Aktuelle Mitteilungen

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20.03.2016

St.-Johannis-Schule - Landherrnamt / Dechanatstr. - Fotot: Kath. Gemeindeverband

Vorkurse für Flüchtlingskinder an St. Johannis-Schule

Umdenken nach öffentlicher Debatte

Über die Frage, ob Schulen in freier Trägerschaft Vorkurse zum Spracherwerb für geflüchtete Kinder und Jugendliche anbieten dürfen, hat es in Bremen in den letzten Wochen eine kontroverse Debatte gegeben.

Eine Entscheidung der SPD-Fraktion, Vorkurse für Flüchtlingskinder nur an öffentlichen Schulen einzurichten und das Angebot von Schulen in freier Trägerschaft abzulehnen, war in weiten Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis gestoßen. Nach einer öffentlichen Diskussion in Folge eines Artikels im Weser Kurier vom 4. März hat die SPD-Fraktion im Land Bremen ihre Haltung in einer Pressemitteilung vom 7. März revidiert. Dort heißt es: „ … Auf ihrer heutigen Fraktionssitzung haben die Abgeordneten der SPD diese Debatte aufgenommen und die Bereitschaft von Privatschulen, die Sprachbildung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen durch Vorkurse im Auftrag und auf Rechnung Bremens durchzuführen, begrüßt.

Konkret: Gerade, wenn der Bedarf an Vorkursplätzen zum Spracherwerb an staatlichen Schulen nicht gedeckt werden kann, hält die SPD-Fraktion entsprechende Angebote von Privatschulen für eine Unterstützung der Integrationsbemühungen. Die SPD-Fraktion hat daher heute die Bildungssenatorin gebeten, möglichst umgehend mit allen Anbietern, die Vorkurse anbieten wollen, entsprechende Gespräche aufzunehmen. Die Vorkurse an Privatschulen sollen genau wie an staatlichen Schulen mit den dafür vorgesehenen kommunalen Mitteln gefördert werden.

Dazu der bildungspolitische Sprecher Mustafa Güngör: „Ich bedaure, wenn durch die Presseberichterstattung in der vergangenen Woche der Eindruck entstanden ist, die Fraktion würde Vorkurse an Privatschulen ablehnen. Ich wollte vielmehr darauf hinweisen, dass bei der Regelbeschulung an Privatschulen für alle Kinder und Jugendlichen beziehungsweise Eltern und Vormünder die gleichen Regeln gelten müssen. Das heißt: Der Besuch einer Privatschule muss auch für Geflüchtete eine freiwillige Entscheidung sein. Eine Zuweisung von Schulplätzen an Privatschulen durch die Schulbehörde ist rein gesetzlich nicht möglich.“