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06.05.2011

"Politik ist cool"

Über 120 Kinder beim Wahl-Aktionstag in der Bürgerschaft

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 6. Mai 2011

„Politik ist cool“
Über 120 Kinder und Jugendliche beim Wahl-Aktionstag in der Bürgerschaft

Bremen (mh) „Politik ist cool“. Über diesen Satz an der Pinwand hat sich der Präsident der Bremischen Bürgerschaft Christian Weber besonders gefreut. Der Bürgerschaftspräsident begrüßte über 120 Kinder und Jugendliche der katholischen St. Johannis-Schule und der freien evangelischen Bekenntnisschule, die auf Einladung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und des katholischen Jugendbüros Bremen am 6. Mai zu einem „Wahl-Aktionstag“ in die Bürgerschaft gekommen waren.

Junge Politikerinnen und Politiker der fünf großen Parteien ließen sich befragen und diskutierten die Themen, die den 10- bis 16jährigen Schülerinnen und Schülern auf den Nägeln brannten. Das größte Interesse galt Fragen aus den Bereichen Atomkraft, Bildung, Tierschutz und Umwelt.

So musste sich die 23 jährige Linda Neddermann, Sprecherin der Grünen Jugend Bremen, fragen lassen, ob Wind- und Wasserkraft nicht schädliche Eingriffe in die Natur voraussetzen und ob die Irritation der Zugvögel durch immer mehr Windkraftparks mit dem Tierschutz vereinbar sei. Die Einführung des Biokraftstoffs E-10 wurde von vielen Kindern scharf kritisiert: Wie können wir in Deutschland mit Biosprit Auto fahren, wenn so viele Menschen in der Welt hungern?

Luisa-Katharina Häsler (21), Nils Janßen (25) und Daniel Buljevic (27) von der CDU kritisierten die Bremer Schulpolitik und sprachen sich klar gegen die Einheitsschule aus, weil sie dem unterschiedlichen Förderbedarf der Kinder nicht gerecht werde. Für die neuen Freiwilligendienste, die nach der Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst eingeführt wurden, sollten mehr Anreize geschaffen werden, zum Beispiel eine Bevorzugung bei der Studienplatzvergabe.

Für die SPD wechselten sich die Politiker Kevin Lenkeit (25), Elombo Bolayela (45) und die Juso-Landesvorsitzende in Bremen Sarah Ryglewski (28) beim Wahl-Aktionstag ab. Da die SPD im Land Bremen seit über 60 Jahren Regierungsverantwortung trägt, fiel es den SPD-Vertretern nicht leicht, den Kindern zu erklären, warum Bremen so viele Schulden hat und im Schulvergleich immer auf den letzten Plätzen landet.

Die FDP hatte ihren Pressesprecher Nicolas Scheidtweiler ins Rennen geschickt. Der 34jährige Katholik aus dem Erzbistum Paderborn setzte sich für die Förderung von Schulen in freier Trägerschaft ein, für Bürokratieabbau und die Privatisierung bremischer Unternehmen, wie zum Beispiel der Wohnungsbaugesellschaft Gewoba.

Auf Unverständnis bei den Schülern stieß die Forderung der Linken, Cannabis zu legalisieren. Viel wichtiger war es den Schülern, den Konsum von Alkohol und Zigaretten weiter einzuschränken. Alexander Georg Keckel (29) aus Berlin-Treptow ist 2004 in die PDS eingetreten und lebt seit 2007 in Bremen. Was genau „Links“ bedeute und ob die Partei wirklich den Sozialismus in Deutschland einführen wolle, wurden er und sein Kollege gefragt und blieben eine klare Antwort schuldig.

Christine Geithe vom katholischen Jugendbüro und Jan Christoph Peters vom BDKJ waren von dem Interesse der Jungen und Mädchen an politischen Fragen begeistert. Zum Schluss fanden sich auf der Pinwand in der Bürgerschaft etliche Anregungen und Kommentare, die die Kinder und Jugendlichen im Laufe des Tages aufgeschrieben hatten: „Gemeinsam schuften! Gemeinsam handeln! Gemeinsam verändern!“ war da zu lesen. Auch „Politiker sollten zum Punkt kommen und nicht um den heißen Brei labern“ und „Politiker sollten sich lieber zusammensetzen und gemeinsam eine Lösung finden“.

Bei der Probeabstimmung zum Ende des Wahlaktionstages lagen die Grünen mit 45% klar vorne, gefolgt von der CDU auf Platz zwei mit 30 %. Für Bremer Verhältnisse erstaunlich schlecht landete die SPD mit 11% auf Platz drei. Die FDP nahm mit 5% gerade noch die wichtige Hürde und die Linken erhielten 1% der Stimmen. Die sonstigen Parteien kamen zusammen auf 8%. Aber Sorgen müssen sich die Parteien über die Repräsentativität dieses Wahlergebnisses nicht machen: von den 120 Schülerinnen und Schülern dürfen gerade einmal zehn am 22. Mai mitwählen. Die anderen sind noch unter sechzehn und müssen sich weitere vier Jahre gedulden, bis sie das erste Mal fünf Kreuze für die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft machen dürfen.

Bilder (Martina Höhns)