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29.08.2016

Abschied von den "Godehardschwestern"

Neue Aufgaben für Gertrud Harlander, Hildegard Jakobs, Franziska Obermeier und Elli Schmieg

„Godehardschwestern“ verlassen Hemelingen.
Schwestern „in zivil“ waren in Bremen eine Besonderheit.

Seit September 2003 gehörten die vier Frauen vom Säkularinstitut St. Bonifatius fest zum kirchlichen Leben rund um St. Godehard in Hemelingen. Gertrud Harlander, Hildegard Jakobs, Franziska Obermeier und Elli Schmieg wurden deshalb auch liebevoll „Godehardschwestern“ genannt. Bekannt waren die Schwestern in Zivilkleidung in Bremen allerdings weit darüber hinaus. Nicht zuletzt weil Frauen der Gemeinschaft von 1959 bis 2003 im Altenzentrum St. Michael in der Kornstraße in der Bremer Neustadt tätig waren. Am Sonntag, den 28. August, hat sich die katholische Pfarrgemeinde St. Raphael im Bremer Osten, zu der die St. Godehard Kirche gehört, mit einem festlichen Gottesdienst und einem Empfang von den vier Frauen verabschiedet. Der Konvent im  ehemaligen Pfarrhaus in der Godehardstr. 25 wird aus Altersgründen offiziell geschlossen.

„Sie sind ausgeschwärmt, um sich Plätze unter den Menschen zu suchen, dort wo Menschen Hilfe brauchen“, sagte Pfarrer Joachim Dau und dankte den vier Frauen für ihre vielfältigen Dienste.  Die Schwestern hatten in Alten- und Pflegeeinrichtungen, in der Pfarrei, im Stadtpastoralrat und im AtriumKirche mitgearbeitet. Auch in der Sakristei, im Garten und im Haushalt hatten sie Aufgaben übernommen und sich in  Glaubenskursen, in der Gottesdienstvorbereitung und der geistlichen Begleitung engagiert. Sie waren als Kommunionhelferinnen und Lektorinnen tätig, haben im Chor mitgesungen und beim Kirchenkaffee mitgeholfen. Dabei hätten sie sich nie in den Vordergrund gedrängt.

Die besondere Atmosphäre, die vom Konvent in St. Godehard ausging, beschrieb die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Annette Prevot: „Es war immer jemand vor Ort, an den man sich wenden konnte. Brauchte man einen freundlichen Gruß oder ein Lächeln, von euch hat man es bekommen.“ Gemeindereferentin Ursula Frantzen erinnerte daran, dass es für die Gemeinde anfangs etwas Neues war, Ordensschwestern in Zivilkleidung zu erleben: „Keine äußeren Kennzeichen, sondern nur euer Leben, sollte auf Christus hinweisen. Ihr wolltet das Evangelium verkünden, ohne viele Worte, einfach nur durch euer Dasein mitten in der Welt.“ Die Gastfreundschaft des Konvents sei beispielhaft gewesen: „Ihr wart offen für alle“. Für die Gemeinde war das Lebenszeugnis der vier Frauen „ein richtiges Verwöhnprogramm“, sagte Ursula Frantzen.

Von der Leitung des Instituts St. Benedikt waren Gisela Gramathe, Gebietsleiterin Europa, und Elke Köster, Generalökonomin der Gemeinschaft, nach Bremen gekommen. Sie dankten ihren Mitschwestern für den selbstlosen Einsatz und der Gemeinde für ihre Offenheit. Heute leben rund 200 Frauen in 11 Ländern auf drei Kontinenten (Europa, Lateinamerika und Afrika) in der internationalen Gemeinschaft, die 1949 von dem Benediktiner P. Cyprian Mayr OSB (1907-1992) in Schweiklberg gegründet worden war.  Er gründete eine Gemeinschaft von Frauen, die als Laien in der Welt die evangelischen Räte leben und die Regel Benedikts als Grundlage ihrer Spiritualität verstehen. Als Abschiedsgeschenke überreichte Gisela Gramathe der Pfarrgemeinde eine bunte Decke aus Guatemala, eine kleine Trommel aus Ruanda und das Foto eines Fensters aus dem Mutterhaus in Detmold.

Gertrud Harlander dankte im Namen der Gemeinschaft für das Vertrauen und das Verständnis, auf das sie in Bremen getroffen sind. “Wir haben immer ein offenes Ohr gefunden und sagen ein herzliches Vergelt´s Gott für alles“.

Zum Abschluss des Gottesdienstes spendete Pfarrer Joachim Dau jeder der vier Frauen einen Reisesegen, der sie an ihren zukünftigen Lebensort begleiten sollte: Gertrud Harlander wird zukünftig in der Niederlassung des Instituts St. Bonifatius in Westerland auf Sylt arbeiten. Hildegard Jakobs wechselt in ein Haus der Gemeinschaft in Glücksburg und Franziska Obermeier zieht in das Mutterhaus in Detmold. Elli Schmieg bleibt als einzige in Bremen und bezieht eine kleine Wohnung im Schnoor, um weiterhin ehrenamtlich im AtriumKirche mitzuarbeiten.

Eine Raphaelsplakette der Pfarrei, die Godehardplakette der St. Godehard Kirche, ein von Wolfgang Horn  erstelltes Fotoalbum und ein Herz mit dem Anfangsbuchstaben ihres Vornamens können die vier Frauen zur Erinnerung an ihre dreizehnjährige Zeit in St. Godehard mit an ihre zukünftigen Wirkungsstätten nehmen.

Musikalisch war der Gottesdienst vom Chor St. Godehard unter Leitung von Annette Sieg, Beate Aldinger an der Flöte, Christian Jaschke an der Trompete, Elisabeth Hunold-Lagies am Klavier und Wolfgang Prevot an der Orgel gestaltet worden. Neben Pfarrer Joachim Dau wirkten Pastor Dr. Rüdiger With, Diakon Dr. Richard Goritzka und Pastoralreferent Christian Adolf an der heiligen Messe mit.

Bilder (Martina Höhns): Von 2003 bis 2016 bewohnten Gertrud Harlander, Elli Schmieg, Franziska Obermeier und Hildegard Jakobs (v.l.n.r.) vom Säkularinstitut St. Bonifatius das ehemalige Pfarrhaus in der Godehardstraße 25 in Hemelingen. Am 28. August wurden sie offiziell verabschiedet.

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 29.08.2016.

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