Aktuelle Mitteilungen

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09.11.2016

Kondensationspunkte des Glaubens

Willehad-Empfang im Rathaus

Vor über 200 geladenen Gästen sprach der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am 8. November beim Willehad-Empfang im Bremer Rathaus über die Verantwortung der Christen. Im Rahmen des Empfangs wurde Wilhelm Tacke der päpstliche St. Silvesterorden verliehen.

Bürgermeister Carsten Sieling dankte in der Eröffnung für die karitativen Dienste und Aufgaben, die die Kirche wahrnähme und lobte die Ökumene in Bremen und Bremerhaven. Er versprach, sich weiter für ein gedeihliches Miteinander von Rathaus und Kirche in Bremen einzusetzen.

Propst Martin Schomaker sprach anschließend über die Zukunft der Kirche in Bremen. Er betonte dabei den Dialog zwischen den Religionen und die Ökumene: „Ich kann mir Bremen ohne diese Ökumene gar nicht mehr vorstellen.“ Eine Kultur der Nächstenliebe und Achtsamkeit sei wichtig, um heute Menschen in ihren postfaktischen Welten zu erreichen, betonte Schomaker. Der Heilige Martin von Tours biete ein Beispiel, empathisch und einfühlsam zu sein und zu teilen. „Vielleicht ist auch das eine Spur, auf die wir uns setzen lassen können.“

In der Festrede stellte Bischof Bode die Frage, wie es mit Glaube und Kirche in der Gesellschaft weitergehen könne. Er berichtete von den menschlichen und spirituellen Erfahrungen, die er gemeinsam mit Papst Franziskus und Vertretern des lutherischen Weltbundes im schwedischen Lund gemacht habe. Er griff das Bild der Verdunstung des Glaubens auf: Aufgabe der Christen sei es, Kondensationspunkte zu schaffen, an denen sich diffuse Religiosität verdichten könne. Diese Punkte seien nicht nur in den Kirchen zu finden, sondern auch in persönlichen Beziehungen, lokalen Anlaufstellen und religiösen Events. Es sei dabei wichtig, ökumenisch aufzutreten: „Nach außen hin muss das eine gemeinsame Bewegung mit zwei Armen sein.“ Die Aufgabe der Kirchen als Glaubensgeschwister sei es daher, als eine Einheit aufzutreten ohne ihre jeweiligen Eigenheiten aufzugeben.

Im Rahmen des Willehad-Empfangs überreichte Bischof Bode dem ehemaligen Referenten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Katholischen Gemeindeverband in Bremen, Wilhelm Tacke, die Urkunde und die Insignien des St. Silvesterordens. Bode lobte Tacke für seine Arbeit in Bremen und im Bistum Osnabrück. Tacke bedankte sich bei seiner Frau Margret, die ihm immer den Rücken freigehalten habe, beim ehemaligen Propst Plate, der ihm einen Wechsel vom Lehrer und Schulleiter zum Referenten für Öffentlichkeitsarbeit ermöglichte und bei den Kolleginnen und Kollegen aus der Presse für die Zusammenarbeit. Wilhelm Tacke wird zum Komtur mit Stern des St. Silvesterordens ernannt.

Der Silvesterorden (lateinisch Ordo Sancti Silvestri Papae, ‚Orden des heiligen Papstes Silvester‘) ist der fünfthöchste Orden für Verdienste von Laien um die römisch-katholische Kirche und wird für besonderes ehrenamtliches Engagement in katholischen Institutionen und aufgrund persönlicher Verdienste verliehen. Das Abzeichen zeigt auf einem achtzackigen, golden-weiß emaillierten Kreuz das Bild von Papst Silvester I. Der Orden, den es in vier Ordensklassen gibt, wird an einem schwarzen, dreifach rot geränderten Band getragen.

Namensgeber für den Willehad-Empfang ist Bremens erster Bischof, der heilige Willehad. Er ließ 789 auf einer Düne in Bremen eine kleine hölzerne Kirche errichten und dem Apostel Petrus widmen und schuf so die Ursprünge des heutigen Bremer Doms.

Fotos (Christoph Brüwer): Willehad-Empfang am 8.11.2016 im Bremer Rathaus.

Bremen (cb) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 09.11.2016.