Aktuelle Mitteilungen

Aktuelle Mitteilungen

03.02.2012

Podiumsteilnehmer

Bild: Joachim Koetzle, Staatsarchiv Bremen

Buchtitel

Buchtitel

Bremens katholische Zeit

Bremens Kirchengeschichte im Mittelalter vorgestellt

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 03.02.2012

700 Jahre katholisches Bremen
„Bremische Kirchengeschichte im Mittelalter“ vorgestellt

Bremen (mh) Als „Rom des Nordens“ bezeichnen Bremer ihre Stadt noch immer gerne. Die wenigsten wissen, dass dieses Diktum auf den Domschulmeister Adam von Bremen im 11. Jahrhundert zurückgeht, als Bremen ein kirchenpolitisch bedeutendes Erzbistum mit internationaler Wirkung war.

Wer mehr über die 700 Jahre umfassende katholische Zeit Bremens erfahren will, findet in dem frisch erschienenen Band „Bremische Kirchengeschichte im Mittelalter“ aus dem Hauschild-Verlag eine reiche Fundgrube. Auf 568 Seiten wird die Zeit zwischen der karolingerzeitlichen Mission bis zum Vorabend der Reformation erstmals in einem Gesamtwerk handbuchartig dargestellt.

Den mittelalterlichen Bremer Erzbischöfen und ihrer Tätigkeit als Kirchenfürsten, Stadt- und Landesherren ist der erste Teil des Buches gewidmet. Er stammt von dem 2006 verstorbenen Professor Dieter Hägermann, Lehrstuhlinhaber für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bremen. Hier geht es unter anderem um die frühen kirchlichen „Helden“ Bremens: den Gründerbischof Willehad, den ersten Erzbischof und Apostel des Nordens Ansgar, seinen Nachfolger Rimbert, den im Reichsdienst prominent tätigen Kirchenfürsten Adaldag, Adalbert, Liemar, sowie den letzten Landesfürsten Gerhard II.

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit kirchlichen Einrichtungen, ihren Funktionen und ihrer Verbindung mit Politik, Wirtschaft und Alltag im spätmittelalterlichen Bremen bis zum Vorabend der Reformation. Der Autor Dr. Ulrich Weidinger beschreibt Kirchen, Kapellen und Klöster ebenso wie das soziale Fürsorgewesen und Frömmigkeitsformen.

Die bedeutende Rolle Bremens bei der Skandinavien- und Slawenmission wird ebenso wenig verschwiegen, wie seine unrühmliche Rolle als Zentrum von Fälscherwerkstätten. Über Jahrhunderte hinweg wurden zahlreiche Königs- und Papsturkunden verfälscht, neu ausgefertigt oder erfunden, oft in ganzen Serien. Die älteste unzweifelhaft echte Papsturkunde stammt aus dem Jahr 1047.

Bürgermeister Jens Böhrnsen bezeichnete das Buch bei der Präsentation als wichtige Quelle für die bremische Stadtgeschichte. Propst Dr. Martin Schomaker vom Katholischen Gemeindeverband in Bremen, Brigitte Boehme und Renke Brahms von der Bremischen Evangelischen Kirche dankten den Autoren Konrad Elmshäuser, Leiter des Staatsarchivs Bremen, Dr. Ulrich Weidinger und der Frau des verstorbenen Dieter Hägermann Sigrid Hägermann für das Werk, das die Anfänge der Verkündigung des christlichen Glaubens, das frühe Wirken von Christinnen und Christen und die Verwurzelung des Christentums in der Region umfassend darstellt.

1994 ist im Hauschild-Verlag bereits ein Band zur Bremischen Kirchengeschichte im 19. und 20. Jahrhundert erschienen. Noch in Arbeit ist eine Publikation über die Kirchengeschichte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.

Dieter Hägermann, Ulrich Weidinger, Konrad Elmshäuser: Bremische Kirchengeschichte im Mittelalter. Verlag H. M. Hauschild, Bremen, 568 Seiten, 36 Euro.


Bild (Joachim Koetzle, Staatsarchiv Bremen, Fotowerkstatt):
Von rechts nach links: Brigitte Boehme, Propst Dr. Martin Schomaker, Schriftführer Renke Brahms, Bürgermeister Jens Böhrnsen, Hermann Kleen, Sigrid Hägermann, Konrad Elmshäuser, Ulrich Weidinger