Aktuelle Mitteilungen

Aktuelle Mitteilungen

12.03.2015

Von links: Christopher Wessels, Barbara Schneider, Monica Merkel, Johanna Mahlow, Jana Mießner, Dorothee Michels-Uroic, Jenny Grabinski / Foto: Dr. Martina Höhns

Ehrenamtliches Engagement in der Flüchlingsarbeit

Barbara Schneider vom Verein Zuflucht macht Mut zum Engagement für Flüchtlinge

Barbara Schneider arbeitet als Coach für Ehrenamtliche im Verein “Zuflucht-Ökumenische Ausländerarbeit e.V.” in Bremen. Sie weiß, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren. Deshalb hatte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Bremen (BDKJ) sie eingeladen. Die Jugendlichen wollten mit ihr darüber sprechen, wie katholische Jugendverbände und Kirchengemeinden Flüchtlinge gut begleiten und unterstützen können.

Barbara Schneider macht den jungen Erwachsenen Mut, die besondere Situation der Flüchtlinge wahrzunehmen und offen auf sie zuzugehen. Sehr viele Menschen würden einfach wegschauen und das Schicksal der Flüchtlinge verdrängen. Ihrer Erfahrung nach sind Sprachprobleme kein Hindernis: „Man kann sich auch mit Händen und Füßen verständlich machen und eigentlich ist fast immer jemand da, der etwas übersetzen kann“. Wichtig sind ihr Beziehungen auf Augenhöhe: „Die Begegnung mit Flüchtlingen ist ein Geben und Nehmen. Wir können voneinander lernen“.

Barbara Schneider rät den jungen Erwachsenen, schon in den Übergangswohnheimen Kontakte zu suchen und dabei gute Absprachen mit der Leitung der Einrichtungen zu treffen. „Es gibt Ehrenamtliche, die Kaffee- und Teestuben organisieren, andere bieten Malkurse an, gemeinsames Musizieren oder sportliche Aktivitäten“. Wegen der beengten räumlichen Situation in den Häusern sei es gut, die Flüchtlinge auch zu Aktivitäten außerhalb einzuladen, zum Beispiel in den Kirchengemeinden. Auf solche Initiativen sollte durch mehrsprachige Aushänge in den Übergangswohnheimen hingewiesen werden. „Aber das reicht oft nicht. Gerade am Anfang ist es am einfachsten, die Menschen zu solchen Einladungen abzuholen“, rät Barbara Schneider.

Wenn der Kontakt bereits im Übergangswohnheim geknüpft werde, sei es einfacher, Familien oder Einzelpersonen auch zu begleiten, wenn sie nach drei Monaten in eigene Wohnungen ziehen dürfen. Dann könnten ganz verschiedenen Formen der Unterstützung angeboten werden: die Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen, Hilfe beim Transport von Einrichtungsgegenständen, Freizeitaktivitäten, die allerdings in der Regel nichts kosten oder gesponsert werden sollten, gemeinsames Kochen, die Einladung zu Festen oder Ausflügen der Kirchengemeinden. Barbara Schneider freut sich über die große Spendenbereitschaft der Bremerinnen und Bremer. Besonders nachgefragt werden ihrer Meinung nach Computer.

Barbara Schneider rät den jungen Erwachsenen davon ab, die Flüchtlinge nach ihren Erfahrungen auf der Flucht zu fragen. „Das ist oft ein sehr sensibler Bereich, denn viele Flüchtlinge haben traumatische Erfahrungen gemacht. Ehrenamtliche sollten sehr sensibel mit Nähe und Distanz umgehen können“.

Eine wichtige Aufgabe für Kirchengemeinden sieht Barbara Schneider auch darin, sich bei öffentlichen Veranstaltungen für die Interessen von Flüchtlingen einzusetzen. Das könnten Beiratssitzungen, Einwohnerversammlungen, Anhörungen oder Diskussionsrunden sein. „Es ist wichtig, sich einzumischen, wenn abfällig oder diskriminierend über Flüchtlinge gesprochen wird“.

Den Verein “Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit e.V.”, in dem sich Kirchengemeinden und Einzelpersonen der verschiedenen christlichen Konfessionen für die Interessen von Flüchtlingen einsetzen, gibt es seit 1994 in Bremen. Barbara Schneider arbeitet dort als Coach für Ehrenamtliche.

Bild (privat): Barbara Schneider bei einer Informationsveranstaltung des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend): Von links nach rechts: Christopher Wessels (Jugendorganisation St. Marien), Barbara Schneider (Coach für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsbegleitung des Vereins Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit e.V.), Monica Merkel (BDKJ Jugendbildungsreferentin), Johanna Mahlow (BDKJ Regionalvorstand), Jana Mießner (Jugendorganisation St. Raphael), Dorothee Michels-Uroic (Gemeindereferentin in St. Franziskus), Jenny Grabinski (BDKJ Regionalvorstand).

Bremen (mh) Pressemitteilung des katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 13.03.2015.