Aktuelle Mitteilungen

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Da sahen sie,

dass der Stein vom Grab

weggewälzt war.

Lk 24,2

22.09.2011

Zur Rede des Papstes im Bundestag

Kritische Auseinandersetzung statt Boykott

Zur Papstrede im Deutschen Bundestag

Kritische Auseinandersetzung ist mit Boykottaufrufen selten vereinbar. Wer die Meinungsfreiheit respektiert, sollte sich die Rede des Papstes erst einmal anhören. Der Papst feiert im Bundestag keinen Gottesdienst. Er hält eine Ansprache, zu der er vom Bundestagspräsidenten eingeladen worden ist. Das tut er als religiöses Oberhaupt von über eine Milliarde Katholiken, als Staatsoberhaupt und als Völkerrechtssubjekt. Der Bundestag hat ihn auch eingeladen, weil Papst Benedikt für viele Menschen – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit - ein herausragender Intellektueller ist. Sich mit ihm auseinanderzusetzen lohnt in jedem Fall, auch wenn man seine Positionen nicht teilt.

Natürlich ist der Staat weltanschaulich neutral. Niemand wird gezwungen, die Überzeugungen der katholischen Kirche zu teilen. Aber das Recht, auch abweichende Meinungen zuzulassen, kann auch von Horst Isola verlangt werden. Führende SPD-Politiker auf Bundesebene haben sich bereits vor Wochen von dem Aufruf distanziert.

Dr. Martina Höhns
Katholischer Gemeindeverband in Bremen
(veröffentlicht im Weser Report am 06.07.2011)