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1 Thess 5,21

31.01.2017

Foto (Christoph Brüwer): Treppe im Rosenak-Haus

Erinnern um der Gegenwart und der Zukunft Willen

Shoah-Gedenken von Pax Christi im Rosenak-Haus

In der Gedenkstätte im Kellergewölbe des Rosenak-Hauses erinnerte die Bremer Gruppe der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi am 30. Januar an die Opfer der Shoah.

Dr. Richard Goritzka, Mitglied der Pax Christi Gruppe in Bremen erklärte in der Einleitung, dass der Blick beim diesjährigen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus auf der Wannseekonferenz liege. Sie sei Sinnbild für den kaltblütigen, bürokratischen Holocaust. In Bezug auf das Motto des Shoah-Gedenkens in Bremen, „Schweigen ist verboten. Sprechen ist unmöglich“, betonte Goritzka die Bedeutung von Erinnern: „Erinnern wir uns, um der Gegenwart und der Zukunft Willen.“

Im Wechsel mit musikalischen Einspielern lasen die Veranstalter Goritzka, Johannes Gebbe, Andreas Egbers-Nankemann und Rainer Apeldorn bewegende Tagebuch-Einträge und literarische Zeugnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus vor. In den Texten beschrieben die Autoren, wie die Teilnahme am Alltagsleben für Juden schrittweise eingeschränkt wurde. Die Gedenkveranstaltung endete mit dem gemeinsamen Gebet des Psalms 88. Seit 18 Jahren veranstaltet Pax Christi jährlich ein Shoah-Gedenken in Bremen.

Das Rosenak-Haus diente der jüdischen Gemeinde in Bremen als Gemeindehaus und Synagoge bis es während der Novemberprogrome 1938 zerstört wurde. Nur das Kellergewölbe blieb erhalten und wird seit 2007 als Erinnerungsort genutzt. Benannt wurde das Haus nach dem ersten Rabbiner in Bremen, Leopold Rosenak.

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager in der südpolnischen Stadt Auschwitz (Oswiecim) bei Krakau durch sowjetische Truppen befreit. Hier wurden zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen umgebracht, die meisten von ihnen Juden. Seit 1996 wird in Deutschland am 27. Januar offiziell der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. 2005 beschloss auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN), den Tag international zum Holocaust-Gedenktag zu machen.

Pax Christi ist eine internationale ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist. In der Tradition der Friedenslehre des Zweiten Vatikanischen Konzils macht sie das Friedenszeugnis der Kirche deutlich und sucht das Gespräch mit anderen religiösen Traditionen.

Bremen (cb) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 31.01.2017