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1 Thess 5,21

17.01.2012

Handel und Religion

Ausstellung über Bremer Missionare und Kaufleute in Westafrika

Bremen (mh) Warum fuhren Bremer Kaufleute und Missionare ab 1847 verstärkt nach Westafrika, an die Küsten am Golf von Guinea? Wie begegneten sich Bremer und Afrikaner? Warum waren Handelsstationen eng mit den Missionsstationen verbunden? Antworten auf diese Fragen gibt die Ausstellung „Handel und Religion zwischen Bremen und Westafrika“, die noch bis zum 11. Februar in der Bremischen Bürgerschaft zu sehen ist.

Fast 200 Reproduktionen historischer Fotografien aus dem Archiv der Norddeutschen Missions-Gesellschaft werden in der Bürgerschaft gezeigt. Viele dieser heute im Staatsarchiv Bremen deponierten Bilder sind erstmals öffentlich zu sehen. Sie zeigen die Arbeitsbedingungen in den Handelsniederlassungen der Kaufleute, in den protestantischen Missionsschulen und der Kolonialverwaltung. Die wissenschaftlichen Inhalte zur Ausstellung stammen aus Forschungsprojekten der Universität Bremen von der Historikerin Wiebke Hoffmann, dem Kulturwissenschaftler Rainer Alsheimer und dem Religionsforscher Tilman Hannemann.

Die montags bis freitags von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnete Ausstellung hat drei Schwerpunkte: In einem ersten Teil geht es um Politik, Handel und Religion im Bremen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Dabei werden die pietistischen Erweckungsbewegungen ebenso erwähnt wie bedeutende Bremer Familien. Eine besondere Rolle spielt die Familie Vietor. Aus ihr gingen sowohl bedeutende Kaufleute hervor, wie Johann Karl Vietor (1810-1870), als auch Pastoren wie Cornelius Rudolf Vietor (1814–1897), Gründungsmitglied der Norddeutschen Mission und von 1868 bis 1888 ihr Präses.

Der zweite Ausstellungsbereich ist der politischen und wirtschaftlichen Situation in Westafrika gewidmet. Die Europäer exportierten Palmöl, Palmkerne, Kakao, Kaffee und Baumwolle aus Afrika. Aus Deutschland lieferten sie Baumaterial, Textilien, Garne, Hygieneartikel, Salz und Konserven. Den lukrativen Alkoholimport nach Westafrika lehnten die Vietors entschieden ab.

Ein dritter Ausstellungsteil behandelt Mission und Religion in Westafrika. Die erste ausgebaute Missionsstation der Norddeutschen Mission wurde in Keta an der ghanaischen Atlantikküste gegründet. Andere große Stationen entwickelten sich seit 1884 auf dem neuen deutschen Schutzgebiet Togo, besonders auch in Lomé.

„Fetischwesen“ und Aufklärung haben in der Ausstellung ebenso ihren Platz wie Informationen über den missionarischen Religionsforscher Carl Spieß (1867-1936) und die Ewe-Kirche. Die deutschen pietistischen Missionare träumten „von einem protestantischen Volk der Ewe, das sich aus verschiedenen gewachsenen Stämmen zusammensetzte und als Nation das Eweland besiedeln solle“, so die Ausstellungsmacher. In Vitrinen ausgestellte historische Korrespondenz, Karten und Textilien ergänzen die Ausstellung, die nach dem 11. Februar in Togo und Ghana gezeigt werden soll. Der Eintritt für die Ausstellung in der Bremischen Bürgerschaft ist frei.

Bilder (Martina Höhns): Die Ausstellung „Handel und Religion zwischen Bremen und Westafrika“ ist noch bis zum 11. Februar in der Bremischen Bürgerschaft zu sehen.

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 16.01.2012