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Schwester M. Paschalina

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 14.07.2010

„Schwester Paschalina wird uns fehlen“
Bremens älteste Ordensfrau im Alter von 90 Jahren gestorben

 

Bremen (mh). Im Alter von 90 Jahren ist Schwester M. Paschalina gestern Abend (13.07.2010) nach kurzer schwerer Krankheit im St.-Joseph-Stift in Bremen gestorben. Die Ordensfrau aus dem Konvent der Thuiner Franziskanerinnen war die älteste katholische Ordensfrau in der Hansestadt.

Ihr Wunsch, in Bremen zu sterben, ist in Erfüllung gegangen. Denn aus Bremen wollte die Ordensfrau nach 18 Jahren auf keinen Fall mehr weg. Und das, obwohl ihr das Stadtleben zunächst sehr schwer gefallen war, als ihr Orden sie 1992 nach Bremen geschickt hatte. Ein Jahr lang packte die 1920 in Thüle/Friesoythe im Landkreis Cloppenburg geborene Ordensfrau, die mit sieben Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen war, ihre Koffer erst gar nicht aus. Aber nach einem Jahr hatte sie sich an die Stadtluft gewöhnt und gewann das Stadtleben mehr und mehr lieb.

In Bremen wohnte sie gemeinsam mit drei Mitschwestern in einem Konvent in der Hohen Straße mitten im Schnoor. Die letzten fünf Jahre war sie zwar offiziell im Ruhestand, aber bis zu letzt hat sie angepackt, wo sie konnte. Täglich besuchte sie die heilige Messe in der Propsteikirche St. Johann. Den Tippelbrüdern schmierte sie Brote und hörte sich ihre Sorgen an. Wegen ihrer großen Gelassenheit, ihrer warmen Ausstrahlung und ihrer Kontaktfreudigkeit war sie bei den Menschen beliebt.

Ihre Mitschwestern, Schwester Regulinde, Schwester Judith und Schwester Christianis, hatten Schwester Paschalina in den letzten Tagen rund um die Uhr begleitet. „Wir haben viel gemeinsam gebetet. Nun ist sie von uns gegangen, aber wir sind sicher, dass sie jetzt gut bei Gott aufgehoben ist. Schwester Paschalina wird uns gewiss sehr fehlen“, so Schwester Judith, die den Bremer Konvent leitet. Unterstützt wurden die Thuiner Schwestern dabei von den Mauritzer Schwestern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im St.-Joseph-Stift.

Mit 27 Jahren war Schwester Paschalina, geborene Maria Wreesmann, den Thuiner Franziskanerinnen im Emsland beigetreten. Schon ein Jahr später, am 25. Oktober 1948, legte sie ihr Ordensgelübde ab, ihre erste Profess. Die Profess ist das öffentliche Versprechen nach den so genannten evangelischen Räten zu leben, also der Armut, der ehelosen Keuschheit und dem Gehorsam zu folgen und sich dauerhaft an die Ordensgemeinschaft zu binden.

Als gelernte Hauswirtschaftlerin war Schwester Paschalina in verschiedenen Konventen der Thuiner Franziskanerinnen tätig. Ihr Weg führte sie von der Nordsee über die Ostsee bis in den Hochtaunus. Sie hat sich um die Bewirtschaftung von Gästehäusern gekümmert, als Küsterin in der Kirche ausgeholfen und immer ein offenes Ohr für die Nöte der Menschen gehabt. Und wo es ging suchte die begeisterte Schwimmerin das Wasser, um oft noch früh morgens vor dem ersten Gebet eine Runde zu schwimmen. Den Schritt ins Kloster hat sie nie bereut, wie sie einer Journalistin vor zwei Jahren bei einem Gespräch über ihr Ordensjubiläum versicherte.

Noch am 2. Juli konnte Schwester Paschalina im Kreis ihrer Mitschwestern, ihrer Familie und vieler Freunde und Bekannten ihren 90. Geburtstag feiern. Vor zwei Jahren, am 25. Oktober 2008, beging Schwester Paschalina unter großer öffentlicher Anteilnahme ihr Diamantenes Ordensjubiläum.

Requiem und Beisetzung finden am Freitag, den 16. Juli, im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Thuine im Emsland statt. Dort wird Schwester Paschalina auf dem Klosterfriedhof beigesetzt, auf dem auch die Gründerin des Thuiner Klosters begraben ist. In der Propsteikirche St. Johann in Bremen wird am Dienstag, den 20. Juli um 18.00 Uhr, ein Requiem im Gedenken an die verstorbene Schwester M. Paschalina gefeiert.

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