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Die katholische Kirche

 

Katholische Kirche, was ist das?

Zum Katholischwerden?

w.t. In Bremen gab es bis weit ins 20. Jahrhundert hinein das Sprichwort: „Das ist ja zum Katholischwerden“. Das war nicht ernst gemeint, sondern zum Lachen. Es spiegelte eine gehörige Portion an Vorurteilen wider, so wie man sie in Köln oder Bayern den Protestanten gegenüber pflegte.

Das war eine Folge der Reformation wie des Westfälischen Friedens. Letzterer versagte in dem Bemühen, die beiden Kirchen wieder zu einer zusammenzuführen. Er wählte daher den Ausweg und bildete konfessionell sortierte Länder nach dem Motto: „cujus regio, ejus religio“.

Die hanseatischen Vorurteile haben sich, Gott sei Dank, in dem letzten fünf Jahrzehnten verflüchtigt, so dass obiges Sprichwort kaum noch bekannt ist. Das ist Männern wie dem evangelischen Schriftführer, Pastor D. Günter Besch, und dem katholischen Propst, Msgr. August Sandtel, zu verdanken. Die gingen unkompliziert auf einander zu und knüpften erste ökumenische Kontakte.

Man hat in Bremen seither gelernt, mit der katholischen Minderheit zu leben. Ja, es ist vermutlich nicht übertrieben, wenn man behauptet, man hat sich gegenseitig nicht nur kennen, sondern schätzen gelernt.

Der beste Beweis für den freundschaftlichen Umgang mit einander ist der gemeinsame Internetauftritt der beiden Kirchen. So etwas ist in Deutschland noch nicht allgemein üblich.

 


Papst Benedikt XVI

Was ist katholisch?

Da in der Ökumene im Augenblick viel von den Profilen die Rede ist, sei hier versucht, das Profil der römisch-katholischen Kirche ganz grob zu skizzieren:

„Bei aller Wandlung von Formen und Strukturen ist die Kirche wirklich so etwas wie ein Fels geblieben. In der Kirche finden Menschen Gemeinschaft, die ansonsten im Leben des Alltags oft gar nicht zusammenfinden würden“, so Karl Kardinal Lehmann, der Bischof von Mainz und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Der Kardinal spielt damit auf die Gründung der Kirche durch Jesus Christus an. Er verhieß dem Petrus nämlich laut Neuem Testament: „Du bist Petrus, das heißt Fels, auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“.

Die Kirche ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich durch die Taufe der Nachfolge Christi verschrieben haben. Wegweiser auf dem Pfad der Nachfolge sind die 10 Gebote des Volkes Israel, das Leben Jesu, die Tradition der ersten christlichen Jahrhunderte und die drei Grundpfeiler der Kirche; Liturgia, Diakonia und Martyria.

Das heißt: Die Kirche ist eine Glaubens- und Werte-, eine Dienst- und Zeugnisgemeinschaft.

Christen treffen sich sonntags - aber auch alltags - in ihren Kirchen zur Feier des Gottesdienstes in Erinnerung an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern am Gründonnerstag feierte.

Sie üben sich in der Nächstenliebe, getreu dem von Jesus aus dem Alten Testament übernommenen und bestärkten „erstem Gebot“: „Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben von Deinem ganzen Herzen und Deinen Nächsten wie Dich selbst“. Es kommt das weitere Jesuswort hinzu: „Was Ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, habt Ihr mir getan“.


St. Willehad vom Bremer Ratsgestühl

Und Christen legen in Wort und Tat Zeugnis ab von der Frohen Botschaft vom menschenfreundlichen Gott, notfalls bis zum eigenen Tod. Wie sagte doch Jesus? „Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria und bis an die Grenzen der Erde.“

Diese Prophezeiung ist inzwischen Wirklichkeit geworden, denn die katholische Kirche ist heutzutage ein wirklicher global player mit Mitgliedern in aller Herren Länder. Sie versuchen dort im Geiste Jesu zu wirken, eingedenk der Tatsache, dass sie schwache Menschen sind. Die Theologie kennt dafür den Begriff „Sünder“. Das ist jedoch kein Hinweis darauf, den Kopf hängen zu lassen, sondern er besagt vielmehr, dass der Mensch in der Lage ist, sich nach einem Fall wieder aufzurappeln und in der Nachfolge Jesu fortzufahren. Er muss nur wollen.

 

 

Was ist was in der katholischen Kirche?

Die Struktur des global players namens katholische Kirche, ist in der Nachfolge der 12 Apostel bischöflich angelegt.

