Aktuelle Mitteilungen

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Ich bin das Brot
des Lebens.

Joh 6,48

11.10.2016

Propsteikirche erstrahlt in neuem Glanz

Wiedereröffnung am 29. Oktober

Und sie erstrahlt in neuem Glanz
Wiedereröffnung der Propsteikirche St. Johann am 29 Oktober

Hintergrundinformationen zur Sanierung

Bauzeit:
Die Renovierungsarbeiten wurden in den Jahren 2013 bis 2016 durchgeführt. In den ersten beiden Jahren erfolgte die Außensanierung, im Jahr 2015 wurde das marode Nebengebäude an der Südseite durch einen Neubau ersetzt. Im laufenden Jahr 2016 erfolgt die Innensanierung, die Ende Oktober 2016 abgeschlossen sein wird. Die Notwendigkeit einer umfassenden Außensanierung wurde besonders deutlich, als am 14. November 2011 das Kreuz auf dem Giebel der Propsteikirche abgebaut werden musste, da der Sockel, auf dem das Kreuz steht, brüchig war.
Wir sind überaus dankbar dafür, dass es in der gesamten Bauzeit keine Unfälle gegeben hat.

Ziele der Renovierung:
-          Umfassende Außensanierung zur Erhaltung der historischen Bausubstanz,
-          Neugestaltung des Krypta-Vorraums unter Berücksichtigung eines barrierefreien Eingangs,
-          Erneuerung der Sanitären Anlagen,
-          Neugestaltung des Eingangsbereichs,
-          Technische Erneuerungen: Beleuchtung, Beschallung, Liedanzeiger etc.,
-          Aufwertung des hinteren Teils des Chorraums.

Kosten:
Außensanierung: Das Budget betrug 1,711.000,00 Euro. Diese Sanierung konnte kostengünstiger als geplant durchgeführt werden. Es sind Minderkosten von rund 468.000,00 Euro.
Der „Neubau“ an der Südseite der Kirche: Das Budget betrug 882.000,00 Euro. Gekostet hat der Neubau 900.250,00 Euro. Es sind Mehrkosten von 18.250,00 Euro entstanden.
Die Innensanierung: Sie wurde mit 950.000,00 Euro budgetiert. Die Kosten betragen 1.550.000,00 Euro. Die Mehrkosten sind damit rund 600.000,00 Euro.
Insgesamt: Vorgesehen waren 3,55 Mill. Euro. Es wurden 3,69 Mill.
Die Mehrkosten sind aufgrund folgender Positionen entstanden: Ursprünglich war eine schlichte Beleuchtung in der Kirche vorgesehen. Die Diskussionen haben dann gezeigt, dass eine gute Ausleuchtung der Kirche und gutes Leselicht für die Gemeinde wünschenswert sind. Die Verantwortlichen im Bistum Osnabrück haben diese Ansicht geteilt und einen entsprechenden Nachtrag bewilligt. Die Einrichtung „Johannis-Oase“ ist neu dazugekommen (s.u.). Außerdem gibt es in den vergangenen Jahren eine erhebliche Kostensteigerung im Baugewerbe.

Ausmalung:
Die Ausmalung der Kirche wurde eng mit der Denkmalpflege abgestimmt. Insgesamt sollte die Kirche hell ausgemalt werden. Die Struktur der Säulen wurde durch die Ausmalung unterstrichen: Die dunklere Farbe entspricht dem Sandstein der Fenstergestaltung. Die gotische Architektur verlangt danach, dass die Kapitelle kräftig farblich gestaltet werden. Dieselbe farbliche Struktur findet sich in den Schlusssteinen in der Decke wider. Insgesamt wirkt die Kirche durch die Ausmalung „schlicht elegant“. Der Kirchenraum wirkt ruhig und fördert das „Zur-Ruhe-Kommen“.

Eingangsbereich der Kirche:
Es hat eine lange Tradition, dass im Eingangsbereich der Propsteikirche die Marienikone „Immerwährende Hilfe“ und die Figur des „Hl. Antonius“ ihren Platz haben. Viele Menschen kommen zu diesen Bildern, entzünden Kerzen, legen Blumen ab und halten für ein Gebet inne. Diese Gebetsorte wurden aufgewertet: Es ist mehr Platz für die Kerzen und für die Blumen – vor allem aber ist mehr Platz für die Menschen, die vor der Marienikone bzw. vor der Figur des Hl. Antonius beten möchten. Bewusst sind diese Gebetsorte im Eingangsbereich der Kirche geblieben, da nicht wenige Menschen „mal eben“ vorbeischauen für ein kurzes Gebet. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs ist auch ein Beichtraum entstanden, in dem die traditionelle anonyme Beichte gepflegt oder ein Beichtgespräch geführt werden kann. In diesem Raum befindet sich nun die Figur der Mondsichelmadonna, die in der Propsteigemeinde „Dresdner Madonna“ genannt wird, weil sie ursprünglich aus Dresden stammt.

Rußfilteranlage:
Vor dem Marienbild der „Immerwährenden Hilfe“ und vor der Statue des Hl. Antonius besteht die Möglichkeit, Kerzen zu entzünden. Um die Rußbildung möglichst gering zu halten, wurde eine Rußfilteranlage eingebaut: Der Ruß jeder einzelnen Kerze wird abgesaugt, so dass die Ausmalung und vor allem auch die Pfeifen der Orgel nicht unter dem Ruß, der von Kerzen ausgeht, leiden.

