Aktuelle Mitteilungen

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Ich kann nichts anderes geben,

als was du mir schenkst.

Hl. Katharina von Siena

12.12.2015

Arbeitsblatt; Foto: Kath. Gemeindeverband / Dr. Martina Höhns

Sprache als Brücke – Deutschlernen mit Flüchtlingen

Vielfältige Angebote sollen gut koordiniert werden

Seit zwei Monaten nutzt der Verein „Help a Refugee“ das Pfarrheim der Propsteigemeinde St. Johann in der Süsterstraße, um offene Deutschkurse für geflüchtete Menschen anzubieten. Montags bis freitags von 10.15 Uhr bis 12.00 Uhr organisiert ein Team von gut 20 Ehrenamtlichen dieses Angebot, das als Vorstufe zu den offiziellen Deutschkursen gedacht ist.

Jeweils vier Ehrenamtliche bereiten eine Lerneinheit vor, an der bis zu 35 Flüchtlinge teilnehmen. „Wir haben dazu ein Modulsystem mit einzelnen Themen erarbeitet“, berichtet Marie Charbonnier vom Verein „Help a Refugee“ bei einem Informationsabend im Katholischen Bildungswerk: „So kann trotz der großen Fluktuation sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Dozenten ein sinnvoller Unterricht stattfinden.“ Die Themen reichen von „Sich vorstellen und kennenlernen“ über „Einkaufen“, „Essen“, „Beim Arzt“ bis zu „Wegbeschreibungen“ und „Wohnungssuche“.

Da kaum einer der Ehrenamtlichen bisher Deutsch als Fremdsprache unterrichtet hat, ist viel Improvisation nötig. Das berichtet auch Bernd Möllers. Der ehemalige Leiter des katholischen Bildungswerkes in Bremen unterrichtet einmal pro Woche Flüchtlinge im Pfarrheim. Als Unterrichtsmaterial hat er für sich Arbeitsblätter mit Bildern entdeckt, die im Internet unter www.deutschkurs-asylbewerber.de angeboten werden. Mittlerweile gibt es ein umfangreiches Angebot von Lernmaterialien, aus dem sich jeder Dozent das für ihn passende heraussucht. Marie Charbonnier hat besonders gute Erfahrungen mit den Angeboten der Flüchtlingshilfe München gemacht.

Der ökumenische Verein Zuflucht habe bisher überwiegend Angebote direkt in den Flüchtlingsunterkünften unterstützt. Das berichtet Barbara Schneider, die als Coach für Ehrenamtliche bei „Zuflucht“ tätig ist. Allerdings sei es bei der Vielzahl der Einrichtungen mittlerweile schwer, genügend Lehrer zu finden. Zudem wären die Einrichtungen oft so überlastet, dass nicht genügend Zeit zur Koordination und Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen bleibe. „Bei allen ehrenamtlichen Angeboten geht es primär darum, mit den Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt Schneider. Dazu dienten Kontakt-Cafés, das Projekt „Bremische Integrations-Tandems“ oder auch die neu erschienene Broschüre „Willkommen in Bremen“, die auf fünf Sprachen die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten erzählt.

„Wir wollen Ehrenamtliche, Flüchtlinge und freie Räume in unseren katholischen Einrichtungen in Bremen zusammenbringen“. So erläutert die Geschäftsführerin des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen, Sonja Glasmeyer, ihr Anliegen. Diesem Ziel dient auch die Arbeit von Schwester Cornelia Bührle, die als Beauftragte für Migration und Integration im Kirchenamt tätig ist. Sie sammelt derzeit mit Hilfe eines Fragebogens Informationen über Menschen, die sich stundenweise ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren wollen. Interessierte können ankreuzen, ob sie sich beispielsweise in der deutschsprachigen Lese- und Aussprachhilfe, bei der Hausaufgabenhilfe, als Dolmetscher oder bei der juristischen Überprüfung von Arbeitsverträgen engagieren möchten. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Umzugshilfe, die Mitarbeit beim Reparieren von Fahrädern oder ein Einsatz als „Vize-Großmutter“ oder „Vize-Großvater“.

Schwester Bührle erhofft sich durch diese Koordination, auch dezentrale Angebote in den Stadtteilen aufbauen zu können. Zudem seien die Ehrenamtlichen dann über die Kirche versichert. Für die Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen sei ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis notwendig, das auch von allen kirchlichen Mitarbeitern verlangt werde. Die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche sei für das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingsarbeit keine Voraussetzung.

Über 30 Teilnehmer hatten sich am 9. Dezember im Katholischen Bildungswerk über die Möglichkeit informiert, geflüchtete Menschen ehrenamtlich beim Deutschlernen zu unterstützen.

Hier gibt es Lernmaterialien für Deutschkurse im Internet:

http://fluechtlingshilfe-muenchen.de
http://www.hueber.de 
http://www.deutschkurs-asylbewerber.de 
http://www.interdeutsch.de 
http://www.goethe.de/de/spr/flu.html 
http://www.welcomegrooves.de/ 

ARD-Flüchtlingswegweiser:

http://www.ard.de/home/ard/guide-for-refugees-wegweiser-fuer-fluechtlinge/Uebersicht_Hilfe_fuer_Fluechtlinge/2217144/index.html 

Für Kinder:
Die Sendung mit der Maus (auf Arabisch, Dari, Englisch, Kurdisch):

http://www.wdrmaus.de/sachgeschichten/maus-international/index.php5 

Kostenloses Wörterbuch für arabisch-deutsch / deutsch-arabisch:

http://www.langenscheidt.com/deutsch-arabisch/ 

Deutschkurs Arabisch-Deutsch:

https://www.youtube.com/watch?v=d4y3apjDO10&list=PLb4LszRKRuSHBbEHGYi8GJHaBAxwYhSnc&index=2 

http://www.verbraucherzentrale-bremen.de/fluechtlingshilfe

Bild (Martina Höhns): Arbeitsblatt für Deutschkurse (www.deutschkurs-asylbewerber.de)

Bremen (mh) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 10.12.2015.