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15.05.2012

Madonna zieht um

Prozession und Autokorso mit Muttergottes von Fatima

Pressemitteilung des katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 15.05.2012

Madonna zieht von Gröpelingen nach Walle
Prozession und Autokorso mit Muttergottes von Fatima

Bremen (mh) „Natürlich bin ich mit der Madonna besonders vorsichtig gefahren“ sagt Norberto Bastos Pais. Der 47jährige Portugiese steuerte den weißen Pick-Up, auf dessen Ladefläche die Statue der Muttergottes von Fatima am Sonntagnachmittag aus der St. Nikolaus-Kirche in Gröpelingen in die St. Marien-Kirche in Walle gebracht wurde. Begleitet wurde die Fatima-Madonna von einem Autokorso aus über 20 Fahrzeugen, die hupend und blinkend auf den außergewöhnlichen Fahrgast hinwiesen.

Am Vormittag hatte in Gröpelingen rund um die St. Nikolaus-Kirche zum fünfundzwanzigsten Mal die Fatima-Prozession stattgefunden. Über 400 portugiesische, polnische und deutsche Katholiken zogen mit der Marienstatue auf einem blumengeschmückten Podest durch die Straßen Ohlenhof, Köhlerhof, Ritterhuder Straße, Morgenlandstraße und Gröpelinger Heerstraße. Vorneweg die Ministranten, Bannerträger der polnischen Mission, der Kolpingfamilie, der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung und Kinder in weißen Kommunionkleidern, die vor der Statue Blumen auf die Straße streuten.

Angeführt wurde die Prozession von Maria Pais, die die Fatima-Prozession vor 25 Jahren ins Leben gerufen hat. 1975 waren Maria Pais und ihre Kinder aus Santa Maria da Feisa, einem Ort im Norden Portugals nahe der Hafenstadt Porto, ihrem Mann nach Bremen gefolgt. Seit dem bemühte sich die resolute Portugiesin gemeinsam mit anderen Frauen, auch in Bremen eine Fatima-Prozession einzuführen. Dazu musste sie viel Überzeugungsarbeit bei den katholischen Pfarrern leisten. 70 Jahre nach der Marienerscheinung in Fatima hatte Maria Pais es geschafft: Im Mai 1987 zog die erste Fatima-Prozession durch Gröpelingen.

Am Sonntag lag ein Hauch von Abschied über dem 25. Fatima-Festzug. Am 9. und 10. Juni gilt es Abschied zu nehmen von der St. Nikolaus-Kirche als Gottesdienstort, in der die Portugiesen bisher ihre Gottesdienste gefeiert haben. Die Gemeinde St. Marien wird die Kirche zu einem „Haus für Kinder und Familien“ umbauen. Die portugiesische Gemeinde feiert zukünftig an jedem ersten Sonntag im Monat um 16.00 Uhr deutsch-portugiesische Gottesdienste in der St. Marien-Kirche in Walle.

Doch bevor die in Portugal von Hand gefertigte Fatima-Madonna auf den weißen Pick-Up von Norberto Bastos Pais geladen wurde, wurde in Gröpelingen noch einmal ausgiebig gefeiert. In der Heiligen Messe mit Pfarrer Robert Wagner und seinem polnischen Amtsbruder Zdzislaw Turek erklangen deutsche, portugiesische und polnische Marienlieder und auch gebetet wurde in drei Sprachen. Bei dem anschließenden Fest standen portugiesische Spezialitäten wie Rissois de carne, Rissois de camaráo und Pasteis de bacalhau und polnische Kuchen auf der Speisekarte. „Jeder hat etwas beigesteuert“ erklärte Maria Fernanda Pimenta, die mit ihrer Familie zur portugiesischen Gemeinde gehört.

Gegen 15.30 Uhr war es dann soweit. Maria Pais und ihr Mann packten die Krone der Muttergottes und die Figuren der drei Hirtenkinder, Lúcia, Jacinta und Francisco, denen die Madonna 1917 in Fatima erschienen sein soll, in einen Korb. Ihr Sohn Norberto startete seinen Pick-Up mit der Madonna und Pfarrer Robert Wagner setzte sich mit seinem Auto an die Spitze des Konvois. Gut eine halbe Stunde später erreichte der Autokorso mit der Madonna die St. Marien-Kirche. Unter Glockengeläut und in Anwesenheit zahlreicher Gemeindemitglieder wurde die Fatima-Madonna in die Kirche getragen. Dort wurde sie von Pfarrer Wagner mit Weihwasser gesegnet und in ihrem neuen Zuhause willkommen geheißen.

„Wir geben Orte auf, aber nicht unseren Glauben“ sagte der Seelsorger. In der Gemeinde St. Marien in Bremer Westen feiern Katholiken aus Polen, Portugal, Ungarn und Eritrea sowie die russisch-orthodoxe Gemeinde ihre Gottesdienste. Ob die Fatima-Prozession im kommenden Jahr wieder in Gröpelingen oder in Walle stattfinden wird, ist noch nicht entschieden.

Bilder (Martina Höhns):
Die Fatima-Madonna wird in einem Autokorso von Gröpelingen nach Walle geleitet;
Maria Pais mit der Krone der Fatima-Madonna und den Figuren der Hirtenkinder;
Pfarrer Robert Wagner segnet die Fatima-Madonna, die ihr neues Zuhause in der St. Marien-Kirche gefunden hat.