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01.04.2017

Weihbischof Wübbe weiht Kristian Pohlmann zum Diakon

Erste Diakonweihe in Bremen seit über 200 Jahren

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 01.04.2017

Erste Diakonweihe in Bremen seit über 200 Jahren
Weihbischof Johannes Wübbe weiht Kristian Pohlmann zum Diakon

Bremen (mh) Für die katholische Kirche in Bremen, für die Pfarrgemeinde St. Raphael im Bremer Osten und natürlich für Kristian Pohlmann, seine Familie, seine Freunde und seine Heimatgemeinde aus Georgsmarienhütte war der 1. April 2017 ein ganz besonderer Tag: Weihbischof Johannes Wübbe hat dem 26-Jährigen in der St. Antonius Kirche in Bremen Osterholz die Diakonweihe gespendet. Es war das erste Mal seit Wiederzulassung der katholischen Kirche in Bremen im Jahr 1816, vielleicht sogar seit der Reformation, dass eine Diakonweihe in der katholischen Kirche in Bremen gefeiert wurde.

Zu dem besonderen Ereignis waren deshalb Priester, Diakone und Ordensleute aus dem ganzen Bistum Osnabrück nach Bremen gekommen. In einem feierlichen Gottesdienst hat der Leiter des Priesterseminars, Regens Ulrich Beckwermert, den Osnabrücker Weihbischof um die Diakonweihe des Kandidaten Kristian Pohlmann gebeten. Nach der von der Liturgie vorgegebenen Befragung hat Kristian Pohlmann vor dem Weihbischof und vor allen Gläubigen seine Bereitschaft bekundet, unter der Leitung des Bischofs von Osnabrück sein Amt im Sinne Christi und der Kirche auszuüben. Während der feierlichen Allerheiligenlitanei, in der alle die Gnade Gottes für den Weihekandidaten erbitten, lag der Kandidat lang ausgestreckt auf dem Boden. Durch die Handauflegung des Weihbischofs und das Weihegebet wurde Kristian Pohlmann die Gabe des Heiligen Geistes für das Diakonenamt übertragen. Zu den weiteren Riten der Diakonweihe gehörten das Anlegen einer besonderen liturgischen Kleidung, Stola und Dalmatik, die Überreichung des Evangeliars und die Umarmung des neugeweihten Diakons durch die anwesenden Priester und Diakone.

In seiner Predigt ermutigte Weihbischof Wübbe Kristian Pohlman, als Diakon nah bei den Menschen zu sein, besonders wenn sie in Grenzsituationen kommen und mit Lebensübergängen fertig werden müssen. Das Leben in der Nachfolge Jesu sei „keine coole Wellness-Oase, in der man es sich bequem macht“. Gott als tragenden Grund zu erkennen mache frei für ein Leben in Beziehungen mit den Menschen in ihrer Vielfalt und mit ihren je eigenen Lebensgeschichten.

Spiritual Pater August Hülsmann SCJ hatte vor dem Gottesdienst die Bedeutung der Liturgie der Diakonweihe erklärt und betont, dass der Diakon stellvertretend für alle am Altar stehe, die „arm dran sind“. Man könne nicht Priester werden und sein, ohne Diakon zu bleiben: „Der Auftrag zu dienen bleibt für jeden Amtsträger unverzichtbar“.

Für die Kirchengemeinde St. Raphael, in der Diakon Kristian Pohlmann nun für ein Jahr tätig sein wird, gratulierten Pfarrer Joachim Dau und die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Annette Prevot. Pastor Dr. Bernd Kuschnerus überbrachte viele gute Wünsche von der evangelischen Nachbargemeinde Melanchton und für die Heimatgemeinde des Neugeweihten sprach Pfarrer Reinhard Walterbach aus Georgsmarienhütte ein Grußwort. Musikalisch wurde der festliche Gottesdienst von der Schola der Gemeinde unter Leitung von Elisabeth Hunold-Lagies gestaltet. Die Kollekte geht an den „Bremer Treff“, eine kirchliche Begegnungsstätte für Menschen in Not in Bremen.

Das Wort Diakon stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener“. Schon in der frühen Kirche waren Diakone in der Armenfürsorge tätig. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war das Diakonat in der katholischen Kirche lediglich eine Durchgangstufe für die Priesterweihe. Seit 1968 können auch verheiratete Männer zum ständigen Diakon auf Lebenszeit geweiht werden. Diakone dürfen taufen, trauen, beerdigen und predigen, nicht aber die Messe lesen und Beichte hören.

Kristian Pohlmann ist auf dem Weg, Priester zu werden. Als Kind war er Messdiener in seiner Heimatgemeinde und hat später Aufgaben in der Jugendarbeit übernommen. Er war Gruppenleiter, Lektor, Kantor und Küster und spielt Orgel. Nach dem Abitur hat Pohlmann Theologie in Münster und München studiert. Studienbegleitende Praktika führten ihn in Kirchengemeinden nach Ostfriesland und ins Emsland. Ehrenamtlich engagiert hat er sich in der Suppenküche für Bedürftige bei den Franziskanern in München St. Anna und in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke, der „Casa Mauritz“ in Münster. Im vergangenen Jahr war er drei Monate in Israel, um als Volontär in einem Jerusalemer Pilgerhaus mitzuarbeiten. In seiner Freizeit spielt Pohlmann gerne Orgel, arbeitet im Garten und liest oder schaut gerne Krimis.

Schon während seiner Schulzeit hatte Pohlmann den Wunsch einen Beruf zu wählen, in dem er für Menschen in verschiedenen Altersgruppen und Lebenslagen da sein kann: „Ich möchte für die Menschen da sein, aber nicht als einer, der alle Antworten hat und alles weiß, sondern ich möchte mit der Gemeinde gemeinsam auf dem Weg sein“.

Bilder (Dr. Martina Höhns): Bilder von der Diakonweihe von Kristian Pohlmann am 1. April 2017 in der St. Antonius Kirche in Bremen.

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