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1 Thess 5,21

22.02.2012

Gruppenbild mit Weihbsichof
Weihbischof im Gespräch mit Schülern
Streitgespräch

„Streit schlichten ist besser als Streit schüren“

Weihbischof Kettmann trifft Streitschlichter an der St.-Antonius-Schule

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 22.02.2012

Bremen (mh) „Oft gibt es Streit beim Fußball, zum Beispiel darüber ob das Tor noch gilt, oder ob schon Pausenende war“ erzählt der 10-jährige Timon Timmermann beim Besuch des Osnabrücker Weihbischofs Theodor Kettmann in der St.-Antonius-Schule. Sieben Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung zum Streitschlichter abgeschlossen haben oder noch in Ausbildung sind, trafen sich am Samstag, den 18. Februar mit dem hohen Gast in ihrer Schule in Osterholz, um von ihrem Einsatz zu berichten.

Hofpausenregeln, Regenpausen und Fußballverabredungen sind nach Einschätzung der Kinder, aber auch nach Meinung von Schulleiterin Annette Prevot die häufigsten Anlässe für Streitereien unter Schülern. Seit 2005 gibt es deshalb an der katholischen St.-Antonius-Grundschule am Oewerweg Streitschlichter. Lehrerin Martina Janssens bildet die Kinder dazu aus. Sie üben in Rollenspielen, Gefühle wahrzunehmen und sich in andere hinein zu versetzen. Nach bestandener Prüfung erhalten sie eine Urkunde.

„So gewinnen die Kinder an Handlungskompetenz und Selbstbewusstsein“, sagt Annette Prevot. „Sie können eigene Bedürfnisse besser artikulieren und mit eigenen und fremden Gefühlen feinfühliger umgehen“. Weihbischof Theodor Kettmann hatte viele Fragen an die Streitschlichter und ließ sich das gängige Streitschlichtungsverfahren von Clara Lütkefels und Timon Timmermann anhand eines Plakates erklären.

Ein Streitschlichtungsverfahren besteht in der Regel aus fünf Schritten: Zunächst trifft sich der Streitschlichter mit den Kontrahenten und alle stellen sich vor. Dann erzählt jede Partei aus ihrer Sicht, was passiert ist. In einem dritten Schritt, können alle nachfragen, um den Konflikt zu erhellen. Oft formulieren die Streitschlichter dazu das Gehörte in eigenen Worten um. Im vierten Schritt geht es darum, eine Lösung zu finden. Dazu schreibt jedes Kind auf, was es selber ändern will und was es sich vom anderen wünscht. Schließlich setzt der Streitschlichter einen Vertrag auf, in dem die Ergebnisse festgehalten werden und der nach einer Woche überprüft wird.

Blauäugig sind die Schüler der St.-Antonius-Schule allerdings nicht: „Manchmal können wir den Streit gar nicht schlichten, weil die Beteiligten das gar nicht wirklich wollen“, weiß der 9-jährige Maximilian Kuppinger. Dennoch macht die Aufgabe den meisten viel Spaß. „Ich will auch in der 5. Klasse weiterhin Streitschlichter sein“, erklärt der 10-jährige Marcel Korben. Und für Weihbischof Theodor Kettmann steht sowieso fest: „Streit schlichten ist besser als Streit schüren!“.

Derzeit sind an der St.-Antonius-Schule fünf Jungen und Mädchen ausgebildete Streitschlichter, drei befinden sich in der Ausbildung.

Bild (Sabine Kuper): Elisabeth Hunold-Lagies, Weihbischof Theodor Kettmann, Raphael Neese (8), Malin Bott (8), Clara Lütkefels (10), Alisa Kretschmer (10), Maximilian Kuppinger (9), Lehrerin Martina Janssens, Schulleiterin Annette Prevot, Vorne: Timon Timmermann (10), Marcel Korben (10).