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09.05.2011

„Keine Boykottaufrufe gegen Israel in Bremen“

Bündnis von Parteien und Organisationen veröffentlicht Erklärung

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 09.05.2011

Bremen (mh) Unter dem Titel „Keine Boykottaufrufe gegen Israel in unserer Stadt!“ haben heute in Bremen mehrere Parteien und Organisationen eine gemeinsame Erklärung vorgestellt, in der sie Boykottaufrufe gegen israelische Waren verurteilen. „Solche Boykottaufrufe gegen den jüdischen Staat haben in der demokratischen Tradition unserer Stadt keinen Platz“, so die acht Unterzeichner.

Die von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Bremen, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen, dem Bremer Freunde Israels e.V., der Jüdischen Gemeinde im Lande Bremen, von Bündnis 90 / Die Grünen, CDU, FDP und SPD unterzeichnete Erklärung, verurteilt solche Boykottaufrufe als „Versuch einer massiven Verunglimpfung, Herabsetzung und Delegitimierung des demokratischen jüdischen Staates“.

Boykottaufrufe leisteten „einem immer noch verbreiteten Antisemitismus in Teilen unserer Gesellschaft Vorschub“. Sie schürten „Hass und Unversöhnlichkeit“ und verstellten „den Weg zu friedlichen Lösungen des Konfliktes mit dem Ziel der Koexistenz von Israelis und Palästinensern in zwei demokratischen Staaten“. Sie machten „einseitig Israel verantwortlich für die Konflikte im Nahen Osten“ und richteten sich gegen einen Staat, „der vielen Holocaustüberlebenden zur Heimat wurde“. Dabei nähmen sie „die Nähe zur Nazi-Parole „Kauft nicht bei Juden“ in Kauf“. Solche Boykottaufrufe hätten nichts zu tun mit der „Kritik der konkreten Politik der einen oder anderen israelischen Regierung“.

Die Unterzeichner gaben ihrer Erwartung Ausdruck, „dass die politischen Diskussionen über Israel und den Nahostkonflikt im Bewusstsein unserer historischen Verantwortung und in Kenntnis der geschichtlichen Hintergründe der heutigen Situation geführt werden“ und dass es keine weiteren Boykottaufrufe gegen israelische Waren in Bremen geben werde. Gleichzeitig kündigten sie an, im Fall erneuter Boykottaufrufe öffentlich dagegen aufzutreten.

Anfang März hatten in Bremen einige Gruppen die Kunden eines Supermarktes aufgefordert, keine Früchte aus Israel zu kaufen.

Weitere Informationen beim evangelischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit Martin Pühn unter Tel. 0421/ 21 01 08.

Bild (Suzana Muthreich):

Martin Pühn, Dr. Hermann Kuhn, Dr. Karin Mathes und Nicolas Scheidtweiler stellen die Erklärung „Keine Boykottaufrufe in Israel in unserer Stadt!“ am 9. Mai in Bremen vor.