Aktuelle Mitteilungen

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11.10.2016

Miteinander reden – wie geht das?

Themenabend im Katholischen Bildungswerk zu Erziehungs- und Lebenskompetenzen

„Wir können nicht mehr miteinander reden“ schildert Dieter Wekenborg, Leiter der psychologischen Beratungsstelle „Offene Tür Bremen“, einen ganz typischen Anmeldungsgrund für Paartherapien. Der Theologe und Psychotherapeut mit dem Schwerpunkt Familie und Partnerschaft erklärte am 19. Oktober im Katholischen Erwachsenenbildungswerk die Bedeutung von Kommunikation in der Partnerschaft und wie eine brachliegende Gesprächskultur wieder aufgenommen werden kann.

Kommunikation in der Partnerschaft sei wichtig, um Nähe und Intimität auszudrücken und um Fragen der Alltagsgestaltung zu klären, verdeutlichte Wekenborg zu Beginn. „Reden ist sinnlos, wenn der andere nicht zuhört“, machte er dabei auf einen wichtigen Aspekt der Kommunikation aufmerksam. Konfliktpotenziale und Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft stellte Wekenborg durch ein Filmbeispiel vor, in dem der romantische Abend eines jungen Paares dadurch gefährdet wird, dass der Mann seine Arbeit zu Hause erledigen muss. Die Zuhörer im Katholischen Bildungswerk diskutierten anschließend angeregt über die gezeigte Szene. Dieter Wekenborg erörterte, dass vor allem Verallgemeinerungen, Schuldzuschreibungen und Verletzende Andeutungen Gründe für das Misslingen von Paarkommunikation seien: „Wenn es nur noch darum geht, recht zu haben, hat die Beziehung schon verloren.“

Um diese Konflikte zu lösen zeigte er einige Grundregeln für ein gutes Paargespräch auf. So sei es wichtig, die eigene Verantwortlichkeit zu sehen, und sich nicht selbst in die Opferrolle zu bringen. Man müsse dem anderen vielmehr aufmerksam zuhören und ausreden lassen und ihn so wertschätzen und respektieren. Den Zuhörern gab er schließlich noch einige Tipps für konkrete Streitgespräche mit auf den Weg: Oftmals sei es hilfreich, einen günstigeren Zeitpunkt für das Gespräch zu suchen, um genug Zeit und Ruhe zu finden und emotionale Ausbrüche verfliegen zu lassen. Außerdem solle man nur eine Schwierigkeit besprechen und keine alten, nicht lösbaren Probleme wieder aufgreifen und bereit sein, Zwischenlösungen zu finden und aufeinander zuzugehen. „Die einfachen Dinge wertschätzen und dafür dankbar sein“, riet Wekenborg den Paaren abschließend.

Der Vortrag mit Dieter Wekenborg steht in einer halbjährigen Themenreihe zum nachsynodalen Schreiben „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus. Der Text des Schreibens wird im Rahmen des Katholischen Forums am 27. Oktober um 19.30 Uhr im Willehadsaal von Dr. Martina Kreidler-Kos vorgestellt. Kreidler-Kos ist Diözesanreferentin der Frauenseelsorge, Ehe- und Familienseelsorge im Bistum Osnabrück.

Bremen (cb) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 20.10.2016.