Aktuelle Mitteilungen

Aktuelle Mitteilungen

Da sahen sie,

dass der Stein vom Grab

weggewälzt war.

Lk 24,2

07.06.2012

Weihbischof macht Mut zu Veränderungen

2000 Katholiken feiern Fronleichnam im Bürgerpark

Weihbischof Theodor Kettmann aus Osnabrück kommt gerne nach Bremen, besonders zu Fronleichnam: „Die Fronleichnamsgottesdienste im Bürgerpark gehören zu den Höhepunkten meines Dienstes“, bekannte der Weihbischof vor gut 2000 Gläubigen, die trotz des anfangs wechselhaften Wetters den Weg auf die Wiese am Marcus-Brunnen gefunden hatten. Aber es blieb trocken.

In seiner Predigt machte Weihbischof Kettmann den Bremer Katholiken Mut zu Veränderungen: In 20 Jahren werde die Kirche ein anderes Gesicht haben als heute. Wichtig sei eine kreative Verbindung von Glauben und dem bunten Leben heute. „Aber nur, wenn wir auf unserem Weg etwas zurücklassen, kommen wir voran“, so Kettmann. Vor fünf Jahren hatten sich die vormals 16 Pfarreien im Dekanat Bremen zu fünf pastoralen Räumen zusammengeschlossen. Dabei falle die Bilanz ganz unterschiedlich aus. Es gebe Freude über Gelungenes und neue Chancen aber auch Sorgen und Ängste.

Die Kirche müsse „auf dem Markt des Lebens agieren, ohne ihm zu verfallen“ sagte Kettmann. Das sei sie besonders den Menschen schuldig, die „die Erbarmungslosigkeit des Marktes als Erste zu spüren bekommen: die Armen, Ausgeschlossenen, an den Rand Gedrängten und Suchenden“. Vor allem eine diakonische Kirche an der Seite der Vergessenen, der Menschen ohne Stimme und ohne Lobby, ohne Geld und Macht bezeuge die Gegenwart Gottes in der Welt.

„Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt.“ Mit diesem Zitat von Erich Fried ermutigte Kettmann die Bremer Katholiken, sich nicht im „kirchlichen Brotkasten“ einzuschließen. Es sei wichtig, sich einzumischen, neugierig auf andere zuzugehen, aufmerksam zu sein und „zusammen für diese Stadt, mit ökumenischem Sinn, unterwegs zu sein“, so der Weihbischof.

Die Verwurzelung und Erreichbarkeit der Kirche vor Ort, konkrete Gesichter und Begegnungen seien wichtig. Aber Nähe sei nicht nur geografisch zu sehen. Nähe entstehe auch durch gemeinsame Arbeitsverhältnisse, gemeinsame Freizeitgestaltung, gemeinsame Interessen und persönliche Verbindungen. Deshalb sei die Territorial-Pfarrei nicht der alleinige Ort kirchlichen Handelns. Ordensgemeinschaften, Beratungsstellen, Krankenhäuser und Schulen, Pflegeheime, die Justizvollzugsanstalt und das AtriumKirche seien ebenfalls Orte, an denen Kirche den Menschen begegnet. Für seine Predigt fand WEihbischof Kettmann ungewöhnliche Schlussworte: "Amen, Punkt, Schluss!".

An dem Gottesdienst nahmen gut 2000 Menschen aus allen katholischen Bremer Pfarreien teil. Die Hauptmessdiener kamen aus der Pfarrei St. Marien im Bremer Westen, die Lektoren aus der Pfarrei St. Raphael im Bremer Osten. Mit dabei waren die Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Bannerträger der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung, des Kolpingwerkes und der Malteser sowie Messdiener und Kommunionkinder aus ganz Bremen. Die Schülerinnen und Schüler der katholischen Schulen hatten für den Gottesdienst schulfrei.

Musikalisch wurde der Gottesdienst unter der Gesamtleitung von Kirchenmusikdirektor Wilfried Langosz von einer Bläsergruppe aus Oberneuland, einem Kinderchor der St.-Johannis-Schule unter Leitung von Frank Janssens und einem Projektchor unter Leitung von Karl-Bernhard Hüttis gestaltet. Die Kollekte ist für die zehn katholischen Kindertagesstätten in Bremen.

Für Weihbischof Theodor Kettmann war es vermutlich der letzte Fronleichnamsgottesdienst in Bremen. Im November 2011 hat Papst Benedikt XVI. sein aus Gesundheitsgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch angenommen. Bis zur Amtsübernahme eines Nachfolgers führt er seinen Dienst im Bistum Osnabrück weiter.

Bilder (Martina Höhns): Fronleichnam im Bremer Bürgerpark mit Weihbischof Theodor Kettmann aus Osnabrück.

Weitere Bilder vom Fronleichnamsgottesdienst im Bürgerpark.

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 07.06.2012.