Aktuelle Mitteilungen

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21.03.2017

Bilder: oben: Aktionsplakat Misereor, unten: (v.l.): Djibrillou Koura, Leiter der Misereor-Partner-Organisation Diobass, Dr. Regina Wildgruber, Bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche im Bistum Osnabrück, Britta Brinkmann, Dolmetscherin (Foto: Christoph Brüwer)

Hilfe für Bauern in Burkina Faso

Misereor-Gast Djibrillou Koura besucht Bremen

„Die Welt ist voller guter Ideen. Lass sie wachsen“: das ist das Motto der deutschlandweiten Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor in diesem Jahr.  Die Fastenaktion 2017 stellt Menschen in den Mittelpunkt, die in Burkina Faso, am Rande der Sahelzone, ideenreich und mit neuen Methoden höhere Einkommen erwirtschaften und damit die Ernährung und Versorgung für sich und ihre Familien sicherstellen. Im Rahmen der Aktion war Djibrillou Koura am 20. März in Bremen in der St.-Johannis-Schule zu Gast, um über Menschen und Projekte in seinem Heimatland Burkina Faso zu sprechen. Die Schule unterhält seit 45 Jahren eine Partnerschaft mit dem westafrikanischen Land, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört.

Dr. Regina Wildgruber, Bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche im Bistum Osnabrück, war mit Koura nach Bremen gereist. Sie erklärte den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung des Bildes auf den Plakaten zur Misereor-Fastenaktion 2017, das ein afrikanisches Kind mit einer umgedreht getragenen Sonnenbrille zeigt. Dieses Foto symbolisiere den Perspektivwechsel, zu dem die Fastenaktion beitragen wolle. In Europa werde Afrika häufig nur als ein Kontinent der Katastrophen betrachtet, oder mit naivem Optimismus gesehen. „Wenn sie nicht gerade Fußball spielen, dann trommeln sie“, beschrieb Wildgruber das Afrika-Bild mancher Europäer.

Übersetzt von Dolmetscherin Britta Brinkmann erklärte Djibrillou Koura, dass die Menschen in Afrika viele gute Ideen haben, die gefördert werden. Dies sei die Aufgabe der Organisation „Diobass“, die Koura seit 2006 leitet. Der Fachmann für ländliche Entwicklung zeigte den knapp 30 Schülern der Geographie-Leistungskurse des 12. Jahrgangs ein typisches Bild eines Feldes in der Sahelzone, zu der auch der Norden Burkina Fasos gehört. Es gibt nur zwei große Jahreszeiten, eine Regenzeit und eine Trockenzeit. In der Regenzeit zwischen Juni und September könne das viele Wasser nicht in die Erde eindringen, sondern fließe oberflächlich ab und spüle die Nährstoffe weg. Der Klimawandel verschlimmere die Situation noch, da die Jahreszeiten schwerer einschätzbar und extremer aufträten.

Koura berichtete, dass 80 Prozent der Bauern ihre Felder ohne Hilfe von Maschinen bestellen müssten. Diese harte Arbeit bringe aufgrund von Schädlingen, Unkraut und Krankheiten bei den Tieren trotzdem wenig Ertrag ein. Er zeigte das Bild einer kranken und abgemagerten Kuh, und fragte wie das Vorgehen in Deutschland sei. „Man ruft einen Tierarzt“, war die selbstverständliche Antwort der Schüler. In Burkina Faso hätten die meisten Menschen nicht die finanziellen Mittel, um die Behandlung durch einen Tierarztes zu bezahlen, erklärte Koura. Die Bauern versuchten deshalb, selbst Lösungen für die Probleme zu finden. Die Organisation „Diobass“ unterstütze die Bauern bei ihrer Forschung und systematisiere die Ergebnisse, um sie weitergeben zu können. Nach vier Jahren eigener Forschung sei es Bauern etwa gelungen, eine häufige Krankheit der Kühe mit einem selbst hergestellten, natürlichen Mittel heilen zu können.

Auf die Frage der Schülergruppe beschrieb Koura wie sich Diobass finanziert. Der Grundstock werde durch Mitgliedsbeiträge bestritten, der Rest komme von verschiedenen Partnern, wie beispielsweise Misereor, oder durch Spenden wie die der St.-Johannis-Schule.

Die katholische St.-Johannis-Schule im Bremer Schnoor veranstaltet in diesem Jahr bereits zum 45. Mal eine Burkina-Faso-Woche. Vom 27. März bis zum 1. April werden mit einem bunten Aktionsprogramm Spenden für Partnerprojekte der Schule in Burkina Faso gesammelt.

Bremen (cb) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 21.03.2017