Aktuelle Mitteilungen

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als was du mir schenkst.

Hl. Katharina von Siena

17.12.2015

V.r.: Anja Stahmann, Sonja Glasmeyer, Georg Schulte / Fotos: Kath. Gemeindeverband - Christoph Brüwer

Fotos: Presseref. Soziales

Flüchtlinge beziehen St. Benedikt Kirche

Übergabe der Einrichtung mit Vertretern der Gemeinde und Senatorin Anja Stahmann

 

Erstmals in der aktuellen Flüchtlingsbewegung hat eine Kirchengemeinde in Bremen ihr Gotteshaus umgebaut, um Platz für die Aufnahme von Flüchtlingen zu schaffen. Sozialsenatorin Anja Stahmann hat die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus in Woltmershausen heute (17. Dezember 2015) besucht, um sich vor Ort ein Bild von der Unterkunft in der St. Benedikt Kirche zu machen. Die Gemeinde stellt das Gotteshaus in der Butjadinger Straße vorerst für ein Jahr als Wohn- und Lebensraum zur Verfügung. Die Gottesdienste werden während dieser Zeit im Gemeindesaal gefeiert.

„Dass wir in der derzeitigen Situation helfen, ist für uns als Kirche selbstverständlich“, sagte der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Franziskus, Johannes Sczyrba, beim Presserundgang zur Eröffnung der Notunterkunft. Die Gemeinde sei sehr offen und freue sich schon auf das Eintreffen der Flüchtlinge: „Ich hoffe nun auf viele gute Begegnungen zwischen den Gemeindemitgliedern und den Flüchtlingen. Wir geben unsere Räumlichkeiten eben nicht einfach auf, sondern bleiben präsent. Darin sehen wir auch einen wichtigen Beitrag zur Integration.“

Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport bedankte sich bei der Gemeinde und dem Katholischen Gemeindeverband für die Unterstützung: „Ich war ganz gerührt, als ich erfahren habe, dass die Gemeinde hier zusammenrückt, um Platz zu machen für Menschen, die bei uns Schutz suchen. Das ist gelebte Nächstenliebe.“ Dabei dankte sie ganz besonders, dass die Kirchengemeinde das 330 Quadratmeter große Gotteshaus kostenfrei zur Verfügung stellt. „Das war für mich keineswegs selbst-verständlich, und ich find’s eine tolle Geste.“

Insgesamt werden in den kommenden Tagen 40 muslimische Flüchtlinge, überwiegend alleinstehende Männer, in das Kirchengebäude einziehen. Sonja Glasmeyer vom Katholischen Gemeindeverband spricht dabei die Rolle des christlichen Gotteshauses als Unterkunft an: „Uns war es ganz wichtig, dass die geflüchteten Menschen sich frei entscheiden können, ob sie in einer katholischen Kirche wohnen möchten.“ Tatsächlich gab es im Vorfeld des Umzugs aus der Turnhalle Roter Sand Diskussionen unter den Flüchtlingen über diese Frage: „Aber auch aus religiöser Sicht hat sich das für die künftigen Bewohner sehr schnell geklärt“, sagte Senatorin Anja Stahmann. „Jesus gehört für die Muslime zu den Propheten, da sind die künftigen Bewohner ganz entspannt.“

In Bremen ist St. Benedikt die erste Kirche, die als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt wird. In Pfarrwohnungen und Gemeindezentren wohnen Flüchtlinge allerdings schon länger, und viele Gemeinden engagieren sich beim ökumenischen Verein Zuflucht oder als Freiwillige rund um bestehende Gemeinschaftsunterkünfte. „Das ehrenamtliche Engagement unserer Gemeindemitglieder im Bereich der Flüchtlingsarbeit ist groß“, sagte Sonja Glasmeyer.

Ohne Tischlermeister Georg Schulte allerdings hätten die Flüchtlinge in den Kirchenbau nicht einziehen können. Er hatte mit seinem Team der Firma A + W aus Sögel seit dem 2. Dezember „sehr, sehr viele Überstunden eingelegt, damit der Umbau rechtzeitig fertig wird“, betonte Senatorin Stahmann. Und der 55-Jährige Tischlermeister ergänzte: „Wir hatten uns vorgenommen, dass bis Weihnachten alles fertig ist und ich mit gutem Gewissen unterm Tannenbaum sitzen kann. Das haben wir geschafft.“

Die konkrete Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge in der Gemeinde übernimmt die Caritas. Caritasdirektor Martin Böckmann: „Wir konnten durch die anderen von uns betreuten Flüchtlingseinrichtungen bereits Erfahrung sammeln, St. Benedikt ist für uns allerdings etwas Besonderes. In der Kirche gibt es seit fast 50 Jahren karitatives Engagement der Gemeindemitglieder und ich sehe es als Chance, dass wir an diesem Ort Hilfe für Menschen in Not anbieten können. Erste Angebote werden derzeit erarbeitet – in Zusammenarbeit von Gemeindemitgliedern und Caritas, die die Flüchtlinge begleitet.“

„Die Sporthalle an der Oberschule Roter Sand können wir demnächst wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stellen“, sagte Senatorin Stahmann. Die Flüchtlinge ziehen entweder um in die Kirchengemeinde St Franziskus oder in die Notunterkunft auf dem Brinkmann-Gelände in Woltmershausen. Nach der Columbushalle im Bremer Westen und einer Schulsporthalle in der Vahr ist dies die dritte Halle, die zurzeit nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wird.