Franziskussaal:
Die historische Bausubstanz der Propsteikirche sollte auf jeden Fall geschützt werden. Das stellte die Architekten vor die Herausforderung: Wie und wo kann ein barrierefreier Zugang geschaffen werden? Die gefundene Lösung erhält die historische Bausubstanz und schafft einen neuen „Kommunikationsraum“, den die Gemeinde wegen der aufgestellten Franziskusfigur „Franziskussaal“ nennt – in Erinnerung an die Geschichte. Schon zu Lebzeiten des Ordensgründers Franziskus kamen am Anfang des 13. Jahrhunderts Franziskaner an diesen Ort und gründeten hier ihr Kloster mit der entsprechenden Klosterkirche. Das heutige Gebäude stammt aus der Zeit um 1380  und ist die einzige erhaltene mittelalterliche Klosterkirche in Bremen.

Der Franziskusaal bietet die Möglichkeit, dass sich die Gemeinde vor und nach den Gottesdiensten zu Gespräch und Begegnung versammeln kann. In den Nebenräumen befinden sich die Toilettenanlage und eine Teeküche. Von diesem Saal aus gelangt man in die Krypta der Kirche. In diesem Saal befindet sich nun auch das Epitaph (Gedenktafel mit Inschrift für einen Verstorbenen), das seit der letzten Sanierung der Kirche über dem Tabernakel (Aufbewahrungsort der geweihten Hostien) stand. Da es am bisherigen Standort bis ins Kirchenfenster ragte, wurde es nun an der Außenwand der Kirche im neugestalteten Vorraum angebracht. Ursprünglich hing es an der Außenwand. Es musste vor Witterung geschützt werden und gelangte deshalb in die Kirche. Der jetzige Standort erinnert an den historischen Standort und ermöglicht gleichzeitig Schutz vor Witterung.

Chorraum als Gottesdienstraum für Gemeindegruppen:
Die mittelalterliche Klosterkirche hat einen sehr großen Altarraum. Das Mittelfenster stellt die Taufe Jesu im Jordan dar. Unter diesem Bild steht das Taufbecken. Um dieses Taufbecken kann sich die Gemeinde versammeln: Ein angedeutetes Chorgestühl bietet entsprechende Sitzmöglichkeiten. Dieser Ort ist für Tauffeiern, für Tauferinnerungsfeiern und für Gottesdienste in kleineren Gruppen geeignet. Technisch ist mit der Renovierung im Jahr 2016 eine Heizungsanlage im Chorraum installiert, Lautsprecher im Chorraum ermöglichen das Hören der gesprochenen Worte, die Beleuchtungsanlage unterstreicht die liturgischen Orte des Taufbeckens und des Altares, gutes Leselicht ist jetzt vorhanden.

„Johannis-Oase“:
Ein Nebenraum neben dem Altarraum diente in der Vergangenheit als Abstellraum. Dieser Raum hat einen eigenen Außeneingang. Dieser Abstellraum wurde nun im Rahmen der Renovierung verkleinert. Durch die Installation der ersten Trinkwasserstelle im Schnoor im Sommer 2015 ist die Gemeinde noch sensibler geworden für die Not wohnungsloser und bedürftiger Menschen in der Innenstadt. Deshalb wurde hier zusätzlich ein großer Raum für Bedürftige geschaffen. In einem Kellerraum stehen zwei Waschmaschinen und zwei Wäschetrockner, im Erdgeschoss sind Toiletten und zwei Duschräume eingerichtet. Ehrenamtliche werden Menschen, die diese Einrichtung nutzen möchten, empfangen, beim Anstellen der Geräte helfen, Handtücher, Shampoo und Seife geben etc. Die „Johannis-Oase“ soll im Advent eröffnet werden.

„Buch des Lebens“:
In der Diskussion um die Neufassung des Bestattungsgesetzes in Bremen im Jahr 2014 haben sich die Kirchen dafür ausgesprochen, dass Verstorbene auf öffentlich zugänglichen Friedhöfen bestattet werden sollen, damit um diesen Menschen Trauernde einen Ort für ihre Trauer haben. Auch soll der Ort so geschaffen sein, dass die Namen der Toten erhalten bleiben. Diese Diskussionen haben zur Entscheidung geführt, in der Propsteikirche einen besonderen Ort für Trauernde zu gestalten. In eigenen Trauergottesdiensten können Trauernde den Namen eines Verstorbenen in ein Buch schreiben: In das „Buch des Lebens“. Dieses Buch liegt unter Plexiglas sichtbar auf einem historischen Sandstein im hinteren Bereich der Kirche. An diesem Ort können Blumen abgelegt werden.

„Projektgruppe St. Johann“:
Bereits im Jahr 2011 wurde eine Projektgruppe zusammengestellt, die die Renovierung begleitet. Sie besteht aus Mitgliedern des Kirchenvorstands, des Pfarrgemeinderats und den für Bau Verantwortlichen im Kirchenamt und im Bischöflichen Generalvikariat. Eine Person ist in die Gruppe berufen worden: Frau Maria Richter, die bereits am Anfang der 90er Jahre die letzte Renovierung als Mitglied des damaligen Kirchenvorstands begleitet hat. Wegen der Wahlen der Gremien gab es eine personelle Veränderung bei den Ehrenamtlichen. Die jeweiligen Priester an St. Johann gehören ebenfalls zur Projektgruppe. 

Propst Dr. Martin Schomaker
Pfarrer von St. Johann
Vorsitzender des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen

Bericht im Weser Kurier vom 11.10.2016 (Link)

Bericht der Kreiszeitung vom 11.10.2016 (Link)