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08.12.2015

Kapelle St. Joseph-Stift

Offizielles Logo zum Heiligen Jahr. © Verband der Diözesen Deutschlands

Eröffnung des Heiligen Jahres im Bistum Osnabrück

Eine „Pforte der Barmherzigkeit“ an der Kapelle beim St. Joseph-Stift

Heute am 8. Dezember eröffnet Papst Franziskus in Rom das von ihm ausgerufene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“, das bis zum 20. November 2016 dauern soll. Sein Ziel: Die Barmherzigkeit soll während dieses besonderen Jahres wieder neu in das Bewusstsein der Gläubigen gerückt werden – weltweit in der gesamten katholischen Kirche.

So wird der Beginn des Heiligen Jahres auch im Bistum Osnabrück gefeiert: mit einem Gottesdienst im Dom zu Osnabrück am dritten Adventssonntag (13.12.) um 9.45 Uhr. Im Rahmen des Gottesdienstes eröffnet Bischof Franz-Josef Bode eine „Pforte der Barmherzigkeit“ am Osnabrücker Dom, die in besonderer Weise an das Anliegen des Papstes erinnern soll. Zum Bistum Osnabrück gehören auch die fünf Pfarreien in der Stadt Bremen - mit Ausnahme der Pfarreien in Bremen-Nord.

In Bremen wird am Samstag, den 12. Dezember um 17.00 Uhr die Tür zur Kapelle im Krankenhaus St. Joseph-Stift, Schwachhauser Heerstraße 54, im Rahmen der Vorabendmesse als eine „Pforte der Barmherzigkeit“ eröffnet. Jeder Gläubige kann diese Pforte bewusst durchschreiten und damit seinen Wunsch ausdrücken, sich Barmherzigkeit schenken zu lassen und sie selber zu üben.

Weitere „Pforten der Barmherzigkeit“ werden an anderen geistlichen Orten im Bistum Osnabrück eingerichtet: an den Wallfahrtsorten Lage-Rieste, Rulle und Wietmarschen, an der Gebetsstätte in Heede sowie an der St. Michaelskirche in Leer.

Weitere Informationsangebote zum „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ finden Sie unter:

www.heiligesjahrbarmherzigkeit.de  Die Homepage der Deutschen Bischofskonferenz zum Heiligen Jahr mit aktuellen Informationen, Texten und Downloadmöglichkeiten.
www.iubilaeummisericordiae.va/content/gdm/de  Die Homepage des Vatikans zum Heiligen Jahr mit Texten, römischen Terminen zum Heiligen Jahr und aktuellen Meldungen.
www.heiligjahrkalender.de  Ein Angebot der Deutschen Bischofskonferenz an Bistümer, Kirchengemeinden, Verbände und Bildungseinrichtungen, ihre Veranstaltungen während des Heiligen Jahres sichtbar einzutragen.

Hintergrundinformationen zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Was versteht die katholische Kirche unter Barmherzigkeit?

Barmherzigkeit ist zuerst eine Eigenschaft Gottes: Gott weiß, was ein Mensch gerade nötig hat, um gut leben zu können, und das schenkt er großherzig in bedingungsloser Liebe. Dazu braucht es keine vorherige Leistung seitens des Menschen. Die Menschen sind eingeladen, miteinander genauso umzugehen: großherzig zu sein, bereit, den anderen Menschen und den Mitgeschöpfen das zu geben, was sie jeweils zum Leben brauchen. Barmherzigkeit ist eine Grundhaltung. Sie beruht darauf, dass Menschen – inspiriert von Gott – sensibel sind für das, was die Menschen brauchen, denen sie begegnen. Um das zu erkennen, brauchen Menschen ein hörendes, weites Herz.

Das bedeutet nicht, sich selbst und anderen alles durchgehen zu lassen. Ein Tun, das andere verletzt und am Leben hindert bleibt falsch und belastet die Beziehung zu Gott und den Menschen. Damit Umkehr möglich ist, muss Sündenvergebung möglich sein, immer wieder. Von Jesus erzählt die Bibel, dass er genauso gehandelt hat.

Was sind Werke der Barmherzigkeit?

Die christliche Tradition kennt sieben leibliche und sieben geistige Werke der Barmherzigkeit:

Die "klassischen" leiblichen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke besuchen, Gefangene befreien, Tote bestatten.

Die "klassischen" geistigen Werke der Barmherzigkeit: Unwissende lehren, Zweifelnden raten, Irrende zurechtweisen, Trauernde trösten, Unrecht ertragen, Beleidigungen verzeihen, für Lebende und Tote beten.

Der Kirchenvater Augustinus (354-430), auf den die "klassischen" geistigen Werke der Barmherzigkeit zurückgehen, unterstrich unter Berufung auf das Evangelium nach Matthäus Kapitel 25, Verse 34-46, dass sowohl die leiblichen als auch die geistigen Werke je nach der Not des Nächsten variiert werden müssen.

Was die Werke der Barmherzigkeit aus christlicher Sicht motiviert und ermöglicht, ist die zuvor erfahrene und in Jesus Christus offenbar gewordene Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die beim Menschen barmherziges Handeln hervorruft.

Was bedeutet eine „Pforte der Barmherzigkeit“?

Das Öffnen einer Pforte ist eine wichtige Symbolhandlung. Papst Franziskus betont, dass diese Pforten im Heiligen Jahr zu „Pforten der Barmherzigkeit“ werden. Er ermutigt die Katholiken, sich neu zu öffnen für die Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Er will damit die Christen zur Umkehr aufrufen, dazu, sich Barmherzigkeit schenken zu lassen und sie selber zu üben. Jeder Gläubige kann die Pforten durchschreiten und so seinen Willen zur Umkehr deutlich machen.

Bremen (mh) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 08.12.2015.