Aktuelle Mitteilungen

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25.09.2016

Jutta Sievers / Foto: Kath. Gemeindeverband - S.Muthreich

Jutta Sievers verabschiedet sich aus St. Johann

Gemeindereferentin wechselt von Bremen nach Syke

„Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hält mich jung und beweglich“, sagt Jutta Sievers, die sich am 2. September von der Propsteigemeinde St. Johann verabschiedet hat. Ob das auch so bleiben wird, steht noch nicht fest. Denn an ihrer neuen Wirkungsstätte in der Pfarreiengemeinschaft Syke, Stuhr-Brinkum, Weyhe-Kirchweyhe, Hoya und Bruchhausen-Vilsen werden die Arbeitsschwerpunkte erst noch festgelegt. Mit einer Hälfte ihrer Stelle ist Jutta Sievers in jedem Fall für die Mitarbeitervertretung im Bistum Osnabrück freigestellt.

Die gebürtige Emsländerin aus Meppen kannte sich in der katholischen Kirche in Bremen gut aus. Schon nach dem ersten Semester an der Fachschule für Gemeindereferenten in Hildesheim kam sie zum ersten Mal in die Hansestadt. Bei einem Praktikum in St. Josef in Oslebshausen traf sie auf den damaligen Jugendpastor Norbert Blome und die Gemeindereferentin Schwester Felicia Schliemer. Die beiden begeisterten die junge Frau, die zuvor schon eine Ausbildung zur Erzieherinnen abgeschlossen hatte. „Ich habe Menschen kennengelernt, die sich ernsthaft in ihrem Alltag nach dem Evangelium ausrichten wollten. Das hat mich motiviert, mein Studium fortzusetzen und abzuschließen.“

Auch ihre praktische Ausbildung zur Gemeindereferentin machte sie in Bremen. Von 1986 bis 1990 arbeitete sie im Bremer Osten in St. Hedwig und St. Laurentius. Diese Gemeinden in der Vahr waren damals noch geprägt vom Priesterkonvent, der in den 1960er und 1970er Jahren das Gemeindeleben bestimmt hatte: „Meine erste Stelle war geprägt von den Konventszeiten, der Musik von Huub Oosterhuis und der fragenden Theologie“, sagt Jutta Sievers rückblickend. Nach einer vierjährigen Tätigkeit in Kiel und einem Jahr in der deutschsprachigen Gemeinde in Barcelona, kehrte sie nach Bremen zurück. Diesmal in den Bremer Westen. „Hier habe ich auch viel Sozialarbeit gemacht mit halbkriminellen Jugendlichen. Wenn wir unsere Partys gefeiert haben, dann hatte die Polizei einen ruhigen Abend, weil die polnischen, russischen, türkischen und deutschen Jugendlichen dann zusammen im Pfarrsaal gefeiert haben.“ Auch das interreligiöse Gespräch mit muslimischen Mitbürgern hat eine große Rolle gespielt. „Es ging darum, Vorurteile abzubauen und sich kennenzulernen.“ Den Kirchen St. Josef in Oslebshausen und St. Nikolaus in Gröpelingen blieb sie fast zehn Jahre treu. Unterbrochen nur von einem einjährigen Aufenthalt in der deutschsprachigen Gemeinde im Prag. Seit 2005 arbeitet Jutta Sievers, die mit fünf Geschwistern, Großeltern und Tante und Onkel in einer Großfamilie aufgewachsen ist, in der Propsteigemeinde St. Johann. „Zuhause waren wir mittags oft über 20 Leute, denn dann kamen auch noch die Angestellten aus der Bäckerei und dem Lebensmittelgeschäft dazu.“ Auf den Beruf der Gemeindereferentin aufmerksam gemacht hatte sie nach der 10. Klasse am Gymnasium ihr Heimatpfarrer Propst Heinrich Meyer.

Gerne erinnert sich Jutta Sievers an ihre erste Zeit an St. Johann zurück: „In meiner ersten Erstkommuniongruppe waren elf Kinder aus acht Nationen, alle mit ganz unterschiedlichen Temperamenten. Die ersten Elternabende haben wir zweisprachig abgehalten.“ Jutta Sievers ist begeistert von der Internationalität der katholischen Kirche in Bremen: „In St. Johann sind wir über 90 Nationen. Hier sind wir Weltkirche. Nicht mehr pütscherig national. Das ist toll.“

Besonders die Schulseelsorge an der Grundschule St. Johann und die Zusammenarbeit mit Schülern, Lehrern und anderen Mitarbeitern hat Jutta Sievers Freude gemacht, auch wenn es für sie zunächst eine große Herausforderung war. „Kinder und Jugendliche sind so unverstellt und haben Mut alles auszusprechen.“ Ein besonderes Lob hat die Gemeindereferentin für die Jugend an St. Johann: „Sie fühlen sich verantwortlich, schießen mal übers Ziel hinaus, nehmen wenig krumm und bewegen die Massen. Und sie haben mich jung und beweglich gehalten.“

In Bremen hat sie die Freiheit geschätzt, Dinge auszuprobieren. Und fast immer hat sie jemanden gefunden, der Lust hatte mitzumachen: „Mal hat es geklappt und mal ging es in die Hose. Das war dann auch nicht so schlimm.“ Jutta Sievers sieht ihren Beruf nicht als Arbeit im engeren Sinn: „Ich versuche, mit den Menschen zu leben und bin dankbar, dass ich dafür bezahlt werde. Ich sehe es als größte Herausforderung für die Seelsorge heute, nicht zu katechisieren, also keinen Religionsunterricht zu erteilen, sondern mit allen Willigen zu lernen, den Glauben so zu leben, dass er ausstrahlt.“ Und doch räumt auch Jutta Sievers ein, dass die Gemeindearbeit auch belastend sein kann: „Man ist in der Gemeindearbeit nie fertig. Das ist manchmal schon recht unübersichtlich und anstrengend“.

Jetzt freut sich Jutta Sievers auf ihre neue Tätigkeit in Syke, Stuhr-Brinkum, Weyhe-Kirchweyhe, Hoya und Bruchhausen-Vilsen, besonders natürlich auf die Kinder und Jugendlichen. „Ich freue mich auf ein überschaubares Team und auf die Entwicklungen im Dekanat“. Und auch auf die Arbeit für die Mitarbeitervertretung ist sie gespannt: „In der Mitarbeitervertretung sind alle hochmotiviert und die Arbeit ist gar nicht so trocken, wie sich mancher das vielleicht vorstellt. Hier können wir wirklich etwas bewegen, wenn auch nur für die Mitarbeiter im pastoralen Dienst und nicht für die Priester.“

Mit einer Heiligen Messe am 2. September um 18.00 Uhr in der Kirche St. Elisabeth und einem anschließenden offenen Empfang hat sich die Propsteigemeinde von Jutta Sievers verabschiedet.

Bremen (mh) Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 26.09.2016.