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01.05.2015

Kirchen und Gewerkschaften für faire Arbeitswelt

Uwe Schneidewind kritisiert "The winner takes it all"-Ökonomie

Pressemitteilung des katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 01.05.2015

Kirchen und Gewerkschaften fordern auf zum Engagement für faire Arbeitswelt
Uwe Schneidewind kritisiert „the winner takes it all“-Ökonomie

Bremen (mh) Bei einem ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Arbeit haben Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften zum Engagement für eine faire Arbeitswelt und für gerechte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen weltweit aufgerufen. Professor Uwe Schneidewind vom Wuppertalinstitut für Klima, Umwelt, Energie kritisierte neoliberale Wirtschaftspraktiken insbesondere in der digitalen Wirtschaft.

In der Welt von Google, Amazon und Microsoft bleibe nur der größte Anbieter sichtbar und attraktiv. Er könne die Vorteile großer Netzwerke verwirklichen und seine marktbeherrschende Stellung stabilisieren. Schon kleine Leistungsunterschiede würden darüber entscheiden, ob man zu dem einen Gewinner im Markt oder zu den vielen Verlierern gehöre, sagte der ehemalige Präsident der Universität Oldenburg in seiner Kanzelrede in der Propsteikirche St. Johann in Bremen. In der digitalen Ökonomie schlage das Prinzip „the winner takes it all“ mit brachialer Gewalt zu.

Der Wirtschaftswissenschaftler forderte Gestaltungsmut, um für gerechte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen zu kämpfen, ökologische und soziale Missstände anzuklagen und für Transformation und Veränderung im 21. Jahrhundert zu streiten. Anders als vor 2000 Jahren seien heute Geld und Kapital ausreichend da, um auch neun Milliarden Menschen auf der Erde eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen. Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, aber auch jeder Einzelne sollte sich seines Kapitals bewusst werden und es einsetzen „als Stimme im privaten Umfeld, als Aktiver in Umweltverbänden, in seiner Kirchengemeinde, in Gewerkschaften, als Spender, als politisch aktiver Bürger“.

Annette Düring, Regionsvorsitzende DGB Bremen Elbe-Weser, forderte die Unternehmen auf, die materiellen Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben allen zur Verfügung zu stellen: „Dazu gehören ein ökologischer Umgang mit Ressourcen, Menschlichkeit im Umgang mit Beschäftigten und anständige Entlohnung“. Bernd Hillmann vom Betriebsrat der Entsorgung Nord GmbH forderte langfristig gerechte und faire Arbeitsbedingungen für alle Müllwerker Bremens. Jörn Bracker, Betriebsratsvorsitzender der Assistenzgenossenschaft Bremen rief dazu auf, in den Betrieben und Gewerkschaften aktiv zu werden, um faire Arbeitsbedingungen zu erstreiten.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von Karl-Bernhard Hüttis an der Orgel und Andreas Salm an der Klarinette gestaltet. Außerdem wirkten mit Propst Dr. Martin Schomaker, Pastor Stephan Kreutz sowie Bernhard Siepker von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung und Inge Danielzick vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt.

 

Bild (A. Fischer, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie): Professor Uwe Schneidewind, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie