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10.03.2015

Philippinen besonders stark vom Klimawandel betroffen

Bischof Varquez ruft zu Solidarität und Umdenken auf

Über 100 Menschen aus den Philippinen gehören zu den katholischen Pfarrgemeinden in Bremen. Für sie war es ein besonderes Ereignis, Bischof Crispin Barrete Varquez am 20. Februar in Bremen zu begrüßen. Der 54 Jährige kommt aus der Diözese Borongan auf der Insel Samar, auf der der Taifun „Haiyan“ im November 2013 am stärksten gewütet hat. Aus Anlass der 57. Fastenaktion des katholischen Hilfswerk MISEREOR ist er zu Gast in Deutschland, um über die Folgen des Klimawandels für sein Land zu informieren.

Samar ist die viertgrößte der insgesamt rund 7000 Inseln der Philippinen. Sie wird wie die anderen Regionen auch verstärkt von Starkregen, Super-Taifunen, Erdrutschen und Überschwemmungen heimgesucht. 2012 gab es mehr als doppelt so viele dieser Naturkatastrophen wie 1990. Allein durch den tropischen Taifun „Haiyan“ starben über 6.300 Menschen, über 14 Millionen wurden Heimatlos. Besonders die Fischerfamilien, die traditionell vom Fischfang entlang der insgesamt 36.298 km langen Küstenlinien leben, sind von diesen Folgen des Klimawandels und dem Anstieg des Meeresspiegels betroffen. „Auch die Überfischung durch Großkonzerne, die Abholzung der Mangroven und der Siedlungsdruck gefährden das Leben von immer mehr Fischerfamilien“, berichtet Bischof Varquez. Gut 19% der philippinischen Bevölkerung müssen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen.

Bischof Varquez bedankte sich für die Hilfe aus Deutschland nach dem Taifun. Gleichzeitig rief er dazu auf, die Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel weltweit zu verstärken. „Dazu ist auch ein veränderter Lebensstil und ein verändertes Konsumverhalten nötig“, sagte der Bischof, der heute an der Eröffnung der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Hildesheim teilnimmt. „Als Teil der Schöpfung Gottes tragen alle Menschen Verantwortung, dass alle Menschen weltweit in Würde leben können“. Das katholische Hilfswerk MISEREOR will mit den gesammelten Spenden und Kollekten der Fastenaktion helfen, das Überleben der Fischerfamilien auf den Philippinen zu sichern. Die MISEREOR-Fastenaktion steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Neu denken! Veränderung wagen“.

In Bremen diskutierte Bischof Varquez zunächst mit Schülerinnen und Schülern in der St.-Johannis-Schule. Nachmittags traf er sich mit Landsleuten und Gemeindemitgliedern in der Pfarrei St. Franziskus in Huchting. Um 18.00 Uhr feierte er mit Propst Dr. Martin Schomaker einen Gottesdienst in der Propsteikirche St. Johann, bei dem Frauen aus der philippinischen Gemeinde philippinische Lieder sangen. Auch die Gabenprozession wurde von philippinischen Gemeindemitgliedern gestaltet. Im Anschluss an den Gottesdienst informierte Bischof Varquez im AtriumKirche über die Situation in seinem Land und über die Hilfsprojekte, die von MISEREOR unterstützt werden. Dazu gehören das Aufforsten der Mangrovenwälder und die Erarbeitung von Evakuierungsplänen. Alternative Einkommensmöglichkeiten wie das Züchten von Krebsen oder die Herstellung von Trockenfisch werden ebenso gefördert wie die Ausbildung von Nothelfern.

Seit seiner Gründung im Jahr 1958 hat MISEREOR über 103.000 Entwicklungsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien mit über 6,5 Milliarden Euro gefördert. 2013 gingen ca. 56,2 Millionen Euro an Spenden ein.

Bilder (Martina Höhns): Bischof Crispin Barrete Varquez mit Mitgliedern der philippinischen Gemeinde am 20. Februar in Bremen.

Bremen (mh) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 23.02.2015.