Aktuelle Mitteilungen

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13.06.2016

Frauen im Kongo

Woher kommt das Coltan in Handy und Computer?

Um systematische Vergewaltigung von Frauen im Kongo und den Zusammenhang mit Konsumgewohnheiten in westlichen Ländern ging es der Frauenrechtlerin Thérèse Mema Mapenzi bei ihrem Vortrag am 7. Juni im AtriumKirche im Bremer Schnoor.

 

Begleitet von Ausschnitten aus dem Dokumentarfilm „Voices of Violence“ (Stimmen der Gewalt) berichtete die kongolesische  Trauma-Therapeutin davon, wie Rebellen im Osten des Kongo Frauen in den Dörfern vergewaltigen und missbrauchen und Männer zur Arbeit in Coltan-Minen zwingen. Das Erz Coltan ist ein wertvoller Rohstoff, der für die Herstellung von Computern, Smartphones und anderen elektronischen Geräten verwendet wird. Die großen Technik-Konzerne überprüften die Herkunft der Erze allerdings nicht und unterstützten so die Rebellen, erklärte sie. 

Die Menschen in Europa könnten daher einen Beitrag dazu leisten, die Situation der Frauen im Kongo zu ändern: „Wir müssen bei den großen Firmen darauf aufmerksam machen, wo die Metalle herkommen, die sie verwenden. Wir als Verbraucher haben einen Einfluss.“, appellierte Thérèse an die Zuhörer im AtriumKirche. Der Beitrag der Verbraucher könne darin bestehen, elektronische Geräte zu kaufen, bei denen man sicher sein könne, woher die Rohstoffe stammen. Es sei außerdem wichtig, die Regierungen darauf aufmerksam zu machen, die Verwendung von Entwicklungshilfe-Geldern genauer zu überprüfen und so nicht das korrupte Regierungssystem im Kongo zu unterstützen.

Seit 2006 arbeitet Thérèse in Trauma-Zentren mit Frauen, die Opfer von Missbrauch und Vergewaltigung geworden sind. „Wir schaffen Räume, um zu weinen und zu sprechen“, erklärt sie ihre Arbeit. Viele Frauen gingen aus Scham nicht ins Krankenhaus, um sich behandeln zu lassen und könnten auch nicht mehr zu ihren Familien zurückkehren, da Vergewaltigungen als eine große Schande in der Gesellschaft angesehen würden. Ziel ihrer Arbeit sei es daher, die Frauen zu ermutigen, über die Misshandlungen zu sprechen und ihnen Wege aufzuzeigen, wie die Situation geändert werden könne. Neben dem Wirtschaftskrieg um Rohstoffe würden Frauen auch Opfer von Gewalt in der Gesellschaft. Die Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen habe im Kongo eine lange Tradition, so Thérèse. Die Trauma-Zentren versuchten daher auch, im Gespräch mit Männern ein Verständnis für Respekt für Frauen zu schaffen und den Weg für Mädchen in das Bildungssystem zu ebnen. Der Aufbau dieser Strukturen werde aber eine lange Zeit dauern, so die Frauenrechtlerin.

Zum Abschluss sprach Thérèse noch über ihre Hoffnung für die Zukunft. Sie glaube, dass ein erschöpfter Coltan-Abbau im Kongo auch zu Frieden führen könne.  Die katholische Hilfsorganisation missio unterstützt den Bau von sogenannten Traum-Zentren im Kongo und fördert deren Arbeit.

Bild (Christoph Brüwer/Katholischer Gemeindeverband in Bremen):

Die Frauenrechtlerin und Trauma-Therapeutin Thérèse Mema Mapenzi sprach am 7. Juni über die Situation von Frauen im Kongo

Bremen (cb) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 09.06.2016.