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14.02.2017

Nachdenklich, mit Zuversicht und immer in Bewegung

10 Jahre St. Raphael im Bremer Osten

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 14.02.2017

Nachdenklich, mit Zuversicht und immer in Bewegung
10 Jahre St. Raphael im Bremer Osten

Bremen (mh) Rechtzeitig zum 10-jährigen Jubiläum war es fertig geworden: das neue Logo des pastoralen Raums St. Raphael im Bremer Osten. Es zeigt zwei stilisierte Figuren. Die größere ist durch einen Flügel als Engel erkennbar. Sie steht „schützend und Mut machend“ neben der kleineren, wie Pfarrer Joachim Dau den gut 200 Gästen beim Jubiläumsempfang am 10. Februar in der St. Thomas-Kirche erklärte. Nicht „Ich weiß, wo es lang geht!“, sondern „Ich stehe hinter dir“ sei die Botschaft des neuen Signets. „Die Gesichter wurden bewusst nicht ausgefüllt, denn jedes einzelne Gemeindemitglied soll der Pfarrgemeinde ein Gesicht geben“, erläutert Dau, der die mit knapp 12.000 Mitgliedern größte katholische Kirchengemeinde in Bremen leitet.

Festredner beim gut besuchten Jubiläumsempfang war Domdechant Monsignore Ansgar Lüttel, der die Situation der katholischen Kirche in Bremen gut kennt. Der ehemalige Personalreferent des Bistums Osnabrück war insgesamt 25 Jahre Seelsorger in Bremen. Von 1997 bis 2008 war er als Propst maßgeblich an der Planung und Gründung der pastoralen Räume beteiligt. Durchaus nachdenklich, aber auch mit Zuversicht skizzierte er in seiner Rede den Weg, der 2007 zur Neustrukturierung der katholischen Gemeindelandschaft in der Hansestadt geführt hatte.

Ausgangspunkt für die Zusammenlegung von Gemeinden war der Priestermangel. Dazu kamen Prognosen zur Entwicklung der Kirchenmitglieder. In einer Stadt wie Bremen, die immer in Bewegung sei, hätten sich schon damals viele Menschen über die Grenzen von Kirchengemeinden hinweg orientiert. „Wir haben uns in der Dekanatspastoralkonferenz und im Stadtpastoralrat gefragt: Was brauchen wir in Bremen?“, erinnert sich Lüttel. Über zwei Jahre habe der Prozess gedauert. „Das war anstrengend, aber auch sehr lebendig und bereichernd“. Für Lüttel macht der neue Begriff „pastoraler Raum“ deutlich: eine Kirchengemeinde steht auf vielen Säulen und das Gesicht von Kirche besteht aus vielen Mosaiksteinchen.

„Selbstkritisch muss ich mich heute fragen, ob wir damals zu priesterzentriert gedacht haben“, gab Lüttel zu bedenken. Heute werde viel stärker über andere Leitungsmodelle nachgedacht. Und auch die Frage, ob die notwendige Beheimatung der Gemeindemitglieder genügend berücksichtigt wurde, treibt den 67-Jährigen um.

Für die Zukunft macht Lüttel seinen Zuhörern Mut: Die Kirche müsse sich immer wandeln. Dazu gehöre die stets neue Frage: „Wer sind die Armen in der Stadt und wer braucht Hilfe?“. In der Liturgie gehe es darum, „sinnliche Gotteserfahrung“ zu ermöglichen: Orte, wo Menschen in Berührung kommen können „mit dem ganz Anderen“. In der Verkündigung sei „auf das zu hören, was die Menschen brauchen, was sie uns zu sagen haben, was Not-wendig ist“, sagte Lüttel. Die ganz persönliche Seelsorge, der Kontakt zu Menschen, die man kennt und denen man vertraut, sei wichtig. Ebenso die ökumenische Zusammenarbeit der verschiedenen Kirchen untereinander und der Dialog mit anderen Religionen.

Annette Prevot, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, nahm die Buchstaben des Wortes „Raphael“ zum Anlass, um über die Situation der Kirchengemeinde nachzudenken. R wie Rückblick, A wie Anfang, P wie Projekt, H wie Herausforderung, A wie Ausblick, E wie Ehrenamtliche und L wie Leitbild. Sie erinnerte daran, wie die Gemeindemitglieder 2007 den neuen pastoralen Raum als Pilger erkundet haben. Es gibt ein neues Liederbuch und das Siegel „faire Gemeinde“. Projektchöre finden sich anlassbezogen zusammen.

