Sevimli und Gül Polat Gebete und Gesänge vor. Nepal Lodh gab Informationen über den Hinduismus und sang mit zwei Frauen Mantras. Hoang Pham-Long aus Vietnam trug buddhistische Lehrreden in Form von Sutras vor. Für die Bahai sang eine Gruppe mit Uta Erb Texte aus den Schriften ihres Religionsstifters Bahaú´llah, der von 1817 bis 1892 lebte.

Musikalisch gerahmt wurde das Friedensgebet der Religionen von der Gruppe Chalíl mit Ralf Winkelmann an der Gitarre und Peter Müntel an der Oboe. Die Veranstalter Pastor Frank Mühring und Pfarrer Wolfgang Krzizanowski vom Interreligiösen Arbeitskreis „Religionen beten“ zeigten sich zufrieden, dass über 200 Menschen am Friedensgebet der Religionen im Rathaus teilgenommen haben.

Fotos (Martina Höhns):

Vertreter von sieben Religionen beim Friedensgebet im Rathaus: Von links nach rechts: Gül Polat, Uta Erb, Sedat Sevimli, Jutta Sievers, Hoang Pham-Long, Nepal Lodh, ,Bilal Güney, Livin Cornea, Jrina Drabkina.

Die Schola aus der Pfarrei St. Franziskus trägt Taizé-Gesänge vor.