Hintergrundinformation

Ab 17.12.2015 beziehen Flüchtlinge die neue Notunterkunft in der St. Benedikt Kirche in Woltmershausen. Die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus stellt das Gotteshaus in der Butjadinger Straße vorerst für ein Jahr für 40 Flüchtlinge zur Verfügung. Während dieser Zeit werden die Gottesdienste im Gemeindesaal gefeiert. Träger der Einrichtung ist der Caritasverband Bremen.

Am 2. Dezember 2015 haben die Umbauarbeiten in der St. Benedikt Kirche begonnen, die 1966 von dem Bremer Architekten Karl-Heinz Bruns gebaut wurde. Die Umbauarbeiten wurden von der Firma A + W Bildungszentrum - Sozialwerk der KAB/CAJ e.V. aus Sögel ausgeführt, in der auch langzeitarbeitslose Jugendliche und Flüchtlinge mitarbeiten.

Altar, Taufbecken, und Ambo bleiben an ihrem Standort und wurden mit Folie bedeckt und mit Holzplatten umbaut. Die Kirchenfenster und das große Kreuz bleiben im Kirchengebäude, der Kreuzweg wurde aus praktischen Gründen abgehängt. In dem rund 330 qm großen Kirchenschiff wurden private Bereiche für Familien und Einzelpersonen in einer Größe von 20-25 qm mit Stellwänden abgetrennt, um den Innenraum wohnlich zu gestalten.

Im Innenhof zwischen Kirchengebäude und Pfarrheim sind zwei Sanitärcontainer mit jeweils drei Duschen und zusätzlichen Toiletten aufgestellt worden. Zudem wird das Pfarrheim zur Verfügung gestellt mit Toiletten, Teeküche (33 qm), Büro (27 qm) und Gruppenraum (44 qm), der als Speisesaal genutzt werden soll. Die notwendigen Waschmaschinen und Trockner werden in einem separaten Raum im Keller des Pfarrheims untergebracht. Zur Pfarrei St. Franziskus gehören 9261 Mitglieder (Stand 1.7.2015) und die Kirchenstandorte St. Pius (Willakedamm 6), St. Benedikt (Butjadinger Str. 70), St. Hildegard (Alfred-Faust-Str. 45) und Herz-Jesu-Kapelle (Kornstraße 371). Pfarrer ist seit 2013 Johannes Sczyrba.

An dem Presserundgang am 17.12. um 10.30 Uhr in der St. Benedikt Kirche haben teilgenommen:
Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport.
Sonja Glasmeyer, Geschäftsführerin des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen und des Katholischen Büros Bremen.
Pfarrer Johannes Sczyrba, Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus, zu der die St. Benedikt Kirche gehört.
Martin Böckmann, Caritasdirektor Bremen.
Georg Schulte, Tischlermeister bei der Firma A + W Bildungszentrum - Sozialwerk der KAB/CAJ e.V. aus Sögel.

Pressemitteilung vom 17. Dezember 2015
Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

 

Bremen (cb) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 02.12.2015.

Voraussichtlich ab Mitte Dezember wird die St. Benedikt-Kirche in Woltmershausen als Notunterkunft für rund 40 Flüchtlinge bereitstehen. Darauf haben sich die Behörden mit der katholischen Kirche in Bremen geeinigt. Die Nutzungsdauer ist für ein Jahr vorgesehen. Die Gemeindemitglieder feiern ihre Gottesdienste während dieser Zeit im Gemeindesaal.

Heute (2. Dezember) haben die Umbauarbeiten in der Kirche begonnen. Altar, Taufbecken und Ambo bleiben an ihrem jetzigen Standort und werden mit Folie bedeckt und mit Holzplatten umbaut. Die Umbauarbeiten werden von der Firma A + W Bildungszentrum - Sozialwerk der KAB/CAJ e.V. aus Sögel ausgeführt. Private Bereiche für Familien und Einzelpersonen werden mit Stellwänden abgetrennt, um den Innenraum wohnlich zu gestalten. Im Innenhof zwischen Kirchengebäude und Pfarrheim werden zwei Sanitärcontainer mit jeweils drei Duschen und zusätzlichen Toiletten aufgestellt.

Die St. Benedikt Kirche gehört zur Pfarrei St. Franziskus. Pfarrer ist seit 2013 Johannes Sczyrba.

Einige Berichte über die Umnutzung der Kirche finden Sie hier:

Welt.de vom 17.12.2015

Focus-Online vom 17.12.2015

RP-Online vom 17.12.2015

Weser Kurier Online vom 17.12.2015

FAZ-NET vom 17.12.2015

Bild de vom 17.12.2015

Buten un Binnen vom 17.12.2015

buten un binnen vom 12.12.2015

Buten un Binnen vom 02.12.2015

Bild Online vom 02.12.2015

Weser Kurier vom 13.11.2015 

Sat1 Regional vom 12.11.2015

Radio Bremen vom 06.11.2015

Weser Report vom 28.10.2015