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Joh 6,48

18.09.2011

Als zöge die Landschaft und wir ständen fest

Abschied von Schwester Christianis

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 18.09.2011

„Man muss weggehen können und doch sein wie ein Baum“
Abschied von Schwester Christianis

Bremen (mh) Mit einem festlichen Gottesdienst in der Propsteikirche St. Johann und einem anschließenden Empfang haben sich die Bremer Katholiken heute von Schwester Christianis verabschiedet. Die 77jährige Ordensfrau aus dem Konvent der Thuiner Franziskanerinnen in der Hohen Straße war seit dem 01. August 2006 als Küsterin der Propsteikirche St. Johann tätig. Nun wurde sie von ihren Ordensoberinnen in den Konvent St. Elisabeth in Thuine versetzt.

Propst Dr. Martin Schomaker beschrieb die Haltung von Schwester Christianis mit Worten aus dem Gedicht „Ziehende Landschaft“ von Hilde Domin: „Man muss weggehen können und doch sein wie ein Baum: als bliebe die Wurzel im Boden, als zöge die Landschaft und wir ständen fest.“ Mit dieser Einstellung seien schon die ersten Franziskaner um 1225 aus Assisi weggegangen, um in Bremen an der Balge ein Kloster bei den Armen zu gründen. Auch Schwester Christianis habe sich in ihrem Leben immer wieder von ihrem Orden an verschiedene Orte schicken lassen und stets dort, wo sie gebraucht wurde, ihren Dienst voller Hingabe getan.

Liebevoll, einfühlsam und wenn es sein musste auch mit eiserner Hand habe die Thuiner Franziskanerin ihren Dienst verrichtet. Sie sorgte Tag für Tag dafür, dass die Propsteikirche geöffnet und in guter Ordnung war. Sie bereitete alles für die Gottesdienste vor, legte die Gewänder der Priester zurecht, war als Lektorin zu hören und widmete sich mit besonderer Sorgfalt dem Blumenschmuck in der Kirche. Bei Hochzeiten habe sie vielen Paaren besondere Blumenwünsche erfüllt.

Für ihren Abschiedsgottesdienst hatte sich Schwester Christianis fröhliche Lieder gewünscht. Kirchenmusikdirektor Wilfried Langosz an der Orgel und Dr. Regine Wolters an der Querflöte sorgten dafür, dass die Ordensfrau gleich zu Beginn eines ihrer Lieblingslieder zu hören bekam: „Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde“. Die Hobbymusikerin, die selbst Flöte spielt und viele Menschen zum Musizieren motivieren konnte, gab zu, mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus Bremen wegzugehen.

Gemeindereferentin Jutta Sievers hätte Schwester Christianis zum Abschied am liebsten ein Handy geschenkt, damit sie auch weiterhin immer erreichbar wäre: „Schwester Christianis ist doch die einzige, die sich hier wirklich auskennt und weiß, wo alles ist“, so Sievers. Aber stattdessen schenkte die Gemeinde der Ordensfrau zum Abschied einen Fotoapparat, damit sie auch weiterhin kreative Postkarten mit kirchlichen Motiven entwerfen kann.

Fotos (Martina Höhns): Zwei Birgittenschwestern verabschieden sich von Schwester Christianis;
Schwester Christianis (mitte) mit ihren Mitschwestern Judith (links) und Regulinde (rechts) beim Abschiedsgottesdienst;
Gemeindemitglieder verabschieden sich von Schwester Christianis.