
Der kfd-Bundesverband startete am 26. November 2010 in Zusammenarbeit mit kfd-Diözesanverbänden, unter anderem mit dem Diözesanverband Osnabrück, das Modellprojekt "Junge Frauen".
Es geht darum, mit neuen Methoden und Ansätzen junge Frauen für die kfd-Arbeit anzusprechen und die in den kfd-Diözesanverbänden geplanten Aktivitäten zur Werbung von Verbandsnachwuchs zu ergänzen.
Mehr dazu auf der Seite des Bundesverbandes.

Der kfd-Bremen fehlt es – wie vielen Verbänden auch – an Nachwuchs. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Neu aber ist das Modellprojekt „Junge Frauen“ an dem sich ein Arbeitskreis der kfd-Bremen beteiligt.
„Ausgangspunkt aller Überlegungen sind die Interessen und Bedürfnisse der Frauen, die Sie ansprechen wollen, nicht das Rekrutierungs- und Selbst-erhaltungsinteresse Ihres Verbandes.“ Diese These der Organisationsberaterin Sabine Wißdorf, auf der Auftaktveranstaltung im Juni 2011 in Fulda, war und ist der Leitgedanke des Arbeitskreises in Bremen.
So entstanden die QuartalsFrauen!
Ein Angebot für Frauen, die in Gemeinschaft mit anderen Frauen etwas unternehmen wollen aber keine Zeit oder keine Lust auf monatliche, feste Termine haben.
Eine Taschenlampenführung durch die Ausstellung "Vodou - Kunst und Kult aus Haiti" im Überseemuseum mit anschließendem Zauberdrink!
"Nachts im Museum" – ist ein Film mit Ben Stiller in der Hauptrolle als Museums-Nachtwächter. Im Film hat Ben Stiller alle Hände voll zu tun mit Ausstellungsstücken die lebendig werden und durch die Räume geistern.
Vielleicht war die Angst vor plötzlich sich bewegenden Vodou-Puppen der Grund, dass sich nur 14 von möglichen 20 Frauen am Donnerstag, 9. Februar, um 18:00 Uhr im Foyer des Überseemuseums eingefunden hatten?
"Vodou - ist das katholisch?" unter diesem Motto startete das neue Pojekt "QuartalsFrauen" der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands in Bremen.
Dorothee Wunder, vom Überseemuseum, begrüßte die 14 Frauen und teilte noch weitere Taschenlampen aus, damit etwas mehr Licht ins Dunkel der Räume gebracht werden kann, die durchaus ihre Gefahren haben, allerdings weniger von den Ausstellungstücken ausgehend.
Nach einer Einführung in die Geschichte Haiti's führt Frau Wunder die Gruppe zum "poto mitan", einem Stamm, der in keinem Vodou-Tempel fehlt. An ihm steigen die Gottheiten und Geister hinab, um an den Zeremonien teilzunehmen.
Immer wieder lässt Dorothee Wunder die Frauen bei bestimmten Figuren und Bannern raten, welcher Heilige der christlichen Religionen für den Vodou-Kult umgewidment wurde. Auf diese Weise konnten die Einheimischen trotz der Zwangsmissionierung ihren Volksglauben bewahren und pflegen.
Die Führung im Dunkeln ist auch für Frau Wunder eine Herausforderung. Im Dunkeln zählt nur die Stimme, sie kann an der Mimik nicht ablesen ob die Gruppe interessiert oder gelangweilt ist. Bei dieser Gruppe ist das jedoch kein Problem, denn die Frauen scheuen sich nicht Fragen zu stellen und erfahren, dass die etwas unheimlich aussehenen Jab's Geister sind. Diese sind aber nicht grundsätzlich böse. Im Vodou-Glauben gibt es keine Geister die nur gut oder böse sind. Jeder Jab beinhaltet Beides, die Kunst ist das Gute und das Böse im Gleichgewicht zu halten.
Das kommt den Frauen bekannt vor, wie auch die vielen Marien-Darstellungen.
Weniger bekannt sind dagegen Meister Mitternacht, der über die Straßen von Haiti wacht und die großen, reich verzierten Spiegel. Sie zeigen dem Vodou-Anhänger seine verborgene Seite und auch die Zukunft soll man durch die Spiegel sehen können. Doch dafür braucht frau viel Übung und Anleitung eines erfahrenen Vodou-Priesters.
Nach einer Stunde, die Frau Wunder etwas ausgedehnt hatte, waren alle Frauen wieder wohlbehalten im Foyer und die Ausstellungsräume konnte abgeschlossen werden. Die Vodou-Geister konnten sich aus ihrer starren Haltung lösen.
Beim anschließenden Zauberdrink tauschten sich die Frauen über das neu gehörte aus und stellten fest, dass ihr Vodou-Wissen auf Klischees und Hollywood Bildern beruhte. Dass diese Kultur aus Haiti aber so facettenreich und mit dem christlichen vermischt ist, war erstaunlich und beeindruckend. Einige hatten den festen Vorsatz die Ausstellung im "Tageslicht" noch einmal zu besuchen und zu vertiefen.
(Text und Bilder: Suzana Muthreich)
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