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1 Thess 5,21

24.02.2016

Frauen aus fünf Bremer Gemeinden feiern gemeinsam Weltgebetstag

Kuba steht am 4. März in St. Johann im Mittelpunkt

Frauen aus fünf Bremer Gemeinden feiern am Freitag, den 4. März um 18.00 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Propsteikirche St. Johann im Schnoor. Der diesjährige internationale Weltgebetstag wurde von Frauen aus Kuba vorbereitet und steht unter dem Motto „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“. Musikalisch wird er von Kirchenmusikdirektor Bernd Hüttis am Klavier und Evelyn Globig-Meyer, Gesang, gestaltet. Im Anschluss gibt es ein kubanisches Essen in der Aula der Grundschule St. Johann.

Kuba ist der größte Inselstaat der Karibik mit subtropischem Klima, langen Stränden und vielen Tabak- und Zuckerrohrplantagen. Von der „schönsten Insel, die Menschenaugen jemals erblickten“ soll Christoph Kolumbus geschwärmt haben, als er 1492 im heutigen Kuba an Land ging. Die 500-jährige Kolonial- und Zuwanderungsgeschichte hat eine kulturell und religiös vielfältige Bevölkerung geschaffen.

Nach der Revolution von 1959 wurde Kuba ein sozialistischer Staat. Die daraufhin von den USA verhängte Blockade gilt als hauptverantwortlich für Versorgungsengpässe und Isolierung der Insel von der „westlichen Welt“. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlor Kuba seinen wichtigsten Handelspartner und durchlebte in den 1990ern eine tiefe Krise. In den letzten Jahren wächst – trotz tiefgreifender Reformen – die wirtschaftliche Ungleichheit, das international anerkannte Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystem ist gefährdet. Menschenrechtsorganisationen wie „Amnesty International“ beklagen seit langem eine massive Einschränkung der Presse- und Versammlungsfreiheit. Dagegen gilt Kuba im Blick auf Frauenrechte international als Vorbild, die Gleichstellung der Geschlechter ist in der Verfassung verankert. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft auseinander. Die meist berufstätigen Kubanerinnen sind häufig allein verantwortlich für Haushalt, Kinder und die Pflege Angehöriger. Die Folgen der gesellschaftlichen Umbrüche treffen sie besonders hart.

Offizielle Zahlen zur Religionszugehörigkeit gibt es nicht. Der Großteil der rund 11,4 Mio. Kubaner/innen ist katholisch. Eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt die afrokubanische Religion Santería. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Isolation ist Kuba seit 1992 ein laizistischer Staat mit mehr Spielräumen für die Kirchen. -- An der Gestaltung der Gottesdienstordnung zum Weltgebetstag 2016 waren in Kuba u.a. baptistische, katholische, apostolische sowie Frauen der Heilsarmee, der Quäker und der Pfingstkirche Christi beteiligt. In ihrem zentralen Lesungstext aus dem Markusevangelium (Verse 10,13-16) lässt Jesus Kinder zu sich kommen und segnet sie. Ein gutes Zusammenleben aller Generationen begreifen die kubanischen Christinnen als Herausforderung – hochaktuell in Kuba, dem viele junge Menschen den Rücken kehren.-- Die Kollekten der Gottesdienste zum Weltgebetstag, die am 4. März in ganz Deutschland und weltweit stattfinden, unterstützten die internationale Weltgebetstagsbewegung sowie Projekte, die die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rechte von Frauen und Mädchen stärken. Darunter sind auch vier Projekte von Partnerorganisationen in Kuba.

Am Gottesdienst am 4. März in St. Johann beteiligen sich Frauen aus der St. Petri Domgemeinde, der Gemeinde Unser Lieben Frauen, der baptistischen Kreuzgemeinde, der Vereinigten evangelischen Gemeinde Neustadt mit den Kirchen Zion, St. Pauli und Matthias Claudius sowie der katholischen Propsteigemeinde St. Johann.

Hintergrund: Der Weltgebetstag ist eine weltweite, ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen. Ihr Herzstück ist ein Gottesdienst, den jedes Jahr Frauen eines anderen Landes vorbereiten. Er wird weltweit immer am ersten Freitag im März gefeiert. Christlicher Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehören beim Weltgebetstag untrennbar zusammen. Ein sichtbares Zeichen dafür sind die Kollekten aus den Gottesdiensten in Deutschland, die neben der internationalen Weltgebetstagsbewegung vor allem Frauen- und Mädchenprojekte weltweit unterstützen.

Weitere Informationen unter www.weltgebetstag.de.

Bremen (mh) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 24.02.2016.