Lüneburg

Lüneburg

Mein Geist jubelt

über Gott,

meinen Retter.

Magnifikat

Lüneburg - die Hansestadt auf dem Salz

Platz am Sande / Foto: S. Muthreich
Platz am Sande / Foto: S. Muthreich

Die über 1050 Jahre alte Stadt zwischen Hamburg und Hannover ist eine faszinierende Stadt in Norddeutschland, ca. 1 ½ Autostunden von Bremen entfernt. Ihre historische Architektur im Stil der Backsteingotik blieb während des zweiten Weltkrieges unzerstört, so dass die Stadt ein geschlossenes, mittelalterliches Stadtbild aufweist - einer der Gründe, die dazu führten, dass Lüneburg im Oktober 2007 den Titel der Hansestadt wieder erlangte. Überall in der Innenstadt begegnet dem Besucher die Geschichte der Stadt, deren wichtigstes Gut das Salz war. Über 1000 Jahre wurde in der Saline Salz gesiedet, und durch den Handel mit dem damals kostbaren "Weißen Gold" kam die Stadt im Mittelalter zu Reichtum und Ansehen.
Höchste Zeit also für die kfd-Bremen einen Ausflug in die Hansestadt Lüneburg zu unternehmen. Am Samstag 25. August fuhr der Bus mit 31 Frauen am Bremer Hauptbahnhof ab. Das erste Ziel war jedoch nicht die Innenstadt, sondern das Kloster Lüne.

Kloster Lüne

Foto: Homepage Kloster Lüne

Das Kloster Lüne zählt zu den schönsten und ältesten Sehenswürdigkeiten der historischen Salz- und Hansestadt Lüneburg. Nur eine Viertelstunde Fußweg vom Zentrum entfernt befindet sich den noch heute erhaltenen mittelalterlichen Komplex, eingebettet in weitläufige Gartenanlagen.
Um 1170 bot sich einer kleinen Gruppe frommer Frauen an diesem Ort die Möglichkeit zur Gründung einer Klostergemeinschaft. 100 Jahre später ist belegt, dass der Konvent nach der Regel des heiligen Benedikt lebte. Nach einem verheerenden Brand 1372 wurde das Kloster in Backstein neu errichtet und in den folgenden Jahrhunderten durch eine Vielzahl anderer Gebäude erweitert. Seit der Reformationszeit lebt im Kloster ein evangelischer Konvent, dem eine Äbtissin vorsteht, in einer Glaubens-, Arbeits- und Lebensgemeinschaft.
Viele wertvolle Kunstschätze aus den Jahrhunderten haben sich hier im Kloster Lüne erhalten: die Eingangshalle mit dem gotischen Brunnen, der Winter-Remter mit den freigelegten Wandmalereien, der Kreuzgang mit farbigen Glasfenstern und den Taustab- und Birnstabrippengewölben sowie der Kapitelsaal mit den Gemälden der Äbtissinnen und dem Äbtissinnenthron.
Im Museum bestaunten die Frauen die Altar- und Fastentücher in Leinenstickerei aus dem 13. und 14. Jahrhundert sowie großformatige, farbige Bildteppiche und Banklaken im "Klosterstich" um 1500 von den Benediktinerinnen im Kloster gestickt.
Nach der sehr guten und informativen 2-stündigen Führung im Kloster ging es mit dem Bus weiter in die Innenstadt. Direkt am Marktplatz findet sich die Touristen-Information wo sich die Frauen nach zweistündiger Mittagspause wieder trafen um gemeinsam zwei weitere Sehenswürdigkeiten Lüneburgs zu erkunden.

St. Johannis-Kirche

St. Johannis-Kirche / Foto: S. Muthreich

Schon 927 genannt, ist die St. Johannis-Kirche eine der ältesten in Niedersachsen. Die fünfschiffige Hallenkirche mit nahezu quadratischem Grundriss enthielt einst 39 Altäre. Der berühmte Hochaltar mit Gemälden Hinrik Funhoffs und die prächtige Barockorgel sind unbedingt sehenswert. Der junge Johann Sebastian Bach lernte hier das Orgelspielen und Komponieren bei seinem Onkel Georg Böhm, der von 1698 bis 1733 als Kantor und Komponist an der St. Johannis-Kirche arbeitete.

Der Wasserturm

Blick vom Wasserturm / Fotos: S. Muthreich
Blick vom Wasserturm / Fotos: S. Muthreich

Der Wasserturm von 1907 diente vor allem der Saline zur Versorgung mit Frischwasser: Ein kompliziertes Pumpensystem aus Holz transportierte das kostbare Nass. Von seiner Aussichtsterrasse in 56 m Höhe konnten die schwindelfreien Frauen einen unvergleichlichen Ausblick auf Lüneburg und Umgebung genießen.
Heute dient der Turm als festlicher Rahmen für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten, kulturelle Veranstaltungen, wechselnde Ausstellungen, für Umweltbildungsprojekte u.v.m..
1985 wurde der Wasserturm stillgelegt und unter Denkmalschutz gestellt. Die alte Wassertechnik wurde verschrottet, nur der Wassertank ist erhalten. Von 1985 bis 1998 blieb der Wasserturm ungenutzt, alle Versuche, ihn privatwirtschaftlich zu nutzen, scheiterten. 1998 gründete sich der Trägerverein Wasserturm e.V., der den Turm erwarb und ihn bis zum Jahr 2000 im Rahmen eines sozialen Projektes sanieren ließ.

St. Marien-Kirche und Ende!

Den Schlußpunkt eines rundum gelungenen Tages mit viel Sonnenschein bildete der Wortgottesdienst in der katholischen St. Marienkirche. Ulla Frantzen, geistliche Begleiterin der kfd-Bremen, fasste in Gebeten und Liedern den Tag zusammen ließ noch einmal das gesehene und gehörte auf die Teilnehmerinnen wirken.
Die dann verteilten kleinen Tüten grobkörniges Salz könnten den Frauen die Möglichkeit geben sich den Ausflug auf der Zunge zergehen zu lassen. Auch noch Tage und Wochen danach.
Vielleicht hält der Geschmack bis zum nächsten „kfd-unterwegs“ vor!

Suzana Muthreich
Bremen, den 28. August 2012

kfd-Frauen unterwegs in Lüneburg!

Die Hinfahrt
Die Wartenden vor dem Turm
Die Drei vom Turm
Blick vom Wasserturm
Orgel St. Johannis-Kirche
Hochaltar St. Johannis-Kirche
Teilnehmerinnen