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1 Thess 5,21

17.08.2012

Raffaels Sixtinische Madonna in Bremen

Meditativ-informativer Abend mit Sr. Judith Terheyden

Wie sie nach Bremen gekommen ist, die Kopie der „Sixtinischen Madonna“ von Raffael mit der Nummer 93, konnte Schwester Judith Terheyden nicht beantworten. Sicher ist, dass das Gemälde eine Zeit lang im Kolpinghaus im Schnoor gehangen hat bevor es im Keller der Propsteikirche St. Johann verschwand. Dort hat Propst Dr. Martin Schomaker die 1,60 Meter mal 1,20 Meter große Replik entdeckt. Er war es auch, der angeregt hat, das Bild aus Anlass des 500. Geburtstags des Originals im AtriumKirche auszustellen und über seine Geschichte zu informieren.

Unter dem Titel „500 Jahre himmlischer Glanz“ lauschten gut 50 Interessierte den Ausführungen der Franziskanerin Judith Terheyden über die Sixtinische Madonna. Das Bild wurde 1512 von Papst Julius II. bei dem damals 29jährigen, aber schon berühmten „Malerfürsten der Renaissance“ Raffael in Auftrag gegebenen. Ursprünglich hing es in der Klosterkirche San Sisto in Piacenza, in der Reliquien der heiligen Barbara und des heiligen Sixtus verehrt wurden. Deshalb fanden beide Heilige ihren Platz auf dem Gemälde. 1752/54 wurde das Meisterwerk durch August III. für die Gemäldegalerie in Dresden angekauft.

Um 1800 begann mit der Epoche der Romantik der Aufstieg des Madonnenbildes zum Mythos: Kopien und Reproduktionen wurden massenhaft angefertigt, die zwei Engelchen starteten ihre eigene Karriere als Bildmotiv in Werbung und Karikatur. In der Zeit des Biedermeier schmückte das Motiv zahlreiche Wohn- und Schlafzimmer. Noch bis zum 26. August zeigt die Gemäldegalerie alte Meister in Dresden eine große Jubiläumsausstellung über die 500 jährige Wirkungsgeschichte der Sixtinischen Madonna.

Schwester Judith informierte aber nicht nur über die Geschichte des Bildes sondern lud auch zur meditativen Bildbetrachtung ein. Dazu ließ sie die marianische Antiphon „Ave Regina Coelorum“ von Hayden und das „Regina Coeli“ von Mozart erklingen. Die Ordensfrau lenkte den Blick auf die Wolken, auf denen Maria mit dem Jesuskind dem Bertachter entgegen schreitet. Die Wolke sei ein Symbol für das Geheimnis Gottes, das sich dem Menschen hier auftue. Auch der grüne Vorhang deute auf die Enthüllung des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Grün stehe dabei für das Leben. Das rote Gewand der Muttergottes sei Zeichen ihrer Liebe, zu Gott und zu den Menschen.

Mit Hilfe der Hinweise der Franziskanerin entdeckten die Teilnehmer den Turm, der die rechte Figur als heilige Barbara kennzeichnet, die abgelegte Papstkrone der linken Figur, die Papst Sixtus II. darstellt, oder die zahlreichen angedeuteten Putten im Bildhintergrund. Auch der leichte gelbe Schein, der Maria und das Jesuskind umgibt, ist erst beim genauen Hinsehen zu erkennen. „In Maria zeigt sich, zu was die Liebe fähig ist und was die Liebe vermag“, so Schwester Judith. Zum Abschied schenkte die Ordensfrau allen Teilnehmern ein kleines Bild der Sixtinischen Madonna mit dem Gebet „Gegrüßet seist du, Maria“ und dem Lied „Salve Regina“ aus dem 17. Jahrhundert nach Henri Du Mont.

Die Replik der Sixtinischen Madonna ist noch bis Ende des Monats im AtriumKirche in der Hohen Straße 7 im Schnoor in Bremen zu sehen.

Bild (Martina Höhns):
Schwester Judith Terheyden vor der Replik der Sixtinischen Madonna.
Die Franziskanerin Schwester Judith Terheyden lud zum meditativ-informativen Abend über die Sixtinische Madonna.

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 17.08.2012.