„Die Balance halten zwischen den Besonderheiten der einzelnen Kirchenstandorte und dem Gemeinsamen im pastoralen Raum“, darin sieht Prevot eine besondere Herausforderung. Es gelte an Bewährtem festzuhalten, Neues auszuprobieren, nicht mehr Passendes loszulassen und mutig voranzugehen. Prevot dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise in der Kirchengemeinde engagieren. Heiko Biegler an der Klarinette und Elisabeth Hunold-Lagies am Klavier sorgten dafür, dass der Jubiläumsempfang auch musikalisch ein voller Erfolg wurde.

Nicht nur Gemeindemitglieder waren zum Jubiläum in die St. Thomas-Kirche in Blockdiek gekommen. Unter den gut 200 Gästen waren auch Repräsentanten der Ortsämter und Stadtteilbeiräte, wie Uwe Jahn, Beiratssprecher Hemelingen, und Ulrich Schlüter, Leiter des Ortsamtes Osterholz. Geistliche der evangelischen Nachbargemeinden, wie Pastor Dr. Bernd Kuschnerus und Pastor Tilman Gansz-Ehrhorn von der evangelischen Melanchthon-Gemeinde und den Brückengemeinden gehörten ebenso zu den Gratulanten wie Sonja Glasmeyer vom Katholischen Gemeindeverband und Caritasdirektor Martin Böckmann. Die Birgittenschwestern aus dem Schnoor, die vor Fertigstellung ihres Klosters in St. Thomas Unterkunft gefunden hatten, waren fast vollzählig erschienen. Und auch Vertreter verschiedener Pflegeeinrichtungen, der Krankenhausseelsorge, von Kitas, Schulen und Ordensgemeinschaften sowie zahlreiche aktive und ehemalige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen feierten mit.

Vor zehn Jahren, zum 1. Januar 2007 wurde der pastorale Raum St. Raphael gegründet. Er umfasst heute die Kirchenstandorte St. Antonius in Osterholz, St. Godehard in Hemelingen, St. Hedwig mit der Kapelle St. Laurentius in der Vahr und St. Thomas in Blockdiek. Mit dazu gehören auch katholische Einrichtungen auf dem Territorium der zugehörigen Stadtteile wie die Kitas St. Hedwig und St. Thomas, die St.-Antonius-Schule, die Krankenhausseelsorge im Klinikum Bremen-Ost und das Caritas-Haus St. Laurentius.

Die katholische Kirchengemeinde St. Raphael hat für das Jahr 2017 ein umfangreiches Jubiläumsprogramm geplant: jeder 10. Tag im Monat wird auf eine besondere Art begangen. Am Freitag, den 10. März stehen „Stationen aus dem Buch Tobit“ in St. Hedwig auf dem Programm. Ein „Geistlicher Tag“ mit Andrea Schwarz wird am Montag, den 10. April von 11 Uhr bis 17 Uhr in St. Godehard angeboten. Die Gruppenleiterrunde lädt zum Geocaching ein am Mittwoch, den 10. Mai, abends in St. Hedwig. DJ Raxx legt am Sonnabend, den 10. Juni abends im Haus am Park auf. Obstsalat und andere Leckereien bietet die Kita St. Thomas am Montag, den 10. Juli ab 10.00 Uhr an. Das Laurentiusfest beginnt am Donnerstag, den 10. August um 16 Uhr in St. Laurentius. Zum Gemeindefest für alle lädt St. Antonius ein für Sonntag, den 10. September von 11 Uhr bis 16 Uhr. Eine Fahrt nach Rom steht in den Herbstferien vom 5. bis 13. Oktober an. „Bühne frei“ heißt es am Freitag, den 10. November um 19 Uhr bei einem Theaterabend in St. Godehard. Das festliche Abschlusskonzert des Jubiläumsjahres findet am Sonntag, den 10. Dezember um 17 Uhr in St. Hedwig statt. Mehr Informationen auf www.raphael-bremen.de.

Bilder (Ansgar Pusch): St. Raphael feiert 10-jähriges Jubiläum: Empfang am 10. Februar in der St. Thomas-Kirche in Blockdiek.