Aktuelle Mitteilungen

Aktuelle Mitteilungen

24.03.2016

St. Johann bis Oktober wegen Sanierung geschlossen

Neue Waschmöglichkeiten für Obdachlose geplant

Propsteikirche St. Johann bis Oktober geschlossen – Katholiken sind Gäste in der Kirche Unser Lieben Frauen
Innensanierung der Franziskanerkirche beginnt am 4. April – neue Waschmöglichkeiten für Obdachlose geplant

Bremen (mh) Der Termin für den ersten Gottesdienst nach der Sanierung der Propsteikirche St. Johann im Schnoor steht schon fest: am 30. Oktober um 11.00 Uhr soll der Bischof von Osnabrück, Dr. Franz-Josef Bode, das zentrale Gotteshaus der knapp 50.000 Katholiken in der Stadt Bremen wiedereröffnen.

Bis dahin wird die um 1380 erbaute Franziskanerkirche, die einzige erhaltene Klosterkirche Bremens, gründlich saniert und umgestaltet. Am 4. April geht es mit der dritten und letzten Bauphase im Inneren los. Dann werden die Sitz- und Kniebänke ausgeräumt und Architekt Jürgen Hinse und sein Team können mit den Sanierungsmaßnahmen in dem gut 715 m2 großen Kirchenraum beginnen.  

Dazu gehört die komplette Neuausmalung von ca. 1.300 m2 Gewölbe und 2.300 m2 Wandfläche. Damit die neue Innenausmalung nicht wieder schnell durch den Ruß der vielen Kerzen leidet, die in katholischen Kirchen dazu gehören, hat sich die Gemeinde für eine besondere Filteranlage für Kerzenruß entschieden. „Wir bauen auch eine neue Lautsprecheranlage mit Induktionsschleife ein und eine hochwertige Beleuchtungsanlage mit Lichtsteuerung, so dass auch besondere farbige Lichteffekte möglich sein werden“, erläutert Propst Dr. Martin Schomaker die bevorstehenden Arbeiten. Im Chorraum sorgen Bodenkonvektoren für ein zusätzliches Heizsystem. „Wir können diesen großen hinteren Teil der Kirche dann besser für Gottesdienste an Werktagen nutzen“, sagt Schomaker, der zusammen mit Dirk Meyer als Pfarrer an St. Johann tätig ist.

Der besonders viel genutzte Eingangsbereich der Kirche wird umgestaltet: die beiden häufig besuchten Andachtsorte der Ikone der „Muttergottes von der immerwährenden Hilfe“ und die Figur des Heiligen Antonius von Padua werden versetzt. Es entstehen größere Informationsflächen, auf denen über Aktivitäten der Gemeinde informiert werden kann und der Beichtraum wird neu eingerichtet.

Werner Kalle vom Kirchenvorstand freut sich besonders, dass die Alte Sakristei als Dusch- und Waschmöglichkeit für Obdachlose umgebaut wird: „Das ist ein konsequenter Schritt nachdem wir im letzten Sommer die Trinkwasserstelle eröffnet haben“.

Jürgen Hinse von der Architektengesellschaft Ahrens+Pörtner hat bereits die beiden ersten Bauabschnitte federführend begleitet: die Außensanierung der Fassade von Mai 2013 bis April 2016 sowie den Bau des neuen Empfangsfoyers, der neuen Sakristei und der barrierefreien Zugänge. 

„Zwischen Kirche und Pastorenwohnungen haben wir einen gut 190 m2 großen neuen Empfangsraum gebaut, der von der Gemeinde für Kirchencafé, Kindergottesdienste und kleinere Empfänge genutzt werden kann“, erläutert Hinse. Propst Schomaker gefällt besonders die Transparenz des Neubaus, dessen Fassaden aus Aluminium/Glas-Elementen und einer Verkleidung aus Corten-Stahlblech bestehen: „Der Neubau schafft eine gläserne Fuge zwischen der Wohnbebauung und der Kirche, die von West nach Ost einen Durchblick ermöglicht“. Direkt vom Empfangsfoyer aus sind Sanitärräume zugänglich, zu denen auch ein Behinderten-WC und ein Wickeltisch gehören. 

„Bei der Außensanierung wurde die komplette Fassade von ca. 3600 m2 gereinigt“, erzählt der Architekt. Mauerwerksfugen und –ziegel, Natursteinbauteile der Fenster-Maßwerke, Wasserschläge, Sockelbänke und Gesimse sowie Dachrinnen, Blitzschutz und Taubenabwehr wurden erneuert, korrodierte Eisenhaken und Klammern ausgebaut, gelöste Bauteile vernadelt und Vierungen eingebaut. Zudem wurden statische Maßnahmen (Erneuerung der Zuganker) an den Filialtürmen vorgenommen. Teilweise erneuert wurden auch die Dachziegel-Vermörtelung und das Schneefanggitter. Die Kelleraußenwände im Bereich der Nord- und Westseite wurden komplett abgedichtet. Das 2,20 m hohe und gut 600 Kilogramm schwere Giebelkreuz aus Sandstein, das im November 2011  wegen Baufälligkeit entfernt werden musste, wurde samt neuem Sockel wieder aufgebaut. Das Glas wurde von außen gereinigt, Teile der Bleiverglasung restauriert, die Sturmstangen der Fenster neu beschichtet. Die Fenster der Alten Sakristei wurden durch künstlerisch gestaltete Verglasungen erneuert.

Propst Schomaker ist dankbar, dass die Gemeinde ihre Gottesdienste in der Zeit der Sanierung sonntags um 12.00 Uhr in der evangelischen Kirche Unser Lieben Frauen feiern darf: „Das ist ein großartiges Zeichen der Geschwisterlichkeit und Gastfreundschaft“. Die täglichen 18.00 Uhr-Gottesdienste finden im Willehad-Saal in der Alten Post statt, die Morgenmessen um 07.30 Uhr und um 09.15 Uhr werden von montags bis freitags im Birgittenkloster gefeiert.

Am 10. und am 17. April lädt die Gemeinde ein zu „Baustellenmessen“ in der leeren Propsteikirche. Die Kirchenbänke sind dann bereits ausgeräumt, so dass im Stehen gefeiert werden muss oder Sitzgelegenheiten mitgebracht werden müssen.

Bilder (Katholischer Gemeindeverband in Bremen / Christoph Brüwer)

PDF-Datei Grundriss

PDF-Datei Ansicht Eingang

PDF-Datei Bauabschnitt A

PDF-Datei Bauabschnitt B

Artikel Weser Kurier

Beitrag buten un binnen (ab 0'30'')

Artikel in der Kreiszeitung

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 29.03.2016.