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Da sahen sie,

dass der Stein vom Grab

weggewälzt war.

Lk 24,2

15.11.2011

Propsteikirche St. Johann ohne Giebelkreuz

Architekten entdecken Bauschäden

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 15.11.2011

Bremen (mh) Es begann alles ganz harmlos. Gestern Vormittag (14. November) gegen 11.00 Uhr fuhren die Architekten Jürgen Hinse und Thomas Röhling vom Architekturbüro Ahrens und Pörtner mit einem Hubwagen die Fassade der Propsteikirche St. Johann im Schnoor entlang. Sie wollten prüfen, wo die alte Franziskanerkirche aus dem 14. Jahrhundert renovierungsbedüftig ist. Die Bestandsaufnahme war lange geplant, soll doch 2013/2014 eine umfassende Innen- und Außensanierung der katholischen Kirche stattfinden.

Fritz Hampe von der Bauverwaltung des Katholischen Gemeindverbandes, ein Kamerateam von Radio Bremen und eine Fotografin vom Weser Kurier waren mit von der Partie. Begutachtet wurden Risse in der Backsteinwand. Es wurden Proben vom Mörtel in den Fugen genommen, Feuchtigkeits- und Rußschäden fotografiert. Bei den Fahrten mit dem Hubwagen bis in 34 Meter Höhe bot die Kirche in der Herbstsonne ein wunderbares Bild.

Gegen Mittag dann die unerwartete Entdeckung als das gut 2,20 Meter hohe Sandsteinkreuz auf dem Giebel der Propsteikirche zur Begutachtung anstand. Zu ihrer Überraschung stellten Hinse und Röhling fest, dass der Sockel des gut 600 Kilogramm schweren Kreuzes durch Wind und Wetter so stark angegriffen ist, dass sie die Standfestigkeit des Kreuzes beeinträchtigt sahen.

Um jede Gefahr für Kirchenbesucher und Passanten auszuschließen wurde in St. Johann sofort gehandelt. Zusätzlich zum Hubwagen wurden ein großer Lastkran bestellt und fachkundige Steinmetze hinzugezogen. Bis in den Abend hinein sicherten die Bremer Steinbildhauer Dieter und Ronald Winter und Marcus Messinger das Kreuz und lösten es mit schwerem Gerät von seinem Sockel. Dabei wurden sie von der Besatzung des Hubwagens, Jörg Ruttloff und Andreas Gellner, tatkräftig unterstützt. Kurz vor 20.00 Uhr war es dann soweit: Das Giebelkreuz schwebte aus luftiger Höhe am Kran hinab, direkt auf den Lastwagen der Steinbildhauer, die es nun sachkundig sanieren wollen.

In der Propsteikirche St. Johann ließ man sich von den Bauarbeiten am Giebel nicht irritieren. Um 18.00 Uhr wurde in aller Ruhe die Heilige Messe gefeiert. Die Gottesdienstbesucher kamen zwar nicht durch den Haupteingang, aber durch die Sakristei in die Kirche.

Bilder (Martina Höhns):
- Die Architekten Jürgen Hinse und Thomas Röhling stellen den Schaden am Giebelkreuz von St. Johann fest;
- Architekt Thomas Röhling begutachtet das Mauerwerk aus Backstein und das Dach;
- Kran und Hubwagen vor St. Johann;
- Am Abend schwebt das Giebelkreuz am Kran zu Boden.