Aktuelle Mitteilungen

Aktuelle Mitteilungen

Ich kann nichts anderes geben,

als was du mir schenkst.

Hl. Katharina von Siena

14.09.2017

v.l.n.r.: Holger Albers, Hildegard Lülsdorf, Bernhard Siepker, Angelika Albers, Winfried Gather / Fotos: Kath. Gemeindeverband - Dr. Martina Höhns

Fair teilen statt sozial spalten“

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung wirbt für garantiertes Grundeinkommen

Bremen (mh) „Das Grundeinkommen ist die einzige Möglichkeit, den flexiblen Menschen in der neuen Arbeitswelt angemessen abzusichern“: So lautete das Fazit von Hildegard Lülsdorf und Winfried Gather nach ihrem Vortrag zum garantierten Grundeinkommen. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bremen hatte die Fachleute von der KAB im Erzbistum Köln am Samstag, den 9. September nach Bremen eingeladen. Vor über 50 Teilnehmern stellten sie das KAB-Modell eines garantierten Grundeinkommens vor.

In seiner Begrüßung hatte Bernhard Siepker, Vorsitzender des KAB-Bezirksverbands Bremen, eingeräumt, dass die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens für viele Menschen gewöhnungsbedürftig sei: „Die in Deutschland weitverbreitete Gerechtigkeitsvorstellung ist ‚Wer viel einzahlt, soll viel rausbekommen‘“. Aber angesichts veränderter Arbeitsbedingungen und Erwerbsbiografien drohe in Zukunft vielen Menschen eine Rente auf oder unter Hartz-IV-Niveau. Das Grundeinkommen könne den Menschen die Angst vor der Armut nehmen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben garantieren.

Das sahen auch Hildegard Lülsdorf und Winfried Gather so:  Das garantierte Grundeinkommen sei Teil eines neuen Gesellschaftsmodells. „Fair teilen statt sozial spalten“, darum müsse es in Zukunft gehen. Die Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts mit Normalarbeitsplätzen, sicherer Rente und Familienernährermodell existiere nicht mehr. Zunehmen würde hingegen der Wert unbezahlter Arbeit, zum Beispiel in Familie und Ehrenamt.

Das KAB-Modell sehe einen individuellen Rechtsanspruch für alle in Deutschland lebenden Menschen für ein Grundeinkommen in Höhe von 823 Euro für Volljährige und 515 Euro für Kinder vor. Hinzu kämen Wohngeld, staatlich finanzierte Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und Hilfen in besonderen Lebenslagen. Die fünf Säulen der Sozialversicherung sollen erhalten bleiben. Finanziert würde das Grundeinkommen durch den Wegfall bisheriger Fürsorgeleistungen, weniger Bürokratie und einen Umbau des Steuersystems.

Die KAB-Referenten waren überzeugt: ein Grundeinkommen entspricht den Prinzipien der Katholischen Soziallehre von Personalität, Gemeinwohl, Solidarität und Subsidiarität und wäre ein wichtiger Meilenstein in Richtung einer „ökosozialen Marktwirtschaft“.

Die Veranstaltung und der abschließende Gottesdienst in der St. Bonifatius-Kirche wurden von Angelika und Holger Albers mit der KAB Bremen vorbereitet und organisiert.

Bild (Martina Höhns): von links nach rechts Holger Albers, Hildegard Lülsdorf, Bernhard Siepker, Angelika Albers, Winfried Gather.

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 14.09.2017