Aktuelle Mitteilungen

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24.04.2012

Sarah Wiener und Schüler beim Zubereiten
Schüler beim Zubereiten
Annette Kieslich, Sarah Wieder und Brigitte Plate
Die fertigen Matjes-Sandwich's

TV-Köchin kocht mit Schülern

Matjes-Sandwich in der Schulküche

Sarah Wiener und die Klasse 7b der St.-Johannis-Schule eröffnen die Matjes-Saison in Bremen

„Sarah Wiener? Das ist doch die berühmte Fernsehköchin! Und die kommt in unsere Schule und kocht mit uns?“, so die Reaktion von Schülern der Klasse 7b der St.-Johannis-Schule in Bremen.

Seit 2 Jahren ist die St.-Johannis-Schule gemeinsam mit drei weiteren Bremer Schulen Partner der gemeinnützigen Sarah-Wiener-Stiftung. Von Sarah Wiener, Alfred Biolek und anderen 2007 ins Leben gerufen, widmet sich die Stiftung der Veränderung der Ernährungsgewohnheiten von Kindern. Ziel ist es, die Schüler zu einer gesunden Ernährung zu motivieren. So sind sie denn auch keine Schüler im Projekt “Gesunde Ernährung an Bremer Schulen“ sondern werden zu “SCHME-XPERTEN“.

Seit 2007 wurden in Deutschland 700 Lehrer/Innen und Erzieher/Innen in 47 Städten zu „Genuss-Botschaftern “ausgebildet, um Kindern und Jugendlichen nach dem Programm der Sarah-Wiener-Stiftung gesunde Ernährung durch Spaß am Kochen und tollen Rezepten zu vermitteln.

Zwei dieser “Genuss-Botschafter“ sind Anke Böning und Brigitte Plate, Lehrerinnen der St.-Johannis-Schule. Frau Plate ist es vor allem zu verdanken, dass das Projekt gestartet wurde und sie ist es auch, die immer wieder besondere Aktionen an unsere Schule holt.

Diesmal ist es die Eröffnung der Matjes Saison, die jährlich auf dem Bremer Marktplatz stattfindet (in diesem Jahr am 6. Juni). Der Erlös der üblichen Versteigerung des ersten Fässchens Matjes geht dieses Jahr, wie schon im Vorjahr, an die Sarah-Wiener-Stiftung. Diese leitet das Geld weiter und stiftet 1000.- Euro an die St.-Johannis-Schule für die Lebensmittel der Koch-kursstunden an der Schule.

Am 23. April wird Sarah Wiener mit Schülern der Klasse 7b in den Räumen der Schulküche Matjes-Sandwichs aus den ersten Matjes der Saison herstellen. Die Schüler sind gespannt. Wie wird es wohl sein, eine Frau aus dem Fernsehen einmal live zu erleben und sogar mit ihr in der Küche zu arbeiten?

Die Vorbereitung in der Schulküche sind perfekt: Alle Zutaten sind vorhanden, die Matjes werden von der Matjesgilde (gegründet vor über 25 Jahren von Nederlandse Visbureau, heute Dutch Fish Marketing Board) geliefert, Herr Rothe von der Sarah-Wiener-Stiftung organisiert den Ablauf und die Presse (u.a. ein Fernsehteam von „buten und binnen“) ist auch zahlreich erschienen. 

Alle Schülerinnen und Schüler haben ein blaues T-Shirt mit dem Aufdruck „Botschafter/in der Region“ angezogen und natürlich eine Schürze.

Da der Zug aus Hamburg eine vierzig minütige Verspätung hat, kann Frau Wiener nicht rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn dabei sein. Als sie aber die Küche betritt, übernimmt sie sofort die Initiative: „Guten Tag, ich bin Sarah. Entschuldigt meine Verspätung, aber der Zug kam heute leider nicht eher. Lasst uns anfangen!“

Dieses unkomplizierte Auftreten und ihre erfrischende Art kam bei den jungen Leuten gut an und so konnte die Veranstaltung sofort beginnen.

Natürlich wurde Frau Sarah Wiener von der Schulleiterin, Frau Anette Kieslich und Brigitte Plate herzlich in der St.-Johannis-Schule willkommen geheißen - mit einem kleinen süßen Präsent Bremer Spezialitäten.

Auch die Vertreterin des Dutch Fish Marketing Board in Begleitung von Herrn Bode (bekanntester Bremer Fischhändler) sprachen ein paar Begrüßungsworte, die auf den Wohlgeschmack und den gesundheitlichen Aspekt des Matjes gerade auch für junge Menschen eingingen. Dann aber ging es los.

Unter den Augen der aufmerksamen Presse wurden Vollkornbrotscheiben getoastet, Joghurt mit frischen Kräutern verrührt, Petersilie und Dill gehackt, Zitronenschalen abgerieben und der Saft ausgepresst, Feldsalat gespült, Rote Beete in Scheiben, gelbe Paprika in Streifen geschnitten, Zwiebeln geschält und fein gewürfelt. Es war eine Freude mit anzusehen, wie die Schülerinnen und Schüler, denen gerne unterstellt wird, dass sie fast nur „Fast oder Junk-Food“ zu sich nehmen, bei der Arbeit waren.

Die Anleitungen von Sarah Wiener waren kurz und prägnant, wie in einer Profiküche. Ebenso befragte sie die jungen Leute nach ihren Essgewohnheiten und Kenntnissen von einer gesunden, vollwertigen Ernährung. Aber auch sie wurde ausgiebig befragt, zu ihrem Leben und beruflichen Werdegang. Es entwickelte sich ein entspannter Dialog, wobei aber ständig weitergearbeitet wurde. Am Ende waren viele leckere Sandwiches verzehrsfertig. Nun kam es zur Verkostung! Mit einer gewissen Vorsicht gingen die jungen Küchenwerker ans Probieren. Fast alle Äußerungen waren positiv. Das Fisch, Gemüse und Vollkornbrot so gut schmecken können überraschte die Jugendlichen. Dass solche Speisen nun zu ihren Hauptgerichten werden, ist sicher nicht zu erwarten aber die Bereitschaft, Geschmackserlebnisse der gesunden Art zu versuchen, wurde ganz sicher geweckt. Der Aufwand hat sich nach Ansicht der Handelnden gelohnt, Sarah kann sehr gerne wieder kommen!

Text: Brigitte Plate