Die Basis bilden die Pfarrgemeinden vor Ort. Sie sind wiederum in Dekanate, gleich Kirchenkreise, zusammengefaßt. Der gewählte Vorsitzende ist der Dechant. In Bremen ist dieses Amt immer mit dem Amt des Propstes von St. Johann verbunden. Propst kommt von praepositus und heißt Vorsitzender.

Mehrere Dekanate bilden ein Bistum oder eine Diözese. An deren Spitze steht ein Bischof. Er ist nach Lehre der katholischen Kirche der Nachfolger eines Apostels.

Mehrere Bistümer bilden eine Kirchenprovinz. Deren Vorsteher heißt Metropolit oder auch Erzbischof.

Der Oberste Hirte der katholischen Kirche ist der Bischof von Rom und Nachfolger des Heiligen Petrus, der Papst. Augenblicklich ist das Papst Benedikt XVI., bekanntlich zuvor der deutsche Theologe Josef Kardinal Ratzinger.

In ihm sieht die römisch-katholische Kirche den „Stellvertreter Jesu Christi“, aber auch den „Diener der Diener Gottes“.

 


Propsteikirche St. Johann.


Propst Dr. Martin Schomaker vor der St.-Franziskus-Statue von Gerhard Bücker.

 

Und die katholische Kirche in Bremen?

In der Freien Hansestadt Bremen gibt es drei Dekanate:

1. Das Dekanat Bremen. Es umfasst das Gebiet der Stadt Bremen südlich der Lesum.

2. Das Dekanat Bremen-Nord . Es wird gebildet von den Gemeinden nördlich der Lesum sowie einigen niedersächsischen Nachbarpfarreien.

3. Das Dekanat Bremerhaven. Es besteht aus der Stadt Bremerhaven sowie den Umlandgemeinden bis Cuxhaven.

Das Dekanat Bremen gehört zum Bistum Osnabrück, die Dekanate Bremen-Nord und Bremerhaven hingegen zum Bistum Hildesheim.

Die Bistümer Osnabrück und Hildesheim bilden mit dem Erzbistum Hamburg die norddeutsche Kirchenprovinz.

Im Juli 2008 lebten in Bremen Stadt und Nord unter den 547 769 Einwohnern 62 409 Katholikinnen und Katholiken. Das sind 11,39% der Bremer.

Dass die katholische Kirche eine Weltkirche ist, spiegeln ihre Mitglieder wieder: Im Dekanat Bremen sind Gläubige aus 121 Nationen zum Lobe Gottes vereint.

Zusammen mit den 234 738 evangelischen Schwestern und Brüdern stellen wir Christen in Bremen Stadt und Nord noch eine knappe Mehrheit von 54,24% der Bevölkerung. Das verpflichtet: Denn nur gemeinsam sind wir stark.

Im Gebiet der Stadt Bremen gibt es 5 katholische Pfarreien bzw. pastorale Räume. Da dieser Auftritt vom Katholischen Gemeindeverband in Bremen verantwortet wird, können Sie nur diese Gemeinden in diesem Internetauftritt näher kennen lernen.

 

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Selbstverständlich können, dürfen und sollen Sie ihre Fragen stellen, im Referat für Öffentlichkeitsarbeit oder sonstwo. Wir bemühen uns, diese möglichst schnell zu beantworten. Also: Ran an die Tasten!

Noch besser: Sie schauen im AtriumKirche, Hohe Str. 7, persönlich vorbei und informieren sich dort live.

Die Adressen beider Einrichtungen finden Sie in diesem Auftritt.

Und wo bleibt die Ökumene?

 Wie gut die Beziehungen sind, mögen Sie daran absehen, dass beide Kirchen in Bremen einen gemeinsamen Internetauftritt haben. Beide Kirchen arbeiten mit anderen christlichen Konfessionen in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen zusammen. Und Propst Ansgar Lüttel sitzt beispielweise im Vorbereitungskomitee des Evangelischen Kirchentags 2009 in Bremen. Das, was zusammen getan werden kann, wird man auch weiter tun, wohl wissend, dass der Weg zur Einheit der Kirche kein Spaziergang ist, sondern ernsthafter theologischer Bemühungen bedarf, die "im Geist der Liebe und Wahrheit" betrieben werden müssen.

Denn in unserer pluralen Gesellschaft ist es geradezu ein

Muß, dass Christen der beiden großen Kirchen aufeinander zugehen und gemeinsam Zeugnis ablegen von ihrem Glauben an den einen Herrn, der "über allem und durch alles und in allem ist" (Epheser 4, 6)".

 

 

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Dr. Franz-Josef Bode

Bischof von Osnabrück

mit Bremer Bischofsstab