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08.10.2012

Pfarrer Josef Fleddermann

„Die Schönheit unterschiedlicher Klänge zur Geltung bringen“

Josef Fleddermann feierlich als Pfarrer in St. Marien eingeführt

Mit einem festlichen Gottesdienst in der St. Marien-Kirche in Walle wurde Josef Fleddermann am 3. Oktober von Propst Dr. Martin Schomaker als Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Marien in sein Amt eingeführt. Der 48 jährige Priester leitet die katholische Pfarrei in Bremer Westen mit über 9000 Katholiken, zu der die Standorte St. Bonifatius in Findorff, St. Josef in Oslebshausen, St. Marien in Walle und St. Nikolaus in Gröpelingen gehören. Auf dem Gebiet der Pfarrei gibt es zwei katholische Schulen und zwei katholische Kindertagesstätten.

Zu Beginn des Gottesdienstes verlas Propst Schomaker die Ernennungsurkunde des Bischofs von Osnabrück, Dr. Franz-Josef Bode. Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Dr. Andreas Chmielarz überreichte Josef Fleddermann im Namen der Kirchengemeinde die Schlüssel der Kirche und hieß den Pfarrer als neuen Leiter der Gemeinde herzlich willkommen. „Wir freuen uns, dass der Bischof ihnen unsere Gemeinde anvertraut hat“, sagte Chmielarz.

Zu den Besonderheiten des Einführungsgottesdienstes, der musikalisch vom Kirchenchor und der Schola gestaltet wurde, gehörten die Übergabe des Priestersitzes, des Ambos und des Altares an Pfarrer Fleddermann, das Ablegen des Glaubensbekenntnisses sowie der Gang zum Taufbecken und die Übergabe der Beichtstola. Propst Schomaker rief den neuen Pfarrer in seiner Predigt dazu auf, die Vielfalt des großen pastoralen Raums im Bremer Westen als Reichtum zu sehen: „Es wird Deine Aufgabe sein, die Schönheit unterschiedlicher Klänge zur Geltung zu bringen“, sagte er in Anspielung auf die verschiedenen Glocken in den Gotteshäusern und die unterschiedlichen Menschen in der Pfarrei St. Marien.

Die St. Bonifatius-Kirche in Findorff besitze drei Bronzeglocken aus dem Jahr 1964, so Schomaker. Die Glocke in der St. Josef-Kirche in Oslebshausen stamme vom Schiff „Lützow“ aus dem ersten Weltkrieg. Heute sei sie durch Risse geschädigt und deshalb verstummt. Das gelte auch für viele Menschen, die durch Schicksalsschläge aus der Bahn geworfen würden. Die Glocke in der profanierten St. Nikolaus-Kirche in Gröpelingen sei aus dem Jahr 1519. Damit sei sie vorreformatorisch, da die Reformation in Bremen erst 1522 Einzug gehalten habe, und so eine Aufforderung zur Überwindung der Kirchenspaltung. Die Glocken der St. Marien-Kirche in Walle stammten aus den Jahren 1931, 1954 und 1961.

Die Vielfalt der Glocken deutete Schomaker als Sinnbild für die Stimmen der Menschen in den Gemeinden und für die Stimme Gottes: „Es gilt diese Vielfalt als Reichtum zu begreifen“. Aufgabe eines Pfarrers sei es, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen, ihren Weg mit Gott zu finden. Dabei sei es in einer Stadt wie Bremen, in der viele Menschen keiner Kirche angehören, wichtig, eng mit der evangelischen Kirche zusammenzuarbeiten.

Ulrike Kehlbeck-Staats hieß den neuen Pfarrer im Namen des Pfarrgemeinderates unter herzlichem Applaus willkommen. Die „Helden“ der St. Marien-Gemeinde verglich sie in einer humorvollen Ansprache mit den Figuren der Asterix-Serie. Es sei gut, dass die Gemeinde in Fleddermann jetzt wieder einen „Majestix“ hätte, bei Asterix als Häuptling des gallischen Dorfes eine der Hauptfiguren.

Mit einem großen Bus waren Gemeindemitglieder aus Rhede zum Einführungsgottesdienst angereist, wo Fleddermann die letzten sieben Jahre Pfarrer war. Katholiken aus Syke und Bassum waren gekommen, wo der Priester von 1995 bis 1998 tätig war; Familienangehörige und Freunde aus ganz Deutschland feierten mit, darunter Diakon Helmut Hanusch, Vorsitzender der charismatischen Gemeindeerneuerung Deutschland, zu der auch Josef Fleddermann gehört. Mitglieder der polnischen Mission und der portugiesischen Gemeinde gratulierten dem neuen Pfarrer ebenso wie zahlreiche Mitbrüder aus den katholischen Gemeinden in Bremen. Und selbstverständlich fehlten auch Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen Nachbargemeinden nicht: Beate Rotschies, Kirchenvorsteherin der evangelische Gemeinde Walle/Immanuel und Pastor Hartmut Strudthoff von der Wilhadi-Gemeinde.

Pfarrer Fleddermann bedankte sich bei allen, die den Einführungsgottesdienst und den anschließenden Empfang vorbereitet hatten. Fleddermann kommt gebürtig aus Ankum im Altkreis Bersenbrück. Aufgewachsen ist er in einer Familie mit fünf Kindern auf einem kleinen Bauernhof in Eggermühlen, einem kleinen Dorf an den Ausläufern des nördlichen Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges. Nach dem Theologiestudium in Münster und Freiburg wurde er 1991 zum Diakon und am 28. Mai 1992 in Osnabrück zum Priester geweiht.

Als Seelsorger war er bisher in verschiedenen Gemeinden im Emsland, von 1995 bis 1998 in Syke und Bassum und die letzten sieben Jahre in Rhede tätig. Vom November 1998 bis Juli 2001 hat er in Frankreich in einer geistlichen Gemeinschaft, der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“, gelebt. In Rhede wurde Pfarrer Josef Fleddermann am 9. September aus den fünf Kirchengemeinden der Pfarreiengemeinschaft feierlich verabschiedet.

Bilder (Manfred Egert, Martina Höhns ):
Pfarrer Josef Fleddermann wird am 3. Oktober als Pfarrer der St. Marien-Gemeinde im Bremer Westen eingeführt.

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 03.10.2012.